Blick unter Laubbäumen hindurch über ein Feld, Wiesen mit einzelnen Obstbäumen und bewaldete Hügel bei Walzbachtal-Jöhlingen im Mai

Wandern und Radfahren

Wandern im Kraichgau

Zuletzt aktualisiert am 6. Oktober 2026

Bild: Armin S Kowalski, CC BY-SA 2.0, Ausschnitt

Zusammenfassung

Im Kraichgau wanderst du auf Feld- und Waldwegen über sanfte Lösshügel, durch Weinberge und Hohlwege, meist 7 bis 15 Kilometer mit 120 bis 230 Höhenmetern. Ohne Auto gut machbar sind der Drachenrundweg BR1 ab Bahnhof Untergrombach auf den Michaelsberg, der Panorama-Weg ZH1 ab Bahnhof Zaisenhausen und die Weinwanderung KR1 vom Bahnhof Leingarten über den Heuchelberg nach Eppingen. Mit Kinderwagen passt der Panoramaweg A1 in Angelbachtal. Für mehrere Tage gibt es den Eppinger-Linien-Weg, einen zertifizierten Qualitätsweg von Eppingen nach Mühlacker, und den E1 von Mühlhausen über Östringen und Kraichtal nach Bretten.

Auf einen Blick

Auf einen Blick
ThemaDas Wichtigste
Geländesanfte Lösshügel; die Touren dieser Seite liegen zwischen gut 110 und knapp 340 Metern Höhe, Runden bis 15 Kilometer haben meist 120 bis 230 Höhenmeter
Wegeüberwiegend Schotter- und Feldwege, dazu Pfade im Wald und in Hohlwegen; der Lössboden wird nach Regen rutschig
Beschilderungrund 190 einheitlich ausgeschilderte Rundwege mit Kürzeln wie BR1 oder ZH1 im Gebiet des Tourismusverbands Kraichgau-Stromberg; im Landkreis Heilbronn Wegweiser mit Routenlogos wie KR1
Ohne AutoS 4 und RE 45 zwischen Bretten und Leingarten, S 31 und S 32 ab Bruchsal, S 7 im Elsenztal, S 42 bis Bad Rappenau; Busse in die Dörfer fahren am Wochenende seltener (Stand 28.09.2026)
WeitwandernEppinger-Linien-Weg (knapp 42 km, Qualitätsweg), E1, Weinpfad Kraichgau (65 km), Frankenweg HW 8, Sickingenweg (29 km), Neckarsteig ab Bad Wimpfen
Beste ZeitFrühjahr und Herbst; im Sommer Runden mit Wald und Hohlwegen, im Winter Einkehr vorher prüfen
Kartenkostenlose Wanderkarte „Zu Fuß durchs Land der 1000 Hügel“ mit 34 Touren; GPX-Tracks auf den Tourenseiten der Gemeinden und Verbände
Regelnin Naturschutzgebieten auf den Wegen bleiben und Hunde nicht frei laufen lassen; im Wald keine allgemeine Leinenpflicht

Die Touren auf der Karte

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Kartenausschnitt vom Michaelsberg bei Untergrombach im Westen bis Bad Wimpfen im Osten, von Zuzenhausen im Norden bis Bretten und Oberderdingen im Süden. Die neun Touren liegen über das ganze Gebiet verteilt, die meisten nahe einer Bahnlinie.

Unterwegs

Neun Touren mit Start, Anreise und Einkehr

Westen: mit Blick auf die Rheinebene

Zwischen Bruchsal, Östringen und Angelbachtal fällt das Hügelland zur Rheinebene ab. Die Runden führen über Weinberge und Höhen mit weitem Blick nach Westen.

  • Bruchsal-Untergrombach

    BR1 Drachenrundweg auf dem Michaelsberg

    Vom Bahnhof Untergrombach geht es am Kappelberg entlang und über den Römerichberg hinauf zum Michaelsberg, vorbei an Obstbaumalleen, Streuobstwiesen und durch einen Hohlweg. Die weiße Barockkapelle auf der Kuppe ist schon vom Bahnhof aus zu sehen.

