Stadt · Landkreis Karlsruhe

Kraichtal im Kraichgau

Eine Stadt aus neun Orten ohne Kernstadt: Vier reihen sich im Tal des Kraichbachs, von Unteröwisheim bis zur Schlossstadt Gochsheim auf ihrem Sporn, fünf liegen in Seitentälern und auf den Lösshöhen, und bis 1806 teilten sich Baden, Württemberg, das Hochstift Speyer und der Ritteradel die Dörfer.

Mit der Bahn
S 32 ab Bruchsal zweimal pro Stunde: 12 Minuten bis Unteröwisheim, 21 bis Gochsheim, 26 bis Menzingen; ab Karlsruhe Hbf ohne Umstieg
Mit dem Auto
keine Autobahn und keine Bundesstraße im Stadtgebiet; A5-Anschlussstelle Bruchsal rund 14 km vom Rathaus in Münzesheim
Ausflüge
Schloss und Museen in Gochsheim sonntags von Februar bis November, Hohlwege und Sternwarte bei Oberöwisheim
Blick über Baumkronen auf die Altstadt von Gochsheim mit dem weißen Graf-Eberstein-Schloss, dem Turm der Martinskirche mit dunkler Haube und Fachwerkhäusern unter roten Dächern

76703 Kraichtal

Website der Gemeinde

Bild: A.Grünberger, CC BY 3.0, Ausschnitt

Kraichtal kurz erklärt

Kraichtal ist eine Stadt mit 14.546 Einwohnern (Stand 31.12.2025) im Nordosten des Landkreises Karlsruhe, rund 13 Straßenkilometer östlich von Bruchsal, und liegt vollständig im Naturraum Kraichgau. Sie entstand 1971 aus zwei Kleinstädten und sieben Dörfern und hat keine Kernstadt: Das Rathaus steht in Münzesheim, die Altstadt mit dem Graf-Eberstein-Schloss in Gochsheim. Die Stadtbahn S 32 hält an acht Stationen zwischen Unteröwisheim und dem Endpunkt Menzingen.

Fakten

Status
Stadt seit der Gründung am 1. September 1971; die Bezeichnung ging von Gochsheim und Unteröwisheim auf die neue Gemeinde über
Landkreis
Landkreis Karlsruhe seit 1973, davor Landkreis Bruchsal; Landshausen gehörte bis 1971 zum Landkreis Sinsheim
Einwohner (31.12.2025)
14.546 (amtliche Fortschreibung der Statistischen Ämter)
Fläche
80,59 km², vollständig im Naturraum Kraichgau
Postleitzahl
76703 für alle Stadtteile; Vorwahl 07250, in Unteröwisheim 07251, in Gochsheim 07258, in Neuenbürg 07259
Gliederung
neun Stadtteile ohne Kernstadt, Verwaltungssitz in Münzesheim
Höhenlage
rund 118 m am Kraichbach an der Grenze zu Ubstadt-Weiher bis etwa 269 m südlich von Landshausen
Erste Erwähnung
Menzingen 770 und Oberöwisheim 771 im Lorscher Codex
Rathaus
Rathausstraße 30, 76703 Kraichtal-Münzesheim

Redaktionell geprüft am 6. Oktober 2026.

Neun Stadtteile und keine Kernstadt

Am 14. Juli 1971 unterschrieben die neun Bürgermeister in der Turnhalle von Münzesheim den Vertrag, am 1. September 1971 entstand aus den Städten Gochsheim und Unteröwisheim und sieben Gemeinden die Stadt Kraichtal mit damals rund 12.600 Einwohnern. Münzesheim wurde Verwaltungssitz; bis zum Bezug des neuen Rathauses 1977 arbeiteten die Ämter in den alten Rathäusern der Dörfer. Jeder Stadtteil hat bis heute eine eigene Feuerwehrabteilung. Die Einwohnerzahlen je Stadtteil haben den Stand 30.09.2023, zusammen zählte die Stadt damals 14.891 Einwohner; die Flächen haben den Stand 31.12.2018.

