
Kaiserpfalz Bad Wimpfen
Bad Wimpfen
Bildnachweis
Holger Uwe Schmitt, CC BY-SA 4.0, Ausschnitt
Über dieses Ziel
Blauer und Roter Turm, die Arkaden des Palas und das Steinhaus: Die Stauferpfalz über dem Neckar füllt einen halben Tag mit Turmaussicht, Museen und Altstadtgassen und ist aus dem Kraichgau schnell erreicht.
Was dich in der Pfalz erwartet
Die Kaiserpfalz ist kein abgeschlossenes Burggelände, sondern der östliche Teil der Altstadt von Bad Wimpfen am Berg. Im Lauf der Jahrhunderte ist sie mit der Stadt verwachsen, das frühere Pfalzareal heißt heute Burgviertel, und in vielen Häusern wird gewohnt. Die Anlage auf dem Bergsporn über dem Neckar ist rund 215 Meter lang und bis zu 88 Meter breit und gilt als größte Pfalz der Staufer in Deutschland. Durch die Gassen gehst du ohne Eintritt, bezahlen musst du nur für die Türme und die Museen.
Gebaut wurde die Pfalz ab der Mitte des 12. Jahrhunderts, als Bauherr gilt Friedrich I. Barbarossa, der 1182 nachweislich in Wimpfen war. Pfalzen dienten den reisenden Königen als Orte, an denen sie Hof hielten. Friedrich II. kam mindestens achtmal, und 1235 unterwarf sich ihm hier sein aufständischer Sohn Heinrich (VII.). Im 14. Jahrhundert verlor die Anlage ihre Rolle. Ein Brand, vermutlich um 1320, ruinierte große Teile, seine Spuren sind an den Arkaden noch zu sehen.
Die erhaltenen Bauten liegen dicht beieinander, vom Blauen bis zum Roten Turm sind es zu Fuß rund 250 Meter. Von West nach Ost:
- Blauer Turm: Der 58 Meter hohe Bergfried steht an der höchsten Stelle der Pfalz. Seinen Aufsatz mit Ecktürmchen, Zinnen und blauem Schieferhelm bekam er nach einem Brand 1848. Darin liegt die Türmerwohnung, die bis heute bewohnt ist. Rund 160 Stufen führen hinauf zur Aussicht über die Dächer der Altstadt und ins Neckartal.
- Steinhaus: Der romanische Wohnbau mit dem hohen Staffelgiebel beherbergt das Historische Museum. Auf drei Etagen zeigt es Funde aus der Vor- und Frühgeschichte, das römische Wimpfen und die Zeit der Staufer, dazu ein Modell der ganzen Pfalz. Im Saal des ersten Obergeschosses sind Wandmalereien erhalten, darunter ein grün gemaltes Bild wilder Männer aus der Frührenaissance.
- Arkaden des Palas: Vom Saalbau, in dem die Könige Hof hielten, steht noch die Nordwand. Ihre Bögen ruhen auf gedrungenen Doppelsäulen, deren Kapitelle und Schäfte unterschiedlich gestaltet sind, und öffnen sich zum Neckartal. Der Saal war rund 180 Quadratmeter groß und hatte einen direkten Zugang zur Empore der Pfalzkapelle.
- Pfalzkapelle: Die frühere Hofkapelle diente später als Lager und im 19. Jahrhundert als Wohnhaus mit Stall, Anfang des 20. Jahrhunderts wurde sie wiederhergestellt. Heute zeigt das Kirchenhistorische Museum darin Kelche, Messgewänder, Grabdenkmäler und Urkunden zur Wimpfener Kirchengeschichte.
- Hohenstaufentor: Der Torturm, auch Schwibbogentor genannt, war der südliche Zugang zur Pfalz. An den Seitenpfeilern lässt sich ablesen, dass die Straße früher deutlich höher lag.
- Roter Turm: Der östliche Bergfried ist rund 23 Meter hoch. Kamin, Wandnischen und ein Abort sprechen dafür, dass er als letzte Zuflucht für den Herrscher gedacht war. Die Ausstellung im Innern erklärt das Leben um 1200 mit Rüstung, nachgebildeten Waffen und Schmuck und einer Replik des Reichsschwerts, oben liegt eine Aussichtsplattform.
Besuch planen
Türme und Museen haben unterschiedliche Zeiten, an gewöhnlichen Montagen ist alles geschlossen. Der Blaue Turm öffnet von Ostern bis Mitte Oktober dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr. Im Winterhalbjahr ist er freitags bis sonntags, an Feiertagen und deren Vortagen geöffnet, in den baden-württembergischen Schulferien wieder dienstags bis sonntags. Das Historische Museum im Steinhaus und das Kirchenhistorische Museum in der Pfalzkapelle haben von Ostern bis zum zweiten Oktoberwochenende dienstags bis sonntags von 10 bis 12 und von 14 bis 16.30 Uhr geöffnet. Den Roten Turm kannst du in dieser Saison nur samstags, sonntags und an Feiertagen von 12 bis 17 Uhr besteigen (Stand 25.09.2026). Prüfe die Zeiten vor der Fahrt bei der Stadt, Türme und Museen betreut der Verein Alt Wimpfen.