    Oben reicht der Blick über die Rheinebene bis zu den Pfälzer Bergen; Kapelle, Aussichtspunkt und Einkehr beschreibt die Seite zum Michaelsberg.

    Strecke:
    8,9 km, 223 Höhenmeter, gut 2,5 Stunden, mittel
    Start:
    Bahnhof Untergrombach, alternativ drei Wanderparkplätze auf dem Berg
    Markierung:
    ausgeschildert als BR1
    Ohne Auto:
    S 3, S 31 und S 32 halten in Untergrombach, auch am Wochenende mehrmals pro Stunde (Stand 28.09.2026)
    Einkehr:
    Restaurant neben der Kapelle vorübergehend geschlossen (Stand 05.10.2026); Rucksackverpflegung einplanen
    Passt für:
    Aussicht und Anreise mit der Bahn; der Aufstieg ist stellenweise steil
  • Östringen-Tiefenbach

    Ö3 Östringer Wald & Hügel Rundwanderweg

    Die Runde ab Tiefenbach wechselt zwischen sonnigen Weinbergen und kühlem Mischwald. Unterwegs stehen ein Ziehbrunnen von 1700 in Eichelberg, eine alte Kelter und das Viadukt der früheren Bahn über den Katzbach.

    Am Kreuzbergsee gibt es Einkehr, ein Hügel-Sofa und einen Naturerlebnispfad für Kinder.

    Strecke:
    11,5 km, 204 Höhenmeter, rund 3 Stunden, leicht
    Start:
    Wanderparkplatz Ortsmitte Tiefenbach am Rathaus
    Markierung:
    ausgeschildert als Ö3
    Ohne Auto:
    S 31 bis Odenheim, weiter mit dem Bus 134 bis Tiefenbach Rathaus; samstags stündlich, sonntags stündlich ab dem Vormittag (Stand 28.09.2026)
    Einkehr:
    am Kreuzbergsee
    Passt für:
    Familien, Weinberge und Wald im Wechsel
  • Angelbachtal

    A1 Panoramaweg Angelbachtal

    Vom Festplatz geht es zuerst durch den Schlosspark von Schloss Eichtersheim, dann an einem alten jüdischen Friedhof vorbei durch einen Hohlweg zum Erlensee und hinauf auf den Hohberg. Der Rückweg führt durch den Röhrigwald, einen alten Buchenwald, und den Ortskern von Michelfeld.

    Vom Hohberg sieht man den Steinsberg, bei guter Sicht den Katzenbuckel im Odenwald und über die Rheinebene die Pfälzer Berge.

    Strecke:
    15,2 km, 224 Höhenmeter, rund 4 Stunden, mittel
    Start:
    Festplatz Angelbachtal, Zufahrt über die Beschilderung Sonnenberghalle
    Markierung:
    ausgeschildert als A1
    Ohne Auto:
    Bus 703 ab Wiesloch-Walldorf oder 761 ab Sinsheim bis Eichtersheim Bahnhof, dann 500 m zu Fuß; sonntags fährt die 703 nur alle zwei Stunden (Stand 28.09.2026)
    Einkehr:
    ein Café im Ort am Weg, etwa auf halber Strecke ein Rastplatz mit Panoramatafel
    Passt für:
    Kinderwagen, lange Runde mit wenig Steigung

Mitte: an der Kraichgaubahn und am Stromberg

Zwischen Bretten, Zaisenhausen und Oberderdingen steigt das Hügelland zum Stromberg an. Alle drei Starts erreichst du mit Stadtbahn oder Bus, zu BT1 und OD2 kommen gut zwei Kilometer Fußweg dazu.

  • Zaisenhausen

    ZH1 Großer Panorama-Weg Zaisenhausen

    Vom Bahnhof führt die Runde am alten Ortskern vorbei und am Rand eines Landschaftsschutzgebiets entlang zum Claffenbrunnen mit Picknickplatz, dann hinauf zum höchsten Punkt der Gemeinde.

    Vom Hügel-Sofa oben reicht der Blick zum Stromberg, zur Ravensburg über Sulzfeld und nach Sternenfels.