  • Bahnbrücken

    kleines Dorf zwischen Gochsheim und Menzingen, 1219 bei einer Erbteilung der Grafen von Eberstein erstmals genannt, danach Besitz des Klosters Herrenalb und ab 1534 württembergisch. In der evangelischen Sebastianskirche aus dem 15. Jahrhundert sind Wandmalereien mit Heiligen erhalten, die 1911 wiederentdeckt wurden. Der Stadtbahnhalt liegt gut einen Kilometer westlich im Tal, werktags fährt der Bus 137 hinauf ins Dorf; 648 Einwohner, 357 Hektar

  • Gochsheim

    Altstadt auf einem Sporn, um den der Kraichbach in einer Schleife fließt. Die Grafen von Eberstein gründeten hier bei ihrer Burg im 13. Jahrhundert eine Stadt, 1278 ist sie als oppidum bezeugt; nach den Bränden von 1689 und 1739 wurde sie jeweils neu aufgebaut, 1699 siedelten sich vor den Toren Hugenotten und Waldenser an. Auf dem Sporn stehen das Graf-Eberstein-Schloss mit dem Museum der Stadt, die Martinskirche und Reste der Stadtmauer, dazu kommen die beiden Backmuseen; unten im Tal liegen Stadtbahnhalt und Gewerbe; 1.663 Einwohner, 1.268 Hektar

  • Landshausen

    östlichster Stadtteil am Eschbach, im 9. Jahrhundert im Lorscher Codex genannt. Die Herren von Mentzingen gaben das Dorf 1426 und 1427 an das Kloster Odenheim ab, damit kam es unter speyerische Herrschaft und blieb katholisch; die Pfarrkirche St. Martin wurde 1751 geweiht. Bis 1971 gehörte Landshausen zum Landkreis Sinsheim. Südlich des Dorfs liegt mit etwa 269 Metern der höchste Punkt der Stadt; Bus 138 zum Bahnhof Menzingen; 947 Einwohner, 726 Hektar

  • Menzingen

    Endpunkt der Stadtbahn im Tal des Menzinger Dorfbachs, 770 im Lorscher Codex erwähnt und damit der am frühesten genannte Stadtteil. Bis 1806 war der Ort reichsritterschaftlich und gehörte den Herren von Mentzingen, von deren Sitzen die Ruine des Wasserschlosses und die Schwanenburg erhalten sind. Im Geläut der evangelischen Kirche von 1848 hängt eine Glocke, die 1412 gegossen wurde. Flächengrößter Stadtteil mit 1.568 Hektar; 2.092 Einwohner

  • Münzesheim

    Verwaltungssitz am flachen linken Hang des Kraichbachtals, 822 erwähnt und seit 1761 unmittelbar badisch. Das Rathaus von 1977 steht dort, wo früher die Nebengebäude eines Wasserschlosses lagen. Fachwerkhäuser des 17. und 18. Jahrhunderts wie die Alte Schmiede von 1684, das Torwächterhaus als ältestes Haus des Orts, die Markgrafen-Gemeinschaftsschule und im Osten der Asiatische Garten; Stadtbahnhalte Münzesheim und Münzesheim Ost; 2.845 Einwohner, 1.180 Hektar

  • Neuenbürg

    kleinster Stadtteil nordöstlich von Oberöwisheim, entstanden um die neue Burg der Grafen von Eberstein, die 1255 als novum castrum genannt wird. Nach dem Aussterben der Ortsherren kam das Dorf an das Hochstift Speyer, das ab 1705 die Rückkehr zum katholischen Glauben betrieb; der Turm der Kirche St. Lukas ist der frühere Burgturm. Auf dem Friedhof liegen Häftlinge des KZ Vaihingen, die hier nach der Befreiung 1945 starben; Bus 135 zum Bahnhof Oberöwisheim; 485 Einwohner, 257 Hektar

  • Oberacker

    Dorf in der Quellmulde eines Seitentals südlich von Münzesheim, um 1050 als Oberachere genannt und von Münzesheim aus auf dem oberen Acker gegründet. Ab 1534 württembergisch; in der evangelischen Andreaskirche sind Wandmalereien des 15. Jahrhunderts erhalten. Am Südrand liegt das Naturschutzgebiet Ritterbruch, am Rastplatz „Aussichtreich“ stehen Hügelsofas und eine Panoramatafel; Bus 136 nach Münzesheim; 689 Einwohner, 423 Hektar

