Stadt · Enzkreis
Knittlingen im Kraichgau
Die Fauststadt liegt dort, wo das Lösshügelland um Bretten an die bewaldeten Keuperhöhen des Strombergs stößt: ein ovaler Altstadtkern mit Kirchplatz, Faust-Museum und dem früheren Pfleghof des Klosters Maulbronn, im Osten die Weindörfer an der oberen Weißach und im Süden ein Dorf, das Waldenser aus dem Piemont gegründet haben.
- Mit Bus und Bahn
- Bus 700 ab Bahnhof Bretten in rund 15 Minuten; RB 71 bis Knittlingen-Kleinvillars, rund vier Kilometer südlich der Kernstadt
- Mit dem Auto
- direkt an der B 35 zwischen Bretten und Illingen; zur A8-Anschlussstelle Pforzheim-Nord rund 18 km
- Faust-Museum
- seit 8. Juni 2026 wegen Brandschutzarbeiten geschlossen, Faust-Archiv am Kirchplatz erreichbar (Stand 25.09.2026)

75438 Knittlingen
Website der GemeindeKnittlingen kurz erklärt
Knittlingen ist eine Stadt im Enzkreis mit 8.138 Einwohnern (Stand 31.12.2025), gut vier Kilometer östlich von Bretten und rund 15 Kilometer Luftlinie nördlich von Pforzheim. 62 Prozent der Stadtfläche gehören zum Naturraum Kraichgau, der Osten um Freudenstein-Hohenklingen zählt zum Stromberg. Bekannt ist die Stadt als wahrscheinlicher Geburtsort des historischen Johann Georg Faust; das Faust-Museum ist seit dem 8. Juni 2026 wegen Bauarbeiten geschlossen, das Faust-Archiv nebenan bleibt erreichbar.
Fakten
- Status
- Stadt, offiziell seit 1840; Zusatzbezeichnung „Fauststadt“ seit 1. Oktober 2022
- Landkreis
- Enzkreis seit 1973, von 1938 bis 1972 Landkreis Vaihingen; Regierungsbezirk Karlsruhe
- Einwohner (31.12.2025)
- 8.138 (amtliche Fortschreibung der Statistischen Ämter)
- Fläche
- 26,33 km², davon 62 Prozent im Naturraum Kraichgau und 38 Prozent im Stromberg
- Postleitzahl
- 75438 für alle Stadtteile; Telefonvorwahl 07043
- Gliederung
- Kernstadt und zwei Stadtteile: Freudenstein-Hohenklingen und Kleinvillars
- Höhenlage
- Ortskern 196 m, Gemarkung von knapp 180 m an der Weißach bis gut 380 m im Osten
- Erste Erwähnung
- 843 als Cnudelingen, nach dem Personennamen Knutil
- Rathaus
- Marktstraße 19, 75438 Knittlingen
Redaktionell geprüft am 6. Oktober 2026.
Kernstadt und zwei Stadtteile
Die heutige Stadt entstand in zwei Schritten: Am 15. Februar 1972 kam Kleinvillars zu Knittlingen, am 9. August 1975 schlossen sich Knittlingen und Freudenstein zur neuen Stadt zusammen. Alle drei Orte waren altwürttembergisch, gehörten ab 1806 zum Oberamt Maulbronn und von 1938 bis 1972 zum Landkreis Vaihingen. Freudenstein-Hohenklingen hat als einziger Stadtteil einen Ortschaftsrat und eine Verwaltungsstelle. Die Einwohnerzahlen je Stadtteil sind gerundet und haben den Stand 31.12.2021.