    Strecke:
    11,5 km, 155 Höhenmeter, knapp 3 Stunden, mittel
    Start:
    Bahnhof Zaisenhausen oder Wanderheim Zaisenhausen
    Markierung:
    ausgeschildert als ZH1
    Ohne Auto:
    S 4 und RE 45 halten jede Stunde, auch samstags und sonntags (Stand 28.09.2026)
    Einkehr:
    Wanderheim des Wander- und Naturclubs, sonntags 10 bis 19 Uhr und an Feiertagen, mit Platz zum Spielen (Stand 28.09.2026)
    Passt für:
    Anreise mit der Bahn, Picknick mit Aussicht
  • Bretten

    BT1 Großer Brettener Südweg

    Vom Tierpark am Südrand von Bretten geht es durch stille Wälder ins Salzachtal bei Ruit und hinauf auf die Hochfläche mit dem Aussichtsturm an der früheren Grenze zwischen Baden und Württemberg. Zurück führt der Weg über das Burgwäldle an den Resten der Ebersteinburg vorbei.

    Der Tierpark am Start und der Hochseilgarten daneben passen vor oder nach der Runde.

    Strecke:
    14,7 km, rund 230 Höhenmeter, knapp 4 Stunden, mittel
    Start:
    Wanderparkplatz Tierpark im Süden von Bretten
    Markierung:
    dunkelblaue Wegzeichen BT1
    Ohne Auto:
    S 4 oder RE 45 bis Bretten Stadtmitte, dann gut 2 km auf einem ausgeschilderten Zuweg (Stand 28.09.2026)
    Einkehr:
    Rotenbergerhof unterwegs
    Passt für:
    Aussichtsturm, längere Halbtagestour
  • Oberderdingen

    OD2 Derdinger Horn Tour

    Vom Wanderparkplatz am Horn führt die waldreiche Runde über einen Walderlebnispfad zum Kraichsee, am Hirschgehege von Sternenfels entlang und auf einem Panoramaweg über den Weinbergen zurück, vorbei am Bernhardsweiher.

    Am Horn liegen ein Geologisches Fenster, Grillhütte, Spielplatz und ein Hügel-Sofa. Der Walderlebnispfad eignet sich mit rund 3 Kilometern auch allein als Runde mit Kindern.

    Strecke:
    11,5 bis 12,2 km, 150 bis 180 Höhenmeter, rund 3 Stunden, mittel
    Start:
    Wanderparkplatz Horn am Geologischen Fenster
    Markierung:
    ausgeschildert als OD2
    Ohne Auto:
    Bus 144 von Bretten oder Sulzfeld bis Oberderdingen Amthof, stündlich auch sonntags, dann gut 2 km zu Fuß zum Horn (Stand 28.09.2026)
    Einkehr:
    unterwegs keine, Proviant und Getränke mitnehmen
    Passt für:
    Familien, Wald an warmen Tagen

Osten: Heuchelberg, Solebäder und Elsenztal

Im Landkreis Heilbronn und bei Sinsheim liegen eine lange Streckenwanderung von Bahnhof zu Bahnhof und zwei kurze Runden mit Einkehr.

  • Leingarten bis Eppingen

    KR1 Weinwanderung am Heuchelberg

    Vom Bahnhof Leingarten geht es steil hinauf zur Heuchelberger Warte, einem frei zugänglichen Aussichtsturm, und dann auf dem Rücken des Heuchelbergs durch Wald und Weinberge. Über das Leinbachtal und den Hartwald erreichst du die Fachwerkstadt Eppingen.

    Wer nur die halbe Strecke gehen will, nimmt eine der ausgeschilderten Abkürzungen zum Bahnhof Schwaigern (insgesamt rund 12 km) oder nach Stetten am Heuchelberg (rund 14 km).

