Das Gradierwerk im Salinenpark Bad Rappenau: eine lange Wand aus dunklem Schlehenreisig mit hölzernem Eckturm und Geländer, davor ein gepflasterter Platz mit Bänken und Liegestühlen.
Baden & Wellness

Gradierwerk Bad Rappenau

Bad Rappenau

Bildnachweis

Llez, CC BY-SA 3.0, Ausschnitt

Über dieses Ziel

Sole rieselt über eine 30 Meter lange Wand aus Schlehenreisig: Das Gradierwerk im Salinenpark kostet nichts, liegt neben Bohrhäusern und Lavendel-Labyrinth und lässt sich gut mit einem Parkspaziergang verbinden.

Was dich am Gradierwerk erwartet

Das Gradierwerk steht am Südende des Salinenparks, auf dem Gelände der früheren Saline, die bis 1972 in Betrieb war. Die Holzkonstruktion ist rund 30 Meter lang und über acht Meter hoch. Im Gerüst sind rund 5.500 Bündel Schlehenreisig geschichtet, über die von oben Bad Rappenauer Sole rieselt. Ein Teil davon verdunstet und reichert die Luft in der Nähe mit Salz an. Was unten in der Auffangwanne ankommt, pumpt die Anlage wieder nach oben. Je nach Stärke der Sole muss das Reisig alle 15 bis 25 Jahre erneuert werden.

Die Sole stammt aus einem bis zu 30 Meter mächtigen Steinsalzlager in 175 bis 180 Metern Tiefe unter der Stadt. Sie enthält rund 27 Prozent Salz und ist damit fast achtmal so salzig wie Meerwasser. Früher nutzten Salinen solche Dornwände, um schwache Sole vor dem Sieden durch Verdunstung anzureichern und Brennstoff zu sparen. Das Bad Rappenauer Gradierwerk entstand dagegen erst 2007/2008 zur Landesgartenschau, als Anlage für Kurgäste und Besucher. Neu ist die Idee in der Stadt trotzdem nicht: Sole-Inhalationen gibt es hier seit 1886, und ab 1912 betrieb die spätere Vulpius Klinik ein Freiluft-Inhalatorium.

Die Stadt beschreibt das Gradierwerk als Freiluft-Inhalatorium mit Meeresklima und wirbt damit, dass die salzhaltige Luft den Atemwegen guttue, vor allem bei Allergien und Asthma. Eine Behandlung ersetzt der Aufenthalt nicht; wer mit einer Erkrankung kommt, bespricht die Nutzung besser vorher mit der Ärztin oder dem Arzt. An heißen Sommertagen ist der Platz auch einfach eine kühle Ecke im Park. Vor der Reisigwand liegt ein gepflasterter Platz mit Bänken und Liegestühlen.

Salinenpark und Kurpark rundherum

Östlich des Gradierwerks reihen sich die Zeugen der Soleförderung auf: Bohrhäuser, ein fahrbarer Bohrturm von 1905 und das letzte Tretrad der Saline von 1822. In dem Rad mit 4,20 Metern Durchmesser liefen Arbeiter, um das schwere Bohrgestänge aus den Bohrlöchern zu ziehen. Bis 1928 war es in Betrieb, dann übernahm der Bohrturm mit seiner elektrischen Winde: Was 15 Leute am Tretrad in vier Stunden schafften, erledigten nun vier Bohrleute in einer Stunde. Im Bohrhausmagazin von 1929, rund 200 Meter vom Gradierwerk entfernt, zeigt der Heimat- und Museumsverein eine Ausstellung zu Salz und Sole.

Nach Norden steigt der Park an. Am Südhang liegt das Lavendel-Labyrinth, weiter oben das Feuerbeet, das die Salzgewinnung nachbildet, gerahmt von den Gebäuden der früheren Salinenverwaltung aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Das Kurcafé ist in der ehemaligen Trafostation der Saline von 1925 untergebracht. Nordöstlich des Gradierwerks beginnt der Zeitwald mit Biergarten, Streichelzoo und Wildgehege. Über den Salinensteg mit seinem Lichtturm, in dem ein Aufzug fährt, geht es über die Bahnlinie in den Kurpark mit Kurparksee und Kurhaus. Salinenpark, Kurpark und Schlosspark umfassen zusammen rund 29 Hektar und wurden für die Landesgartenschau 2008 umgestaltet.