Knittlingen (Kernstadt)
ovaler Altstadtkern auf einem flachen Rücken über der Weißach, einst von Mauer, Wassergraben und einem See umgeben; mit Kirchplatz, Faust-Museum, Faust-Archiv und dem Pfleghof des Klosters Maulbronn, dazu Wohngebiete an den Hängen, das Gewerbegebiet an der B 35, der Büschlehof und die Störrmühle; rund 6.200 Einwohner
Freudenstein-Hohenklingen
zwei zusammengewachsene Dörfer im oberen Weißachtal, das hier in den Gipskeuper am Rand des Strombergs eingeschnitten ist, gut vier Kilometer östlich der Kernstadt. Freudenstein wurde um 1251 als Frodenstein erwähnt und hat eine evangelische Kirche von 1753, Hohenklingen erscheint 1312 und hat eine spätgotische Filialkirche. Weinberge der Lage Reichshalde, ein ausgeschilderter Panorama-Rundwanderweg seit 2007 und das Steinhauerfest, zuletzt im September 2023; seit 1975 bei Knittlingen, rund 1.600 Einwohner
Kleinvillars
Waldenserdorf rund vier Kilometer südlich an der Salzach, 1699 von reformierten Glaubensflüchtlingen aus dem Piemont gegründet. Die Häuser stehen mit dem Giebel zur geraden Hauptstraße, die Kirche von 1872 ersetzt den ersten Bau von 1737, und bis 1828 wurde dort französisch gepredigt. Das Backhäuschen beim alten Rathaus ist das ganze Jahr mehrmals pro Woche in Betrieb. Knapp südlich des Dorfs, schon auf Ölbronner Gemarkung, liegt der Haltepunkt Knittlingen-Kleinvillars; seit 1972 bei Knittlingen, gut 500 Einwohner
Lage und Anreise
Knittlingen liegt an einer Landschaftsgrenze, die man im Gelände sieht. Im Westen, um die Kernstadt, wellt sich das Brettener Hügelland, ein Teil des Kraichgaus mit Muschelkalk und Lettenkeuper unter einer Lössdecke, mit Äckern und Obstwiesen. Nach Osten steigt das Land an: Der Schilfsandstein bildet dort eine bewaldete, von Bächen zerschnittene Stufe, und bei Freudenstein erreicht die Gemarkung gut 380 Meter. 62 Prozent der Stadtfläche liegen im Kraichgau und 38 Prozent im Stromberg. Die Weißach entspringt im Osten, fließt durch Freudenstein und die Kernstadt nach Westen und mündet in Bretten in den Saalbach; dazwischen schützt das Naturschutzgebiet Weissacher Tal die Aue genau über der Grenze der beiden Naturräume.
Politisch war Knittlingen lange ein Grenzort. Das Kloster Maulbronn erwarb ab 1148 Rechte im Ort, richtete hier einen seiner Pfleghöfe ein und wurde im 13. Jahrhundert Ortsherr. Nach der Eroberung durch Württemberg im Jahr 1504 stand Knittlingen der Kurpfalz gegenüber, zu der das nahe Bretten gehörte. 1632 und 1692 brannte der Ort vollständig nieder; die Häuser entstanden auf den alten Kellern und Grundrissen neu, deshalb stammen die meisten Fachwerkbauten des Kerns aus dem 18. Jahrhundert. Die Grenze wirkt bis heute nach: Zwischen Knittlingen und Bretten verläuft die Kreisgrenze zwischen Enzkreis und Landkreis Karlsruhe, Knittlingen fährt noch im Tarif des Verkehrsverbunds Pforzheim-Enzkreis, den der Tarif des Karlsruher Verkehrsverbunds voraussichtlich erst im Dezember 2026 ablöst (Stand 06.10.2026), und seine Weinberge der Lage Reichshalde zählen zur württembergischen Großlage Stromberg, nicht zum badischen Weinbaugebiet.
Um 1480 soll in Knittlingen Johann Georg Faust zur Welt gekommen sein, der als Wunderheiler, Astrologe und Alchemist durch Süddeutschland zog und zur Vorlage der Faust-Sage und später von Goethes Drama wurde. Gesichert ist der Geburtsort nicht. Für Knittlingen sprechen eine Aussage des aus Bretten stammenden Melanchthon, die sein Schüler Johannes Manlius überlieferte, und ein Kaufbrief von 1542, der das Haus neben der Lateinschule als das Haus bezeichnet, „allwo Fausten born“; das Original verbrannte im Zweiten Weltkrieg, erhalten ist eine beglaubigte Abschrift von 1934. Einzelne Quellen weisen dagegen auf Helmstadt bei Heidelberg. Seit dem 1. Oktober 2022 führt die Stadt den Namenszusatz Fauststadt, genehmigt vom Innenministerium Baden-Württemberg.