    Strecke:
    21,7 km, 293 Höhenmeter bergauf, gut 5,5 Stunden, schwer
    Start:
    Bahnhof Leingarten, Ziel Bahnhof Eppingen
    Markierung:
    Routenlogo KR1 an Haupt- und Zwischenwegweisern
    Ohne Auto:
    S 4 an allen vier Bahnhöfen der Strecke; in Leingarten auch sonntags mindestens stündlich (Stand 28.09.2026)
    Einkehr:
    Biergarten an der Heuchelberger Warte, einzelne Weinausschank-Hütten, danach erst wieder in Eppingen
    Passt für:
    sportliche Tagestour ohne Auto
  • Bad Rappenau und Bad Wimpfen

    Sole-Rundwanderweg

    Die Runde verbindet die beiden Solebäder. Vom Gradierwerk im Salinenpark geht es an den historischen Soleförderanlagen vorbei nach Bad Wimpfen-Hohenstadt und am Bach entlang zur Fleckinger Mühle, zurück durch den Einsiedelwald.

    Knapp einen Kilometer hinter der Mühle zweigt ein Abstecher in die Altstadt von Bad Wimpfen mit der Kaiserpfalz ab.

    Strecke:
    6,9 km ab Bad Rappenau, 8,3 km ab Bad Wimpfen, rund 90 Höhenmeter, knapp 2 Stunden
    Start:
    Parkplatz P1 an der Weinbrennerstraße in Bad Rappenau oder SRH-Gesundheitszentrum in Bad Wimpfen
    Markierung:
    Plakette Sole-Rundwanderweg
    Ohne Auto:
    S 42 bis Bad Rappenau Kurpark, von dort gut 500 m zum Gradierwerk; stündlich auch sonntags (Stand 28.09.2026)
    Einkehr:
    Fleckinger Mühle von Mai bis Anfang Oktober, Cafés am Kurpark
    Passt für:
    kurze, flache Runde, gut mit Kurpark und Altstadt zu verbinden
  • Sinsheim-Hoffenheim und Zuzenhausen

    Gigglerskopf Tour

    Von der Kalkofenhütte bei Hoffenheim, einem Stadtteil von Sinsheim, geht es durch den Wald hinauf zur Gigglerskopfhütte mit Blick Richtung Königstuhl. Danach führt der Weg an einer Burgruine vorbei nach Zuzenhausen und an der Elsenz entlang zur Mühle Kolb, zuletzt wieder durch den Wald.

    Die Runde ist kurz genug für einen Nachmittag, mit Einkehr ungefähr auf halber Strecke.

    Strecke:
    7,9 km, 145 Höhenmeter, gut 2 Stunden, mittel
    Start:
    Parkplatz Kalkofenhütte bei Hoffenheim; mit der Bahn ab Bahnhof Zuzenhausen, rund 800 m bis zur Mühle Kolb am Weg
    Ohne Auto:
    S 7 bis Zuzenhausen, Richtung Heidelberg halbstündlich, Richtung Sinsheim stündlich, auch sonntags (Stand 28.09.2026)
    Einkehr:
    in Zuzenhausen, etwa im Mühlencafé an der Mühle Kolb
    Passt für:
    kurze Runde mit Einkehr, Anreise mit der Bahn

Touren im Vergleich

Die neun Touren oben und fünf weitere, die auf eigenen Seiten ausführlich beschrieben sind. Längen, Höhenmeter und Gehzeiten ohne Pausen (Stand 28.09.2026).