  • Oberöwisheim

    am Kleinen Kraichbach, 771 erwähnt, Weinbau in Öwisheim ist schon um 780 belegt. Bis 1806 teilten sich das Domkapitel Speyer und reichsritterschaftliche Herren den Ort, um Kirche und Konfession wurde lange gestritten; das speyerische Amtshaus von 1751 mit Freitreppe steht noch. Nördlich im Löss liegen die Galgenhohle und weitere Hohlwege, darüber die Sternwarte in den Reben, im Nordosten der Pfannwaldsee; 2.039 Einwohner, 942 Hektar

  • Unteröwisheim

    einwohnerstärkster Stadtteil am unteren Kraichbach, an der Grenze zu Ubstadt-Weiher. Das Kloster Maulbronn erwarb den Ort ab 1346, nach der Reformation war er württembergisch und wurde Stadt; der frühere Maulbronner Pfleghof, das Schloss, gehört seit 1991 dem CVJM Baden, die evangelische Kreuzkirche wurde 1825 und 1826 neu gebaut. Zwei Stadtbahnhalte, Wanderbahnhof und Start der Jubiläumsroute K9; 3.483 Einwohner, 1.337 Hektar

Lage und Anreise

Kraichtal liegt im Kraich-Saalbach-Hügelland im Westen des Kraichgaus, zwischen Bruchsal, Bretten und Eppingen, und vollständig im Naturraum Kraichgau. Die Achse der Stadt ist das Tal des Kraichbachs. Er kommt aus Flehingen, fließt in einer Schleife um die Altstadt von Gochsheim und dann nach Nordwesten an Münzesheim, Oberöwisheim und Unteröwisheim vorbei; an der Grenze zu Ubstadt-Weiher liegt mit rund 118 Metern der tiefste Punkt der Stadt. Die Talsohle ist 150 bis 250 Meter breit, der Bach windet sich teils in Mäandern durch Wiesen. Zwischen Gochsheim, Münzesheim und Menzingen schützt das über 100 Hektar große Naturschutzgebiet Kraichbach- und Weierbachaue Auwald, Feuchtwiesen, alte Weinberge und Hohlwege.

Nur vier der neun Stadtteile liegen am Kraichbach selbst. Menzingen und Landshausen liegen an zwei Bächen, die sich südlich von Menzingen zum Börsbach vereinen und unterhalb von Gochsheim in den Kraichbach münden. Diesem Seitental folgt die Stadtbahn auf ihrem letzten Stück von Gochsheim über Bahnbrücken nach Menzingen. Oberacker liegt in der Quellmulde eines Seitentals. Der Ortskern von Oberöwisheim liegt rund einen Kilometer abseits des Kraichbachs am Kleinen Kraichbach. Über den Tälern liegt Löss, in den sich Feldwege tief eingeschnitten haben, an den steilen Talhängen tritt der Keuper zutage, bei Gochsheim auch Muschelkalk. Südlich von Landshausen erreicht das Stadtgebiet mit etwa 269 Metern seine höchste Stelle.

Bis zum Ende des Alten Reichs hatten die neun Orte vier verschiedene Herren. Landshausen, Neuenbürg und zwei Drittel von Oberöwisheim gehörten zum Hochstift Speyer, Menzingen und ein Drittel von Oberöwisheim reichsritterschaftlichen Familien, Bahnbrücken, Oberacker und die Städtchen Gochsheim und Unteröwisheim zu Württemberg, Münzesheim seit 1761 zu Baden. 1803 und 1806 kam alles an Baden. Deshalb gibt es in Landshausen, Neuenbürg und Oberöwisheim seit Langem katholische Pfarreien, während die meisten anderen Orte im 16. Jahrhundert evangelisch wurden. Im Stadtwappen erinnert eine Rose an die Grafen von Eberstein, die im Mittelalter in sieben der neun Orte Rechte hatten; sie hat neun statt fünf Blätter, eines je Stadtteil.