Durch den Ort führte die Handelsstraße von Frankfurt über Speyer nach Cannstatt, und schon in den 1490er-Jahren hielt hier die Post der Taxis auf ihrer Route zwischen den Niederlanden und Innsbruck. Wo später die Posthalterei am Oberen Tor stand, die im April 1945 abbrannte, wurde 1954 das heutige Rathaus eingeweiht; davor stehen eine Faust-Figur der Stuttgarter Bildhauerin Hanne Schorp-Pflumm und der Faust-Brunnen. Eine Bahn durch die Stadt blieb Plan: Die Strecke von Bretten nach Kürnbach wurde ab 1919 gebaut und 1923 in der Inflation aufgegeben, das fertige Empfangsgebäude in der Bahnhofstraße 38 ging nie in Betrieb. Das Kloster Maulbronn, zu dem Knittlingen jahrhundertelang gehörte, liegt gut sechs Kilometer südöstlich; Friedrich Hölderlin, damals Schüler im Maulbronner Seminar, beschrieb 1788 in einem Brief, wie wohl ihm war, als er den Berg hinunterritt und Knittlingen unter sich liegen sah.
- Auto: Knittlingen liegt direkt an der B 35 zwischen Bretten und Illingen, mit eigenen Ausfahrten. Zur A8-Anschlussstelle Pforzheim-Nord geht es über Ruit und die B 294, rund 18 Kilometer; zur A5-Anschlussstelle Bruchsal sind es über die B 35 durch Bretten rund 30 Kilometer. Bis Pforzheim sind es rund 20, bis Karlsruhe gut 30 und bis Stuttgart knapp 50 Straßenkilometer.
- Bus 700 nach Bretten: Der Bus fährt vom Bahnhof Bretten in rund 15 Minuten zur Haltestelle Knittlingen ZOB / Schule, werktags mindestens stündlich, morgens und am Nachmittag meist zweimal pro Stunde, samstags und sonntags jede Stunde. In Bretten besteht Anschluss an die Stadtbahn S 4, aus Karlsruhe dauert die Fahrt insgesamt rund eine Stunde.
- Bus 700 nach Maulbronn und Mühlacker: In der Gegenrichtung fährt die Linie jeden Tag stündlich über Maulbronn in gut 30 Minuten zum ZOB in Mühlacker, gleich neben dem Bahnhof. Mit dem Regionalexpress aus Stuttgart und dem Bus ab Mühlacker ist Knittlingen in rund einer Stunde erreichbar.
- RB 71 und Bus 734: Der nächste Bahnhalt ist Knittlingen-Kleinvillars an der Strecke von Bruchsal über Bretten nach Mühlacker, jeden Tag stündlich in beide Richtungen, bis Bretten 8, bis Mühlacker 11 und bis Bruchsal rund 35 Minuten. Zwischen dem Halt und dem ZOB fährt der Bus 734 in 6 bis 9 Minuten; er verbindet Knittlingen außerdem in rund 40 Minuten mit dem ZOB in Pforzheim, werktags stündlich, samstags und sonntags alle zwei Stunden. In manchen Fahrplanauskünften heißen die Züge RE 71, auf älteren Plänen RB 17c oder MEX 17c.
- Weitere Busse: Werktags fährt der Bus 706 über Freudenstein und Hohenklingen nach Maulbronn, abends und am Wochenende kommen einzelne Fahrten der Linie 700 über Freudenstein, etwa alle zwei Stunden je Richtung. Montags bis freitags verbindet der Bus 143 Knittlingen über Großvillars und Oberderdingen mit dem Haltepunkt Oberderdingen-Flehingen an der Kraichgaubahn. Bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2026 gelten in Knittlingen noch die Fahrkarten des Verkehrsverbunds Pforzheim-Enzkreis (VPE); Pforzheim und der Enzkreis sind dem KVV beigetreten, danach soll dessen Tarif gelten. Die Abfahrten zeigt die Fahrplanauskunft von bwegt.
- Welcher Halt: Für Altstadt, Faust-Museum und Faust-Archiv steigst du am ZOB / Schule in der Parkstraße aus, von dort sind es rund 300 Meter zum Kirchplatz und gut 200 Meter zum Rathaus.