Besuch planen

Gradierwerk und Salinenpark sind das ganze Jahr frei zugänglich, Eintritt zahlst du nicht. Die Sole rieselt in der Regel täglich ab 8 Uhr bis zur Dämmerung, im Winter also deutlich kürzer als im Sommer (Stand 25.09.2026). Wer gezielt zum Durchatmen kommt, fragt vor der Fahrt bei der Gäste-Information unter 07264 922-391 nach, ob die Anlage an diesem Tag läuft.

Für das Gradierwerk selbst reicht eine halbe Stunde. Mit Bohrhäusern, Lavendel-Labyrinth und einer Runde durch Salinen- und Kurpark kommen leicht zwei bis drei Stunden zusammen. Am meisten zu sehen gibt es von April bis Oktober samstags zwischen 15 und 17 Uhr, wenn die Ausstellung im Bohrhausmagazin geöffnet hat; auch sie kostet keinen Eintritt (Stand 25.09.2026). Einkehren kannst du im Biergarten im Zeitwald, im Kurcafé im Salinenpark oder im Brauerei-Gasthof Häffner Bräu.

Etwa alle drei Wochen bieten die Gästeführer sonntags die Führung „Salz & Sole“ an. Treffpunkt ist das Gradierwerk, von dort geht es rund einen Kilometer an Tretrad und Bohrturm vorbei bis zum Bohrloch 1 am Rand des Einsiedelwaldes, wo Salineninspektor Rosentritt 1822 auf das Salzlager stieß. Die Führung dauert eine bis anderthalb Stunden und kostet 6 €, mit Gästekarte 5 €. Zu den gleichen Preisen führt eine Parkführung ab dem Kurhaus durch Kur- und Salinenpark (Stand 25.09.2026). Die Termine stehen im Veranstaltungskalender der Stadt, Gruppen vereinbaren eigene Termine über die Gäste-Information.

Hunde dürfen mit, müssen im Park aber angeleint bleiben und auf den Wegen laufen; auf Spielplätze dürfen sie nicht. So regelt es die Polizeiverordnung der Stadt vom 27.02.2026, das frühere Hundeverbot im Kur- und Salinenpark gilt nicht mehr.

Lage und Anreise

Der Salinenpark liegt am östlichen Rand der Kernstadt im Kurgebiet, zwischen Salinenstraße, Bahnlinie und Einsiedelwald. Mit dem Auto verlässt du die A6 an der Ausfahrt 35 Bad Rappenau und fährst über die L 1107 durch Bonfeld nach Bad Rappenau; im Ort weist die Beschilderung „Kureinrichtungen“ den Weg. Bis zum gebührenfreien Parkplatz P1 an der Weinbrennerstraße sind es rund sechs Kilometer, fürs Navi genügt Weinbrennerstraße, 74906 Bad Rappenau. Vom Parkplatz führt ein asphaltierter, fast ebener Fußweg in zwei Minuten zum Gradierwerk. An derselben Straße liegt direkt am Park der Wohnmobilstellplatz der Stadt mit 24 Plätzen; eine Nacht kostet 19 € einschließlich Kurtaxe (Stand 25.09.2026).

Ohne Auto steigst du am besten am Haltepunkt Bad Rappenau Kurpark aus. Dort hält die Stadtbahn S 42 zwischen Sinsheim und Heilbronn, auch am Wochenende. Ab Sinsheim Hauptbahnhof dauert die Fahrt gut 20 Minuten, ab Bad Wimpfen nur wenige Minuten. Vom Halt sind es gut 500 Meter zu Fuß, etwa sieben Minuten. Der Regionalexpress RE 10b aus Mannheim, Heidelberg und Sinsheim hält nur am Bahnhof Bad Rappenau; von dort läufst du rund 1,1 Kilometer durch das Kurgebiet, gut eine Viertelstunde (Stand Fahrplan 25.09.2026).

Kombinieren

Die übrigen Ziele in Bad Rappenau liegen nah. Das Wasserschloss von 1601 steht im Schlosspark mit Kneipp-Tretbecken am Westrand der Kernstadt, rund 1,5 Kilometer oder gut 20 Minuten zu Fuß vom Gradierwerk, über Salinenstraße und Bahnhofstraße quer durch die Innenstadt. Innen ist das Schloss nur bei Veranstaltungen der Reihe „Kunst und Kultur im Schloss“ zugänglich. Das BikiniARTmuseum liegt in Bonfeld direkt an der A6-Ausfahrt 35, gut fünfeinhalb Kilometer Fahrstrecke vom Parkplatz P1, und passt deshalb auf den Hin- oder Rückweg.