Touren im Vergleich
TourStart und AnreiseLängeAufstiegGehzeitPasst gut für
BR1 Drachenrundweg, UntergrombachBahnhof Untergrombach (S 3, S 31, S 32)8,9 km223 m2:35 hBlick über die Rheinebene
Ö3 Östringer Wald & Hügel, TiefenbachRathaus Tiefenbach (Bus 134 ab Odenheim)11,5 km204 m3 hFamilien, Weinberge
A1 Panoramaweg AngelbachtalFestplatz (Bus 703 und 761)15,2 km224 m4 hKinderwagen
ZH1 Großer Panorama-Weg, ZaisenhausenBahnhof Zaisenhausen (S 4, RE 45)11,5 km155 m2:52 hAnreise mit der Bahn
BT1 Großer Brettener SüdwegTierpark Bretten (gut 2 km ab Halt Stadtmitte)14,7 kmrund 230 m3:51 hAussichtsturm Ruit
OD2 Derdinger Horn Tour, OberderdingenWanderparkplatz Horn (gut 2 km ab Bus 144)11,5 bis 12,2 km150 bis 180 mrund 3 hFamilien, Wald
KR1 Weinwanderung am HeuchelbergBahnhof Leingarten bis Bahnhof Eppingen (S 4)21,7 km293 m5:45 hlange Tagestour
Sole-Rundwanderweg, Bad RappenauP1 Weinbrennerstraße (S 42 bis Kurpark)6,9 km92 m1:48 hkurze, flache Runde
Gigglerskopf Tour, HoffenheimKalkofenhütte oder Bahnhof Zuzenhausen (S 7)7,9 km145 m2:07 hkurze Runde mit Einkehr
Kompass des Kraichgaus, SinsheimBahnhof Sinsheim (S 7)18,8 km246 m5 hBurg mit Aussichtsturm
SU1 Ravensburg-Tour, SulzfeldBahnhof Sulzfeld (S 4, RE 45)15,6 bis 15,7 km167 m4 hBurg und Weinberge
EP2 Wander3Klang, EppingenVilla Waldeck (2 km ab Bahnhof Eppingen)6,7 km152 mknapp 2 hHimmelsleiter und Ottilienberg
EP4 Stadtbahnwandern, Eppingen bis SulzfeldBahnhof Eppingen bis Bahnhof Sulzfeld (S 4, RE 45)12,8 km139 m3:26 hStreckentour mit Rückfahrt per Bahn
K1 Familienwanderweg, OberöwisheimPfannwaldsee (rund 3 km Zuweg ab S 32)7 km126 bis 129 m2 hFamilien, Galgenhohle
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Was dich unterwegs erwartet

Wandern im Kraichgau heißt: viel Weitblick bei wenig Steigung. Die Hügel sind sanft, auf den Runden dieser Seite kommen selbst auf 15 Kilometern selten mehr als 230 Höhenmeter zusammen. Dafür wechselt die Landschaft oft schon nach wenigen Kilometern.

  • Lösshügel und Felder: Fast überall liegt Löss, feiner Staub aus den Kaltzeiten, verbreitet gut 20 Meter dick. Auf den offenen Kuppen reicht der Blick weit, vom Hohberg bei Angelbachtal etwa bis zum Steinsberg.
  • Hohlwege: Wo alte Feldwege einen Hang hinaufführen, haben sie sich tief in den Löss gegraben. Hohlen liegen etwa am Michaelsberg auf der BR1, auf der A1 zwischen Eichtersheim und dem Erlensee und bei Östringen auf dem Weinpfad Kraichgau, wo die Schwannerhohl bis zu acht Meter tief ist. Wie sie entstanden sind und welche Runden durch die tiefsten führen, steht im Artikel über die Hohlwege.
  • Weinberge: Am Südhang des Heuchelbergs, rund um Sulzfeld und Tiefenbach und an den Hängen über der Rheinebene führen die Wege mitten durch die Reben. Lagen und Betriebe dahinter stellt der Artikel über Wein und Weingüter vor.
  • Wald: Größere Wälder liegen vor allem am Rand, in der Eppinger Hardt, auf dem Heuchelberg und an den Hängen zum Stromberg bei Oberderdingen, Sternenfels und Bretten-Ruit. Ein Teil davon gehört zum Naturpark Stromberg-Heuchelberg.

Dazu kommen Streuobstwiesen an vielen Ortsrändern und über 100 Hügel-Sofas, große geschwungene Liegen an Aussichtspunkten, die der Tourismusverband Kraichgau-Stromberg aufgestellt hat. Auf BR1, Ö3, ZH1 und OD2 steht jeweils eines am Weg. Ausgeschilderte Rundwege haben fast alle Gemeinden, oft ehrenamtlich angelegt wie der Panorama-Rundwanderweg um Freudenstein-Hohenklingen in Knittlingen. Kleinere Ziele für einen Spaziergang, etwa den Letzenberg bei Malsch, sammeln unsere Geheimtipps.