- Rad: Eine Alltagsroute des Radnetzes Baden-Württemberg verbindet Knittlingen mit Bretten und in der anderen Richtung an Maulbronn vorbei über Ötisheim mit Mühlacker. Am Stadtteil Kleinvillars führt der Stromberg-Murrtal-Radweg vorbei, der von Karlsruhe über Maulbronn nach Osten verläuft.
Freizeit
Faust-Museum im Alten Rathaus
Das dreigeschossige Fachwerkhaus mit Dachreiter am Kirchplatz 2 wurde nach den Bränden des 17. Jahrhunderts Anfang des 18. Jahrhunderts neu gebaut und war lange das Rathaus der Stadt. Seit 1980 zeigt es, nach einer Neugestaltung 2022 chronologisch geordnet, die Spuren des historischen Faust und den Stoff von Volksbüchern und Puppenspielen über Goethe bis zu Thomas Mann und Rockmusik, dazu einen sternförmigen Schrank mit Symbolen der Elemente, der im 19. Jahrhundert im Geburtshaus gefunden wurde. Seit dem 8. Juni 2026 ist das Museum wegen Brandschutzarbeiten und einer neuen Beleuchtung geschlossen; ein Termin für die Wiedereröffnung steht noch nicht fest (Stand 25.09.2026).
Faust-Archiv in der Alten Lateinschule
Nebenan, am Kirchplatz 9, steht die frühere Lateinschule, ein spätbarocker Fachwerkbau, in dem Ende des 18. Jahrhunderts auch der spätere Dichter Justinus Kerner Unterricht hatte. Seit 2002 beherbergt sie das Faust-Archiv mit Bibliothek und Sammlungen. Im barocken Schulsaal im Erdgeschoss finden Vorträge, Lesungen und Konzerte statt, auch während das Museum geschlossen ist. Das Archiv ist dienstags bis donnerstags von 9.30 bis 12 und 13.30 bis 17 Uhr sowie freitags von 9 bis 12 Uhr besetzt, Bibliothek und Sammlungen stehen nach Anmeldung offen.
Faust-Geburtshaus
Auf das Haus am Kirchplatz 10 bezieht sich der Kaufbrief von 1542. Das heutige zweigeschossige Wohnstallhaus stammt aus dem 18. Jahrhundert; eine Steintafel und eine schwarze Marmortafel über der zugemauerten Ladentür erinnern an Faust. Die Stadt hat das Haus gekauft und will es nach einer Sanierung mit Gastronomie und Gästezimmern öffnen. Bis dahin ist es nur von außen zu sehen, wenige Schritte vom Museum und vom Archiv.
St. Leonhardskirche
Die evangelische Stadtkirche am Kirchplatz war ursprünglich eine Marienkapelle. Ihr Turm mit welscher Haube ist im Kern mittelalterlich und diente wohl zuerst als Wehrturm. Der gotische Chor trägt die Jahreszahl 1469; an seinen Strebepfeilern zeigen Abtsstab und Zisterzienserraute, dass die Kirche zum Kloster Maulbronn gehörte. 1703 wurde das Schiff zur Querkirche mit Emporen umgebaut, die Bleiglasfenster neben der Kanzel entstanden 1926 nach Entwürfen von Rudolf Yelin dem Älteren.
Pfleghof mit Steinhaus und Großer Kelter
Östlich des Kirchplatzes lag der befestigte Wirtschaftshof des Klosters Maulbronn. Das Steinhaus aus großen Sandsteinquadern, teils mit Buckeln, entstand im 13. Jahrhundert als Fruchtkasten und diente später als Kaserne, Lager und Tabakboden; die Stadt kaufte es 1843. Daneben steht die Große Kelter an der Marktstraße 7, eine dreischiffige Halle aus der Zeit um 1712 mit württembergischem Wappenstein von 1772, in der bis 1995 gekeltert wurde. Kelter und Steinhaus dienen heute als Veranstaltungsorte.
Rundgang durch den historischen Ortskern
14 Hinweistafeln erklären Gebäude und Straßen des Kerns, den Flyer zum Rundgang gibt es im Bürgerbüro und im Faust-Archiv. Straßennamen wie Grabenstraße und Brechgraben erinnern an den Wassergraben, der die Stadt einst umgab, die Seestraße an den Pfleggartensee, im Volksmund Rotes Meer genannt, der zwischen 1843 und 1957 aufgefüllt wurde.