Für Erwachsene kostet der Blaue Turm 3 €, das Steinhaus 4 €, die Pfalzkapelle 3 € und der Rote Turm 2 €. Kinder von 6 bis 16 Jahren zahlen weniger, für Turm und Steinhaus gibt es Familienkarten (Stand 25.09.2026).
Öffentliche Altstadtführungen beginnen an der Tourist-Information im Alten Spital, Hauptstraße 45, und führen durch die Pfalz. Von Mitte März bis Anfang November läuft die klassische Führung „Bad Wimpfen entdecken“ mittwochs um 14 Uhr und samstags um 11 Uhr, sonntags um 11 Uhr gibt es „Wo Kaiser und Könige Hof hielten“ mit Gästeführung im historischen Gewand. Beide dauern rund anderthalb Stunden und kosten 9 € pro Person, Tickets gibt es online und in der Tourist-Information (Stand 25.09.2026). Wer lieber allein geht, lädt sich die kostenlose Lauschtour-App: Der Audioguide führt ab der Tourist-Information in rund 45 Minuten über 1,2 Kilometer durch die Altstadt.
Für einen Rundgang durch das Burgviertel reicht eine Stunde. Mit dem Blauen Turm und einem der Museen solltest du einen halben Tag einplanen. Am meisten ist zwischen Ostern und dem zweiten Oktoberwochenende an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen geöffnet, denn nur dann sind alle vier Häuser zugänglich. An den ersten drei Adventswochenenden stehen die Buden des Weihnachtsmarkts in den Gassen; der Blaue Turm hat dann geöffnet.
Lage und Anreise
Bad Wimpfen liegt an der Ostkante des Kraichgaus, die Pfalz steht auf dem Bergsporn über dem Neckar. Aus Sinsheim und dem westlichen Kraichgau fährst du auf der A6 bis zur Ausfahrt Bad Rappenau (35) und von dort gut sieben Kilometer über die L 1107. Ab Sinsheim sind es insgesamt rund 25 Kilometer, ab Eppingen rund 30 und aus Bad Rappenau nur vier bis sechs.
Am besten parkst du auf dem gebührenfreien Seegartenparkplatz (P3) in der Deimlingstraße, von dem es gut 500 Meter zu Fuß bis zum Blauen Turm sind; dort gibt es auch öffentliche Toiletten. Am Bahnhof in der Carl-Ulrich-Straße ist das Parken werktags von 10 bis 18 Uhr gebührenpflichtig, in der Klingengasse parkst du kostenlos mit Parkscheibe. An den Weihnachtsmarkt-Wochenenden ist der Seegartenparkplatz von Freitag bis Sonntag Reisebussen vorbehalten, dann stehen im Tal rund 2.000 kostenlose Parkplätze bereit, samstags und sonntags mit Pendelbus zum Bahnhof, freitags ohne (Stand 28.09.2026).
Aus Sinsheim und Bad Rappenau kommst du mit der Bahn ohne Umstieg an. Am Bahnhof Bad Wimpfen halten die Stadtbahn S 42 zwischen Sinsheim, Bad Rappenau und Heilbronn und der Regionalexpress RE 10b zwischen Mannheim, Heidelberg, Sinsheim und Heilbronn. Ab Sinsheim Hauptbahnhof dauert die Fahrt je nach Zug 17 bis 26 Minuten, ab Bad Rappenau wenige Minuten. Aus Eppingen fährst du mit der S 7 bis Sinsheim Museum/Arena und steigst dort in die S 42 um, zusammen rund eine Stunde (Stand Fahrplan 25.09.2026). Vom Bahnhof, einem neugotischen Sandsteinbau, sind es rund 200 Meter bergauf bis zum Roten Turm und gut 400 Meter bis zum Blauen Turm.
Kombinieren
Unten am Neckar liegt Bad Wimpfen im Tal mit der Ritterstiftskirche St. Peter, deren romanisches Westwerk und hochgotischer Kreuzgang den Abstecher lohnen. Vom Roten Turm ist es gut ein Kilometer zu Fuß bergab, die S 42 fährt vom Bahnhof in zwei Minuten zum Halt Bad Wimpfen Im Tal. Die Kirche ist ab 9.30 Uhr geöffnet, im Sommer bis 18 und im Winter bis 17 Uhr, der Kreuzgang von Ostern bis Mitte Oktober dienstags bis freitags von 15 bis 17 Uhr und sonntags vormittags (Stand 25.09.2026).