Am 7. Mai 1525 sammelten sich in Gochsheim die Bauern des Kraichgaus unter Anton Eisenhut und zogen von dort gegen Burgen und Klöster. Auch Menzinger, Oberöwisheimer und Oberackerer Bauern waren beteiligt, das Wasserschloss in Menzingen wurde verwüstet. Rund 370 Jahre später kam die Bahn: Die Kraichtalbahn von Ubstadt wurde am 5. März 1896 zusammen mit der Strecke ins Katzbachtal eröffnet, geplant war sie zunächst nur bis Gochsheim. 1994 übernahm die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft die von der Stilllegung bedrohte Strecke, elektrifizierte sie und band sie im September 1996, zum 25-jährigen Bestehen der Stadt, in die Karlsruher Stadtbahn ein. Seit Ende 2003 heißt die Linie S 32. Von den alten Empfangsgebäuden steht nur noch das in Oberöwisheim, heute ein Wohnhaus.

  • Auto: Durch Kraichtal führen weder Autobahn noch Bundesstraße, die Hauptachse ist die L 554 durch das Kraichbachtal. Von der A5, Anschlussstelle Bruchsal, sind es über die B 35a, die B 3 bei Ubstadt und die L 554 rund 14 Kilometer zum Rathaus in Münzesheim, von der Anschlussstelle Kronau im Norden rund 17 Kilometer. Vom Rathaus nach Bruchsal sind es rund 13, nach Bretten über die K 3503 und die B 293 rund 12 und nach Eppingen rund 17 Straßenkilometer, nach Karlsruhe und Heidelberg jeweils knapp 40. Zwischen den Bahnhöfen Unteröwisheim und Menzingen liegen gut zehn Straßenkilometer.
  • S 32 ab Bruchsal: Am Bahnhof Bruchsal fahren die Züge nach Menzingen jeden Tag zur Minute 12 und 52, werktags zwischen Mittag und Abend teils zusätzlich zur Minute 32; nach 23.35 Uhr fahren noch Züge um 0.12 und 1.12 Uhr, in den Nächten auf Samstag und Sonntag bis 2.52 Uhr. Unteröwisheim ist nach 12, Oberöwisheim nach 14, Münzesheim nach 17, Gochsheim nach 21 und Menzingen nach 26 Minuten erreicht. Ab Karlsruhe Hbf fahren zwei Züge pro Stunde ohne Umstieg in 50 bis 55 Minuten nach Menzingen (Fahrplan Oktober 2026, Stand 25.09.2026).
  • S 32 nach Bruchsal und Karlsruhe: Ab Menzingen fahren die Züge jeden Tag zur Minute 20 und 40, samstags und sonntags durchgehend ab etwa 7 Uhr, werktags ab halb fünf und morgens dichter; werktags kommen einzelne Züge zur vollen Stunde bis Bruchsal dazu. Ab etwa 21 Uhr enden die Fahrten zur Minute 20 in Bruchsal. Bis Bruchsal braucht die Bahn knapp 30, bis Karlsruhe Hbf gut 50 Minuten.
  • Welcher Halt: Für Altstadt, Schloss und Museen steigst du in Gochsheim aus, der Weg hinauf ist knapp einen Kilometer lang. Vom Endbahnhof Menzingen ist es rund ein Kilometer zur Wasserschlossruine, vom Halt Münzesheim Ost gut 500 Meter zum Asiatischen Garten; zum Rathaus sind es vom Halt Münzesheim rund 200 Meter. Zur Galgenhohle sind es vom Halt Oberöwisheim gut drei, zur Sternwarte knapp vier Kilometer zu Fuß. Der Halt Bahnbrücken liegt gut einen Kilometer westlich des Dorfs.
  • Busse montags bis freitags: Die Dörfer ohne Stadtbahnhalt im Ort haben eigene Zubringer mit Anschluss an die S 32, die Linie 135 von Neuenbürg nach Oberöwisheim, die 136 von Oberacker nach Münzesheim, die 137 vom Halt Bahnbrücken ins Dorf und die 138 von Landshausen nach Menzingen. Sie fahren mindestens stündlich, nachmittags oft zwei- bis dreimal pro Stunde. Von Landshausen fahren werktags außerdem einzelne Busse der Linie 675 nach Elsenz und Eppingen.
  • Busse am Wochenende: Samstags, sonntags und an Feiertagen fährt statt der Zubringer der Bus 139 alle zwei Stunden durch acht Stadtteile, von Landshausen über Menzingen, Gochsheim und Münzesheim bis Neuenbürg und zurück, samstags ab etwa 9 Uhr, sonntags ab etwa 11 Uhr und jeweils bis in den späten Abend. Für die ganze Strecke braucht er gut 40 Minuten. Unteröwisheim fährt er nicht an, dort hält die Stadtbahn.
  • Freizeitexpress: An Sonn- und Feiertagen fährt das ganze Jahr der Freizeitexpress Kraichgau ohne Umstieg aus dem Albtal nach Menzingen, ab Bad Herrenalb um 10.03 Uhr über Karlsruhe, an Menzingen um 11.38 Uhr, zurück ab Menzingen um 15.20 Uhr. Fahrräder nimmt er nur begrenzt mit.
  • Zu Fuß und mit dem Rad: Unteröwisheim, Münzesheim, Gochsheim, Bahnbrücken und Menzingen sind als Wanderbahnhöfe mit Wegweisern ab dem Bahnsteig ausgestattet. Ein ausgeschilderter Stadtbahnwanderweg führt in rund fünf Kilometern, teils durch Wald, von Menzingen nach Odenheim an der S 31. Durch die Stadt verlaufen der Europäische Fernwanderweg E1 und der Main-Stromberg-Weg. Der Badische Weinradweg quert Kraichtal zweimal: von Bruchsal kommend durch das Kraichbachtal über Unteröwisheim und Münzesheim nach Gochsheim und weiter nach Flehingen, auf der folgenden Etappe von Zaisenhausen über Bahnbrücken und Landshausen nach Tiefenbach.