Weissacher Tal und Weinberge
Zwischen Kernstadt und Freudenstein schützt das Naturschutzgebiet Weissacher Tal seit 1985 rund 48 Hektar Aue mit Feuchtwiesen, Seggen, Röhricht und Gehölzen am Bach, ein Brut- und Rastgebiet für Vögel. Es gehört zu beiden Naturräumen und zum FFH-Gebiet Stromberg. Rund um Freudenstein und Hohenklingen führt der ausgeschilderte Panorama-Rundwanderweg über die Höhen, durch die Weinberge und den Wald.
Veranstaltungen
Weihnachtsmärkte
- Freudensteiner Weihnachtsmarkt in Freudensteinüblich an einem Samstag Ende November
- Weihnachtsmarkt der Fauststadt Knittlingenüblich Freitag bis Sonntag am dritten Adventswochenende
Alltag
Rathaus und Bürgerbüro sitzen in der Marktstraße 19. Das Bürgerbüro arbeitet mit Terminvereinbarung: montags und dienstags von 8 bis 13 und 14 bis 16.30 Uhr, donnerstags von 8 bis 13 und 14 bis 18 Uhr, freitags von 8 bis 12 Uhr und am ersten Samstag im Monat von 10 bis 12 Uhr; mittwochs ist geschlossen. Der Eingang liegt ebenerdig an der Einfahrt zum Rathausparkplatz. In Freudenstein ist die Verwaltungsstelle in der Maulbronner Straße 1 dienstags von 10 bis 12 und mittwochs von 14 bis 16 Uhr besetzt.
Die Dr.-Johannes-Faust-Schule in der Parkstraße, deren Altbau von 1908 unter Denkmalschutz steht, ist Grund- und Realschule und Schulzentrum für den nordwestlichen Enzkreis; eine weitere Grundschule steht in Freudenstein. Ein Gymnasium hat Knittlingen nicht, die nächsten sind das Salzach-Gymnasium in Maulbronn und zwei Gymnasien in Bretten. Im Sommer öffnet das Freibad, das Paul-Kieselmann-Bad, das nach seiner Sanierung ein Mehrzweckbecken, eine Rutsche und einen Spraypark hat; die Saison 2026 begann am 4. Mai.
Alle zwei Jahre feiert die Stadt in der historischen Marktstraße das Fauststadtfest, zuletzt vom 31. Mai bis 2. Juni 2025; das nächste ist für Anfang Juni 2027 angekündigt. In Freudenstein erinnert das Steinhauerfest an die Steinhauer, die den Ort geprägt haben. Das Faust-Archiv setzt seine Vorträge und Lesungen während der Museumsschließung fort.
- Faust-Museum, Kirchplatz 2: seit 8. Juni 2026 geschlossen, Wiedereröffnung offen (Stand 25.09.2026)
- Faust-Archiv, Kirchplatz 9: dienstags bis donnerstags 9.30 bis 12 und 13.30 bis 17 Uhr, freitags 9 bis 12 Uhr
- Bürgerbüro, Marktstraße 19: mit Termin, mittwochs geschlossen, am ersten Samstag im Monat 10 bis 12 Uhr
- Bushalt für Altstadt und Museum: ZOB / Schule, rund 300 m zum Kirchplatz
- Nächster Bahnhalt: Knittlingen-Kleinvillars (RB 71), weiter mit dem Bus 734
- Fauststadtfest alle zwei Jahre, das nächste Anfang Juni 2027
- Freibad Paul-Kieselmann-Bad: Saison etwa von Anfang Mai bis Anfang Oktober
Häufige Fragen
Wurde Doktor Faust wirklich in Knittlingen geboren?