Fernwanderwege durch den Kraichgau

Mehrere markierte Weitwanderwege queren das Hügelland. Die meisten Etappenorte haben einen Bahnhof oder eine Busverbindung, sodass sich einzelne Abschnitte auch als Tagestour gehen lassen.

  • Eppinger-Linien-Weg: knapp 42 Kilometer und rund 500 Höhenmeter vom Bahnhof Eppingen über die Höhen bei Sulzfeld und Kürnbach, Sternenfels und Maulbronn nach Mühlacker. Er folgt den Gräben und Wällen der Eppinger Linien, einer Verteidigungslinie aus den Jahren 1695 bis 1697, und neun Großskulpturen erzählen seit 2014 vom Leben der Menschen, die dort Frondienst leisten mussten. Der Deutsche Wanderverband hat ihn 2017 als Qualitätsweg Wanderbares Deutschland ausgezeichnet und das Siegel Anfang 2024 für drei Jahre erneuert. Zeichen: stilisierter Wachturm, schwarz auf weißem Grund. Für zwei Tage bietet sich Sternenfels als Etappenort an, für drei Kürnbach und Maulbronn.
  • Europäischer Fernwanderweg E1: Der Odenwaldklub betreut ihn als Hauptwanderweg 11 von Frankfurt bis Pforzheim. Von Mühlhausen geht es über Östringen nach Odenheim (13,2 km), über Münzesheim und Gochsheim nach Bretten (24,6 km) und weiter nach Pforzheim (23,2 km). Zeichen: grünes Andreaskreuz auf Weiß.
  • Weinpfad Kraichgau: 65 Kilometer in vier Etappen von Wiesloch über den Mannaberg, Mühlhausen, Östringen, den Pfannwaldsee, Münzesheim und den Michaelsberg nach Weingarten, betreut vom Odenwaldklub als Hauptwanderweg 9. Zeichen: blaues W auf Weiß.
  • Frankenweg (HW 8): Der Hauptwanderweg des Schwäbischen Albvereins kommt von Pforzheim über Maulbronn und Sternenfels zum Ottilienberg bei Eppingen und folgt dann dem Heuchelberg bis zur Heuchelberger Warte bei Leingarten, bevor er weiter nach Rothenburg ob der Tauber führt.
  • Sickingenweg (HW 50): 29 Kilometer von Bruchsal über Gochsheim und Flehingen zur Burg Ravensburg bei Sulzfeld.
  • Neckarsteig: Der 128 Kilometer lange Qualitätsweg von Heidelberg endet nach neun Etappen in Bad Wimpfen, die letzte führt von Gundelsheim über Bad Rappenau.

Dazu kommen weitere Hauptwanderwege des Odenwaldklubs, etwa der Pfalz-Kraichgau-Weg von Germersheim nach Eppingen (HW 48) oder der Weg von Wiesloch nach Bad Wimpfen (HW 44).

Wandern ohne Auto

Viele Touren beginnen am Bahnsteig, weil die Stadtbahnen durch die Täler fahren. Die wichtigsten Linien für Wandernde (Stand Fahrplan 28.09.2026):

  • S 4 und RE 45 zwischen Karlsruhe und Heilbronn, mit Halten unter anderem in Bretten, Zaisenhausen, Sulzfeld, Eppingen, Schwaigern und Leingarten. In Zaisenhausen und Leingarten fahren beide Linien auch sonntags jede Stunde. Hier liegen ZH1, die Ravensburg-Tour SU1, die Streckenwanderung EP4 von Eppingen nach Sulzfeld und die KR1.
  • S 31 und S 32 ab Bruchsal: Die S 31 endet in Odenheim, wo der Bus 134 nach Tiefenbach zum Ö3 fährt, die S 32 fährt durch die Stadt Kraichtal bis Menzingen. Fünf Halte in Kraichtal sind als Wanderbahnhof ausgewiesen, mit Wegweisern ab dem Bahnsteig; mehr dazu auf der Seite zu Kraichtal.
  • S 7 im Elsenztal von Heidelberg über Sinsheim nach Eppingen, mit Halt in Zuzenhausen für die Gigglerskopf Tour und am Sinsheimer Hauptbahnhof für die Wanderung zur Burg Steinsberg.
  • S 42 bis Bad Rappenau Kurpark für den Sole-Rundwanderweg.