Freizeit

  • Graf-Eberstein-Schloss und Museum der Stadt in Gochsheim

    Das Vordere Schloss in der Hauptstraße 89 auf dem Altstadtsporn entstand zwischen 1520 und 1580 an der Stelle der Burg, das größere Hintere Schloss wurde 1829 abgebrochen. Nach Bränden und einem Umbau 1905 sind aus der Renaissance vor allem der Wendeltreppenturm, das Portal mit dem Erbauerpaar in runden Medaillons und die Stuckdecke im Turmzimmer von 1580 erhalten. Das Museum zeigt im ersten Stock die Geschichte der neun Stadtteile, der Kraichgauer Ritterschaft und archäologische Funde, im zweiten Stock Werke des Karlsruher Malers Karl Hubbuch sowie von Carl und Margarethe Krieger. Im Schloss liegt auch die Kraichgau-Bibliothek des Heimatvereins Kraichgau mit über 5.000 Bänden. Geöffnet ist von Februar bis November sonntags, Zeiten und Preise stehen in den Fragen unten.

    Burgen und Schlösser im Kraichgau
  • Bäckereimuseum und Zuckerbäckermuseum

    Im früheren Gemeindebackhaus von Gochsheim, gebaut 1885, richtete der Bäckerfachverein Bruchsal 1978 das Badische Bäckereimuseum ein. Mittelpunkt ist ein großer Zweikammer-Backofen, der 2016 restauriert wurde und an Backtagen wieder angeheizt wird; darüber lag die Kammer des Gesellen. Nebenan zeigt das Zuckerbäckermuseum seit 1986 historische Konditorformen aus der Sammlung von Alexander Pauels und große Maschinen mit Transmissionsantrieb, mit denen Zuckermassen bearbeitet wurden. Zweimal im Jahr gibt es Aktionstage mit Konditoren, das Osterhasengießen am Palmsonntag und einen Schokoladentag im Oktober. Es gelten die Öffnungszeiten des Schlosses.

  • Altstadt Gochsheim, Apothekenmuseum und Sinnengarten

    In der kleinen Altstadt sind Teile der Stadtmauer aus dem 13. und 16. Jahrhundert erhalten, der Hang vom Kraichbach zum Schloss ist mit einer Trockenmauer befestigt. Über dem Eingang der früheren Stadtapotheke in der Hauptstraße 99 erinnert ein Phönix an den Wiederaufbau nach den Stadtbränden; ein Verein öffnet dort sonntags zu den Museumszeiten den denkmalgeschützten Apothekenraum aus der Zeit um 1850. Unten am Kraichbach, in der Gartenstraße 30, betreut der Heimat- und Museumsverein den Sinnengarten mit einem Barfußlabyrinth aus 14 Materialien und einem Kräuterbeet; er öffnet an einzelnen Sonntagen von Mai bis Oktober von 14 bis 17 Uhr ohne Eintritt, ein eigenes Handtuch ist nützlich.