Zur Kaiserpfalz Bad Wimpfen sind es vom Parkplatz P1 gut vier Kilometer, mit der S 42 fährst du vom Halt Kurpark in wenigen Minuten zum Bahnhof Bad Wimpfen. Zu Fuß verbindet der Sole-Rundwanderweg beide Kurstädte. Ab dem Parkplatz P1 führt die knapp sieben Kilometer lange Runde an Gradierwerk und Bohrhäusern vorbei nach Hohenstadt und zur Fleckinger Mühle, dann über Erbachsee und Einsiedelwald zurück. Für die gut 90 Höhenmeter rechnet man knapp zwei Stunden. Die Fleckinger Mühle ist von Mai bis Anfang Oktober Ausflugslokal (Stand 25.09.2026). Aus Bad Wimpfen startet dieselbe Runde am SRH-Gesundheitszentrum und ist dann 8,3 Kilometer lang. Mit dem Rad führt der rund 38 Kilometer lange Salz-und-Sole-Radweg über Bad Wimpfen und Bad Rappenau zu weiteren Orten beiderseits des Neckars; 16 Tafeln erklären unterwegs die Geschichte der Salzgewinnung am unteren Neckar.

Mehr über die Stadt mit Kurgebiet, Wasserschloss und Stadtteilen steht auf der Seite zu Bad Rappenau. Wo du in der Region in warmem Wasser oder Sole baden kannst, zeigt der Überblick Thermen und Bäder im Kraichgau.

Stand: 6. Oktober 2026

Häufige Fragen

Kostet das Gradierwerk in Bad Rappenau Eintritt?

Nein. Gradierwerk und Salinenpark sind das ganze Jahr frei zugänglich, auch die Ausstellung im Bohrhausmagazin kostet nichts. Kurtaxe zahlen nur Gäste, die in Bad Rappenau übernachten. Geld kosten nur die Führungen: Die Führung „Salz & Sole“ ab dem Gradierwerk kostet 6 €, mit Gästekarte 5 € (Stand 25.09.2026).

Wann rieselt die Sole am Gradierwerk?

In der Regel täglich ab 8 Uhr bis zur Dämmerung, das ganze Jahr über (Stand 25.09.2026). Im Winter ist die Zeit deshalb kürzer, abends läuft die Anlage nicht. Wer gezielt zum Durchatmen kommt, fragt vorher bei der Gäste-Information unter 07264 922-391 nach, ob die Sole an diesem Tag fließt.

Wo parkt man am Gradierwerk Bad Rappenau?

Auf dem gebührenfreien Parkplatz P1 an der Weinbrennerstraße. Von dort sind es rund 170 Meter über einen asphaltierten Fußweg, zwei Minuten zu Fuß. Fürs Navi genügt Weinbrennerstraße, 74906 Bad Rappenau. Wohnmobile stehen auf dem städtischen Stellplatz an derselben Straße, eine Nacht kostet 19 € einschließlich Kurtaxe (Stand 25.09.2026).

Wie kommt man mit der Bahn zum Gradierwerk?

Mit der S 42 bis zum Halt Bad Rappenau Kurpark, von dort sind es gut 500 Meter oder etwa sieben Minuten zu Fuß. Die S 42 fährt zwischen Sinsheim und Heilbronn, ab Sinsheim Hauptbahnhof braucht sie gut 20 Minuten. Der RE 10b aus Mannheim und Heidelberg hält nur am Bahnhof Bad Rappenau, von dort läufst du rund 1,1 Kilometer (Stand Fahrplan 25.09.2026).

Darf man mit Hund in den Salinenpark?

Ja, seit der Polizeiverordnung der Stadt vom 27.02.2026. Hunde müssen im Kur- und Salinenpark angeleint sein und dürfen nur auf den Wegen laufen, Spielplätze sind für sie tabu. Das frühere Hundeverbot in den Parks gilt nicht mehr.

Gibt es Führungen zum Gradierwerk und zur Salzgeschichte?

Ja. Die Führung „Salz & Sole“ beginnt etwa alle drei Wochen sonntags am Gradierwerk und führt rund einen Kilometer über Tretrad und Bohrturm bis zum Bohrloch 1 am Einsiedelwald, wo 1822 das Salzlager entdeckt wurde. Sie kostet 6 €, mit Gästekarte 5 €. Außerdem gibt es eine Parkführung durch Kur- und Salinenpark und die Museumsführung „Das weiße Gold“ im Kulturhaus Fränkischer Hof. Die Termine stehen im Veranstaltungskalender der Stadt (Stand 25.09.2026).

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