Die KR1 ist als bwegt-Wanderweg ausgezeichnet, weil vier S-Bahn-Halte an ihr liegen; wer müde wird, kürzt zum Bahnhof Schwaigern oder nach Stetten ab. Schwieriger wird es mit dem Bus. Nach Eichtersheim fährt die Linie 703 sonntags nur alle zwei Stunden, der Bus 134 nach Tiefenbach sonntags erst ab dem Vormittag. Plane bei Streckenwanderungen die Rückfahrt vorher in der Fahrplanauskunft; am 13. Dezember 2026 wechselt der Fahrplan.

Radtouren und Radwege zwischen den Startpunkten sammelt der Artikel Radfahren im Kraichgau.

Die beste Zeit zum Wandern

Gehen lässt es sich das ganze Jahr, jede Jahreszeit hat aber ihre eigenen Ziele.

  • Frühjahr: Ab Mitte April graben Wildbienen ihre Nester in die sonnigen Lösswände der Hohlwege. Auf der Höhe des Diefenbacher Königs bei Sternenfels blühen im Frühjahr Mandelbäume, dann laden die Weingärtner zum Mandelblütenfest in den Weinberg.
  • Sommer: Offene Weinberge und Felder heizen sich stark auf. Besser passen Runden mit viel Wald, etwa die Wander3Klang-Runden in der Eppinger Hardt oder die OD2 am Derdinger Horn, und die Hohlwege, in denen es schattig bleibt. Nimm genug Wasser mit, auf vielen Höhenwegen gibt es keine Einkehr.
  • Herbst: Weinlese und Besenzeit. Nach einer Tour durch die Reben passt die Einkehr in einer Straußwirtschaft; wann und wo sie öffnen, steht im Artikel über die Besenwirtschaften. Auf Waldwegen verdeckt Laub Wurzeln und Löcher, und in der Jagdzeit bleibst du in der Dämmerung auf den festen Wegen.
  • Winter: Die Wege sind begehbar, viele Einkehren aber geschlossen, die Fleckinger Mühle am Sole-Rundwanderweg etwa öffnet nur von Mai bis Anfang Oktober. Nach Regen oder Tauwetter wird der Löss schmierig und rutschig, festes Schuhwerk hilft.

Regeln unterwegs: Schutzgebiete, Hunde, Weinberge

Mehrere Touren führen durch Naturschutzgebiete. Am Michaelsberg auf der BR1 und in der Ungeheuerklamm bei Weingarten, die der Weinpfad Kraichgau quert, gilt nach den Verordnungen von 1996: auf den Wegen bleiben, Hunde nicht frei laufen lassen, kein Feuer, Rad fahren nur auf Wegen über zwei Meter Breite. Im Naturschutzgebiet Kohlbachtal zwischen Sulzfeld, Zaisenhausen und Oberderdingen gilt seit 1991 dasselbe Wegegebot, Hunde dürfen nicht frei laufen, Feuer ist nur an eingerichteten Feuerstellen erlaubt. Eigene Schutzregeln gelten für die Hohlwege selbst, sie stehen im Hohlweg-Artikel.

  • Hunde im Wald: Eine allgemeine Leinenpflicht gibt es in Baden-Württemberg nicht. Frei laufen darf ein Hund aber nur, wenn du ihn sicher unter Kontrolle hast und sofort zurückrufen kannst. In Naturschutzgebieten und nach den Polizeiverordnungen mancher Gemeinden gehört er an die Leine.
  • Weinberge und Felder: Betreten darfst du die freie Landschaft auf Wegen und auf ungenutzten Flächen. Rebzeilen, Äcker und genutzte Wiesen gehören nicht dazu, auch wenn sie offen daliegen.
  • Wegebau am Mannaberg: Am Mannaberg bei Rauenberg, über den der Weinpfad Kraichgau und der Weinwanderweg Mannaberg führen, werden seit dem 1. Oktober 2026 in einer Rebflurbereinigung neue Wege gebaut. Noch nicht fertige Wege dürfen nicht benutzt werden, mehr dazu auf der Seite zu Rauenberg.
  • Wald: Forstliche Sperrungen bei der Holzernte nie umgehen, nach Sturm und Unwetter den Wald meiden.