  • Galgenhohle bei Oberöwisheim

    Nördlich von Oberöwisheim hat sich ein Feldweg tief in den Löss gegraben. Gleich nach dem Einstieg ragen die Wände der Galgenhohle zehn Meter und mehr auf, darüber schließen sich die Baumkronen. Der erste Abschnitt ist 390 Meter lang und steigt um 32 Höhenmeter, nach 140 Metern über freies Feld folgt ein flacherer zweiter Teil von 180 Metern; am Ende öffnet sich der Blick über das Hügelland. An den Wänden sind Dachsbaue zu sehen. Klettern an den Lösswänden ist gefährlich, weil sich nach Regen das Wurzelwerk lockern kann, deshalb nur auf dem Pfad gehen. In der Umgebung tragen weitere Hohlwege eigene Namen, etwa die Stölperhohle und die Engelterhohle.

    Mehr zu Hohlwegen im Kraichgau
  • Familienwanderweg K1 mit Pfannwaldsee und Sternwarte

    Die ausgeschilderte Familienrunde der Stadt ist 7 Kilometer lang, dauert etwa zwei Stunden und überwindet 126 Höhenmeter. Sie beginnt am Pfannwaldsee mit Kneippanlage, führt an Grillhütte und Waldspielplatz vorbei durch das Naturschutzgebiet Kleiner Kraichbach zur Galgenhohle und über den Höhenweg zur Sternwarte Kraichtal. Deren Astronomiepark mitten in den Reben hat Roland Zimmermann über mehr als 30 Jahre mit selbst gebauten Modellen angelegt, darunter ein begehbarer Astro-Garten von über 30 Metern Durchmesser; der Park ist täglich von 8 bis 20 Uhr offen. Im September 2026 kündigte er an, dass eine Firma die Anlage übernimmt und das künftige Angebot später bekannt gibt (Stand 25.09.2026). Die Tiere im Pfannwaldsee dürfen nicht gefüttert werden.

    Weitere Geheimtipps im Kraichgau
  • Wasserschlossruine und Schwanenburg in Menzingen

    Die Herren von Mentzingen bauten ihre 1359 erwähnte Tiefburg nach der Zerstörung im Bauernkrieg von 1529 bis 1539 zu einem dreiflügeligen Renaissanceschloss aus; der große Wappenstein über dem Portal kam 1707 dazu. Anfang April 1945 zerstörten Jagdbomber das Schloss, in den 1990er-Jahren befreiten Ehrenamtliche des Heimat- und Museumsvereins die Ruine vom Schutt und sicherten sie. Die Anlage ist Privatbesitz und nur von außen zu sehen, am besten von der Sitzgruppe mit Infotafel außerhalb des geschlossenen Bereichs. Im Norden des Orts steht mit der Schwanenburg ein zweiter Herrensitz, oberhalb des Dorfs bietet der alte Wasserturm einen Blick über Menzingen.

  • Asiatischer Garten in Münzesheim

    Am östlichen Ortsrand von Münzesheim ist beim Therapiezentrum der Heidelberger Stadtmission über Jahre ein Garten von rund 1,5 Hektar nach japanischen und chinesischen Vorbildern entstanden; auf einer Insel im See steht ein chinesisches Teehaus. Bauwerke und Kunstgegenstände fertigen Patienten als Teil der Therapie nach alten Vorbildern. Der Garten ist tagsüber ohne Eintritt offen, Spenden sind willkommen. Führungen gibt es nicht, und weil er vor allem Rückzugsort der Patienten ist, wird um Ruhe gebeten. Nebenan liegt ein kleiner Streichelzoo.