Gut verbinden lässt sich die Pfalz mit Bad Rappenau: Das Gradierwerk und das Wasserschloss liegen vier bis sechs Kilometer Fahrstrecke entfernt, mit der S 42 sind es nur wenige Minuten. Wer mit der Bahn aus Sinsheim kommt, verbindet den Ausflug mit dem Technik Museum Sinsheim: S 42 und RE 10b halten auch an der Station Sinsheim Museum/Arena, von dort geht es in 15 bis 24 Minuten nach Bad Wimpfen.
Mehr über die Stadt mit Talstadt, Solebad und Märkten steht auf der Seite zu Bad Wimpfen. An den ersten drei Adventswochenenden findet in den Gassen rund um die Pfalz der Weihnachtsmarkt statt, dann spielen Turmbläser Choräle vom Rathausbalkon. Wie sich die Pfalz von der Burg Steinsberg und den Schlössern der Region unterscheidet, zeigt der Überblick Burgen und Schlösser im Kraichgau.
Stand: 6. Oktober 2026
Häufige Fragen
Kostet der Besuch der Kaiserpfalz Bad Wimpfen Eintritt?
Nein, das Burgviertel mit den Arkaden des Palas, dem Hohenstaufentor und den Außenansichten der Türme ist frei zugänglich. Eintritt kosten nur die Türme und Museen: Erwachsene zahlen 3 € für den Blauen Turm, 2 € für den Roten Turm, 4 € für das Historische Museum im Steinhaus und 3 € für das Kirchenhistorische Museum in der Pfalzkapelle. Kinder von 6 bis 16 Jahren zahlen weniger (Stand 25.09.2026).
Wann hat der Blaue Turm in Bad Wimpfen geöffnet?
Von Ostern bis Mitte Oktober dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr. Von Mitte Oktober bis Ostern öffnet er freitags bis sonntags, an Feiertagen und deren Vortagen, in den baden-württembergischen Schulferien dienstags bis sonntags, jeweils von 10 bis 18 Uhr (Stand 25.09.2026). Rund 160 Stufen führen nach oben, unterwegs liegt die bewohnte Türmerwohnung. Auskunft gibt es unter 07063 8968.
Wie viel Zeit sollte man für die Kaiserpfalz einplanen?
Für einen Rundgang durch das Burgviertel reicht eine Stunde, der kostenlose Audioguide der Lauschtour-App braucht rund 45 Minuten. Wer den Blauen Turm besteigt und das Museum im Steinhaus oder in der Pfalzkapelle besucht, plant einen halben Tag ein. Eine öffentliche Führung dauert rund anderthalb Stunden.
Wo parkt man am besten für die Kaiserpfalz Bad Wimpfen?
Auf dem gebührenfreien Seegartenparkplatz (P3) in der Deimlingstraße. Von dort sind es gut 500 Meter zu Fuß bis zum Blauen Turm, öffentliche Toiletten gibt es am Platz. An den Weihnachtsmarkt-Wochenenden ist er von Freitag bis Sonntag Bussen vorbehalten, dann parkst du im Tal und fährst samstags und sonntags mit dem Pendelbus zum Bahnhof hinauf; freitags fährt er nicht (Stand 28.09.2026).
Wie kommt man ohne Auto aus dem Kraichgau zur Kaiserpfalz?
Mit der Stadtbahn S 42 oder dem RE 10b bis zum Bahnhof Bad Wimpfen. Beide fahren ohne Umstieg ab Sinsheim Hauptbahnhof, Sinsheim Museum/Arena und Bad Rappenau, ab Sinsheim dauert die Fahrt 17 bis 26 Minuten. Aus Eppingen nimmst du die S 7 bis Sinsheim Museum/Arena und steigst in die S 42 um. Vom Bahnhof geht es gut 400 Meter bergauf zum Blauen Turm (Stand Fahrplan 25.09.2026).
Kann man die Kaiserpfalz mit Kinderwagen oder Rollstuhl besuchen?
Nur eingeschränkt. Die Altstadt liegt auf einem Bergsporn, vom Bahnhof geht es bergauf, und die Gassen sind meist mit Kopfsteinpflaster belegt. Arkaden, Hohenstaufentor und Türme lassen sich von außen ansehen, hinauf geht es nur über Treppen, beim Blauen Turm über rund 160 Stufen. Ob du stufenlos in die Museen kommst, erfragst du vorher bei der Tourist-Information. Für Gäste, die nicht gut zu Fuß sind, bietet die Tourist-Information eine Führung im Bürgerbus für bis zu acht Personen an, öffentlich an einzelnen Samstagen für 12 € (Stand 25.09.2026).
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