Häufige Fragen

Gibt es eine Wanderkarte für den Kraichgau?

Ja. Der Tourismusverband Kraichgau-Stromberg gibt die kostenlose Wanderkarte „Zu Fuß durchs Land der 1000 Hügel“ heraus, mit 34 Touren samt Länge, Höhenmetern, Start und QR-Codes zu den Tourenportalen. Du kannst sie bestellen oder online durchblättern. Ein Teil der Touren liegt im Stromberg und im Zabergäu, also außerhalb des Kraichgaus. Für den Osten um Eppingen, Schwaigern und Leingarten gibt es die topografische Freizeitkarte Kraichgau-Leintal im Maßstab 1:30.000 bei HeilbronnerLand.

Welche Wanderung geht mit Kinderwagen?

Ausdrücklich für Kinderwagen geeignet ist der Panoramaweg A1 in Angelbachtal: gut 15 Kilometer, zu drei Vierteln auf Schotterwegen, mit einem Rastplatz etwa auf halber Strecke. Die Familien-Tour zur Burg Steinsberg ist dagegen nicht für Kinderwagen gedacht, und in Hohlwegen und auf schmalen Waldpfaden kommt man mit Rädern schlecht voran. Für kleine Kinder in der Trage passt der kurze Eppinger Waldfühlpfad.

Gibt es im Kraichgau einen zertifizierten Qualitätswanderweg?

Ja, den Eppinger-Linien-Weg von Eppingen nach Mühlacker. Der Deutsche Wanderverband hat ihn am 14. Januar 2017 erstmals als Qualitätsweg Wanderbares Deutschland ausgezeichnet und das Siegel Anfang 2024 für drei weitere Jahre bestätigt. Ebenfalls zertifiziert ist der Neckarsteig, der in Bad Wimpfen endet, aber überwiegend durchs Neckartal führt. Die übrigen Touren dieser Seite sind Rundwege der Gemeinden und Tourismusverbände mit eigener Beschilderung.

Welche Tour passt an einem heißen Sommertag?

Eine mit viel Wald. Die Gigglerskopf Tour bei Hoffenheim beginnt und endet im Wald, die OD2 am Derdinger Horn ist eine waldreiche Runde mit einem Walderlebnispfad, und in den Hohlwegen am Michaelsberg oder zwischen Eichtersheim und dem Erlensee bleibt es schattig. Lange Weinbergsstrecken wie die KR1 am Heuchelberg gehst du im Sommer besser früh am Morgen und mit reichlich Wasser.

Wie weit ist es auf dem E1 durch den Kraichgau?

Von Mühlhausen bis Bretten sind es auf zwei Etappen des Odenwaldklubs 37,8 Kilometer: 13,2 Kilometer über Östringen nach Odenheim und 24,6 Kilometer über Münzesheim und Gochsheim nach Bretten. Von Bretten nach Pforzheim kommen 23,2 Kilometer dazu. Mühlhausen hat Busanschluss nach Wiesloch-Walldorf, Odenheim die S 31 und Bretten die S 4, jede Etappe lässt sich also mit Bus und Bahn planen.

Wo finde ich GPS-Tracks zu den Touren?

Bei den Trägern der Wege: Die Rundwege des Tourismusverbands und vieler Gemeinden stehen mit Karte und GPX-Track auf Outdooractive, die Touren im Landkreis Heilbronn bei HeilbronnerLand, die Hauptwanderwege des Odenwaldklubs als GPX auf dessen Website. Für den Eppinger-Linien-Weg gibt es die kostenlose zeigmal.App mit Navigation, Hörbeiträgen und historischen Fotos, nutzbar ohne Anmeldung. Speichere die Route vorher offline, im Wald reicht das Netz nicht überall.

Weiterführende Themen

Quellen

Redaktionell geprüft am 6. Oktober 2026. So arbeiten wir