  • K9: alle neun Stadtteile zu Fuß

    Zum 55-jährigen Bestehen hat die Stadt 2026 die Wanderempfehlung K9 zusammengestellt: rund 35 Kilometer vom Wanderbahnhof Unteröwisheim bis zum Wanderbahnhof Münzesheim, leicht bis mittelschwer. Die virtuelle Route verläuft größtenteils auf bestehenden ausgeschilderten Wegen wie dem E1, dem Main-Stromberg-Weg, dem Panoramaweg Kraichbachtal und dem Familienwanderweg K2. Über die Stadtbahnhalte Unteröwisheim, Menzingen, Gochsheim und Münzesheim lässt sie sich in Etappen teilen. Unterwegs stehen Hügelsofas, unter anderem bei Unteröwisheim, Neuenbürg, Menzingen und Oberacker, an den Rastplätzen „Hügelreich“ bei Münzesheim und „Aussichtreich“ bei Oberacker auch Panoramatafeln. Den Flyer mit Karte gibt die Stadt heraus.

    Wandern im Kraichgau

Veranstaltungen

Kerwen

Kerwe im Kraichgau: alle Termine

Weihnachtsmärkte

Weihnachtsmärkte im Kraichgau: alle Termine

Alltag

Rathaus und Bürgerbüro sitzen in der Rathausstraße 30 in Münzesheim, rund 200 Meter vom Stadtbahnhalt. Das Bürgerbüro im Erdgeschoss ist barrierefrei und montags und donnerstags von 8 bis 12 und 13 bis 18 Uhr, mittwochs und freitags von 8 bis 12 Uhr geöffnet, dienstags ist es geschlossen. Neben Ausweisen und Meldesachen verkauft es Fahrkarten für die Stadtbahn und heimatgeschichtliche Bücher und gibt Prospekte für Gäste aus. Termine vergibt die Stadt online oder unter 07250 77-0, einige Anliegen lassen sich seit Mai 2026 per Videotermin erledigen.

Grundschulen gibt es in Gochsheim, Menzingen, Münzesheim, Unteröwisheim und als Außenstelle der Unteröwisheimer Eisenhut-Schule in Oberöwisheim, dort außerdem eine freie Grundschule. Weiterführende Schule ist die Markgrafen-Gemeinschaftsschule in Münzesheim, in Unteröwisheim liegt die Mönchswald-Schule als sonderpädagogisches Bildungszentrum. Ein Gymnasium hat Kraichtal nicht; berufliche Schulen, teils mit beruflichem Gymnasium, liegen in Bruchsal, Bretten und Ettlingen. Die Postleitzahl ist für alle Stadtteile 76703, die Vorwahl aber je nach Ort verschieden.

Die Museen in Gochsheim haben von Dezember bis Januar Winterpause. Über das Jahr kommen Aktionstage dazu, etwa ein Familienbacktag im Bäckereimuseum und der Schokoladentag im Zuckerbäckermuseum im Oktober; an Sonntagen bewirten wechselnde Vereine das Schloss-Café. In Oberacker richtet ein Förderverein am Kirchplatz den Dorfmarkt aus, zuletzt am 3. und 4. Oktober 2026. Das Jubiläumsjahr 2026 steht unter dem Motto „Kraichtal blüht!“.

  • Rathaus und Bürgerbüro: Rathausstraße 30, Münzesheim, dienstags geschlossen
  • Stadtbahn S 32: acht Halte von Unteröwisheim Martin-Luther-Straße bis Menzingen, täglich mindestens zweimal pro Stunde
  • Wochenende: nach Landshausen, Neuenbürg, Oberacker und ins Dorf Bahnbrücken nur Bus 139, alle zwei Stunden
  • Schloss und Backmuseen Gochsheim: Februar bis November sonntags 13 bis 18 Uhr, Einlass bis 17.30 Uhr
  • Galgenhohle: nur auf dem Pfad gehen, nicht an den Lösswänden klettern
  • Wasserschlossruine Menzingen: Privatbesitz, Ruine nicht zu besichtigen, Rastplatz mit Infotafel frei zugänglich
  • Freizeitexpress Kraichgau: sonn- und feiertags 11.38 Uhr an Menzingen, 15.20 Uhr zurück nach Bad Herrenalb
  • Postleitzahl 76703 für alle Stadtteile, vier verschiedene Vorwahlen

Häufige Fragen

Welche Stadtteile gehören zu Kraichtal?