Wahrscheinlich, sicher ist es nicht. Johannes Manlius, ein Schüler Melanchthons, gab dessen Aussage wieder, Faust stamme aus „Kundling“, was als Knittlingen gelesen wird. Dazu kommt ein Kaufbrief von 1542, der das Haus am heutigen Kirchplatz 10 als Geburtshaus nennt; das Original verbrannte im Zweiten Weltkrieg, erhalten ist eine beglaubigte Abschrift von 1934. Andere Zeugnisse nennen ihn „von Heidelberg“ oder bringen ihn mit Helmstadt in Verbindung. Belegt ist der Familienname Faust in Knittlingen durch Maulbronner Musterungslisten von 1546 bis 1566.
Ist das Faust-Museum in Knittlingen geöffnet?
Nein, seit dem 8. Juni 2026 ist das Museum wegen Brandschutzarbeiten und der Erneuerung der Beleuchtung geschlossen, einen Termin für die Wiedereröffnung gibt es noch nicht (Stand 25.09.2026). Das Faust-Archiv nebenan am Kirchplatz 9 bleibt erreichbar, und die Veranstaltungen gehen dort weiter. Bis zum 8. November 2026 zeigt außerdem das Melanchthonhaus in Bretten gemeinsam mit dem Faust-Museum die Ausstellung „Wir müssen reden“ über Melanchthon und Faust. Den aktuellen Stand nennt faustmuseum.de.
Gehört Knittlingen zum Kraichgau oder zum Stromberg?
Zu beiden. 62 Prozent der Stadtfläche liegen im Kraichgau, vor allem das Hügelland um die Kernstadt, und 38 Prozent im Stromberg, vor allem die bewaldeten Höhen um Freudenstein-Hohenklingen im Osten. Die Stadt ist Mitglied im Tourismusverband Kraichgau-Stromberg, liegt im Naturpark Stromberg-Heuchelberg, und Freudenstein-Hohenklingen gehört zum LEADER-Gebiet Kraichgau. Wie Naturraum, Naturpark und Reiseregion zusammenhängen, erklärt die Antwort Gehört der Stromberg zum Kraichgau?
Hat Knittlingen einen Bahnhof?
Nicht in der Kernstadt. Der nächste Halt ist Knittlingen-Kleinvillars am Südrand von Kleinvillars, rund vier Kilometer südlich und schon auf der Gemarkung der Nachbargemeinde Ölbronn-Dürrn, seit 2004 an der Strecke von Bruchsal über Bretten nach Mühlacker; dort hält jede Stunde die RB 71. In die Stadt fährt von dort der Bus 734. Ein Bahnhof in der Stadt wurde zwar gebaut: Das Empfangsgebäude in der Bahnhofstraße 38 gehörte zur Strecke von Bretten nach Kürnbach, deren Bau 1923 abgebrochen wurde, und ging nie in Betrieb. Für die meisten Fahrten ist der Bus 700 zum Bahnhof Bretten die schnellste Verbindung.
Welche Stadtteile gehören zu Knittlingen?
Neben der Kernstadt zwei: Freudenstein-Hohenklingen im Osten und Kleinvillars im Süden. Freudenstein und Hohenklingen sind zwei zusammengewachsene Weindörfer und bilden einen gemeinsamen Stadtteil mit Ortschaftsrat, Kleinvillars ist ein Waldenserdorf von 1699, an dessen Südrand der Bahnhalt Knittlingen-Kleinvillars liegt. Zur Kernstadt gehören außerdem der Büschlehof und die Störrmühle. Alle Stadtteile haben die Postleitzahl 75438.
Weiterführende Themen
- BrettenDie Melanchthonstadt gut vier Kilometer westlich, mit dem Bus 700 in rund 15 Minuten erreichbar.
- OberderdingenDie Nachbarstadt im Nordosten, seit November 2023 Stadt, mit dem Derdinger Horn am Rand des Strombergs; montags bis freitags mit dem Bus 143 in rund zehn Minuten erreichbar (Stand Fahrplan 06.10.2026).
- Melanchthonhaus BrettenDas Gedächtnishaus des Reformators, auf den die Überlieferung zu Fausts Herkunft aus Knittlingen zurückgeht.
- Gehört der Stromberg zum Kraichgau?Warum Kraichgau und Stromberg zwei Landschaften sind und wie wir Randorte wie Knittlingen zuordnen.
- Welche Orte gehören zum Kraichgau?Die 61 Städte und Gemeinden unseres Gebiets mit Regel und Naturraumanteilen.