Neun: Bahnbrücken, Gochsheim, Landshausen, Menzingen, Münzesheim, Neuenbürg, Oberacker, Oberöwisheim und Unteröwisheim. Eine Kernstadt gibt es nicht, Verwaltungssitz ist seit der Gründung 1971 Münzesheim. Die meisten Einwohner hat Unteröwisheim mit 3.483, die größte Fläche Menzingen mit knapp 16 Quadratkilometern, der kleinste Stadtteil ist Neuenbürg mit 485 Einwohnern (Stand 30.09.2023). Alle haben die Postleitzahl 76703.

Wo liegt Gochsheim im Kraichgau?

Gochsheim ist ein Stadtteil von Kraichtal im Landkreis Karlsruhe, rund 14 Straßenkilometer östlich von Bruchsal am oberen Kraichbach. Nicht gemeint ist die Gemeinde Gochsheim bei Schweinfurt in Unterfranken. Die kleine Altstadt steht auf einem Sporn in einer Schleife des Kraichbachs, mit Graf-Eberstein-Schloss, Martinskirche und zwei Backmuseen. Mit der S 32 ist Gochsheim ab Bruchsal in 21 Minuten erreicht, vom Halt ist es knapp ein Kilometer zu Fuß hinauf zum Schloss.

Warum heißt die Stadt Kraichtal?

Nach dem Kraichbach, der das Stadtgebiet von Südosten nach Nordwesten durchfließt. Der Name wurde 1971 bei der Gründung gewählt, im Gespräch war auch Kraichbachtal; der Bachname selbst wird als „gewundener Bach“ gedeutet. Am Bach liegen allerdings nur vier Stadtteile, Gochsheim, Münzesheim, Oberöwisheim und Unteröwisheim, die übrigen in Seitentälern. Der Kraichbach entspringt bei Sternenfels am Rand des Strombergs und mündet nach gut 55 Kilometern bei Ketsch in den Rhein.

Wie komme ich am Wochenende ohne Auto nach Landshausen, Oberacker oder Neuenbürg?

Mit der S 32 bis Menzingen, Münzesheim oder Oberöwisheim und weiter mit dem Bus 139. Er fährt samstags, sonntags und an Feiertagen alle zwei Stunden durch acht Stadtteile. Ab Bahnhof Menzingen startet er samstags ab 9.16 Uhr, sonntags ab 11.16 Uhr jeweils in ungeraden Stunden zur Minute 16 Richtung Gochsheim, Oberacker und Neuenbürg und in geraden Stunden zur Minute 42 nach Landshausen, bis in den späten Abend (Fahrplan Oktober 2026). Werktags hat jedes dieser Dörfer stattdessen einen eigenen Zubringer, die Linien 135, 136 und 138.

Wann ist das Museum im Graf-Eberstein-Schloss geöffnet?

Von Februar bis Ende November sonntags von 13 bis 18 Uhr, Einlass bis 17.30 Uhr, dazu am Oster- und Pfingstmontag; im Dezember und Januar ist Winterpause. Dieselben Zeiten gelten für das Bäckerei- und das Zuckerbäckermuseum. Der Eintritt kostet 4 Euro, ermäßigt 3 Euro, für Familien 7 Euro, die Kombikarte mit den Backmuseen 7 Euro, ermäßigt 5 und für Familien 12 Euro; mit dem Museums-PASS-Musées ist er frei. Am ersten Sonntag im Monat beginnt um 14 Uhr eine offene Führung ohne Anmeldung (Stand 25.09.2026).

Kann man die Wasserschlossruine in Menzingen besichtigen?

Nur von außen. Ruine, Gelände und der Weg hindurch sind im Besitz der Familie von Mentzingen, Besucher werden geduldet, solange sie sich angemessen verhalten; Ruine und Gehöft sind nicht zugänglich. Einen guten Blick bieten die Sitzgruppe und die Infotafel, die ein Menzinger Verein außerhalb des geschlossenen Bereichs aufgestellt hat. Die Adresse ist Untere Schloßstraße 1, vom Endbahnhof der S 32 ist es rund ein Kilometer zu Fuß.

Weiterführende Themen

Quellen