Die Ottilienkapelle auf dem Ottilienberg von Nordosten: gotischer Chor aus Sandstein, dahinter der Turm mit schiefergedecktem Aufsatz und angebautem runden Treppenturm, rechts ein efeubewachsenes Nebengebäude.
Aussicht

Ottilienberg Eppingen

Eppingen

Bildnachweis

Jay Aahr, CC BY 4.0, Ausschnitt

Über dieses Ziel

Eine gotische Kapelle auf einer Waldlichtung, Reste alter Schanzen und ein Turm, der meist am ersten Sonntag im Monat öffnet: Der Eppinger Hausberg passt zu einer Wanderung oder einem Sonntagsausflug.

Was dich auf dem Ottilienberg erwartet

Der Ottilienberg erhebt sich rund drei Kilometer südöstlich der Eppinger Kernstadt aus dem Hardtwald, der naturräumlich schon zum Heuchelberg zählt. Oben öffnet sich eine gerodete Kuppe von etwa zwei Hektar mit Streuobstwiese, Rastplatz und einer kleinen Gruppe alter Gebäude. Sie liegt gut 310 Meter hoch und besteht aus Schilfsandstein, der steil zu den weicheren Gipskeuper-Hängen abfällt.

Mittelpunkt ist die Ottilienkapelle, eine frühere Wallfahrtskapelle der heiligen Ottilie, die die Herren von Gemmingen gestiftet haben. Eine Bauinschrift am Chor nennt das Jahr 1473 und einen Meister Jacob als Baumeister. Erhalten sind der Chor mit seinem Sterngewölbe, der Turm und die Sakristei. Vom Langhaus blieb nur die Westwand mit dem früheren Portal; sie steht frei vor dem Chor, dazwischen liegt eine offene Fläche, auf der bei Gottesdiensten die Stühle stehen. Am 5. April 1945 wurde die Anlage beschossen, die Kapelle brannte aus. Mitte der 1950er-Jahre wurde sie in vereinfachter Form wiederhergestellt, und der Turm bekam an der Nordseite einen runden, gemauerten Treppenturm. Seit 1966 nutzen die evangelische und die katholische Kirchengemeinde die Kapelle gemeinsam für gelegentliche Gottesdienste. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg hat sie im September 2015 zum Denkmal des Monats ernannt.

Die steile Kuppe war schon lange vor der Kapelle ein Schutzplatz. Siedlungsspuren reichen bis in die Jungsteinzeit zurück. Den Ringwall um das Plateau legten Menschen vermutlich in der Hallstattzeit an, also in der älteren Eisenzeit, und bauten ihn in der Latènezeit aus. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg ließ Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden, der Türkenlouis, den Wall 1697 zur Artilleriestellung ausbauen. Sie war der zentrale Stützpunkt der Eppinger Linien, einer Verteidigungslinie aus Wall und Graben von Weißenstein bei Pforzheim über Eppingen bis Neckargemünd. Die Infotafel der Stadt an der Kapelle erzählt, dass damals auch der Kapellenturm erhöht wurde und als Wachturm diente. Wall und Schanzen sind im Gelände noch in Ansätzen zu erkennen; ein Steinbruch, die Zufahrtsstraße und Waldarbeiten haben viel davon verändert.

Weil die Kuppe eine Lichtung im Wald ist, bietet der Turm den eigentlichen Rundblick. Bei klarer Sicht reicht er über den Kraichgau bis zum Schwarzwald und zum Pfälzerwald, nach Nordnordwesten zum knapp zwölf Kilometer entfernten Steinsberg und an manchen Tagen bis zu den Vogesen. Westlich der historischen Gebäude steht ein Neubau aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts; er beherbergt die Arnold-Dannenmann-Akademie, eine Bildungsstätte des Christlichen Jugenddorfwerks Deutschlands.

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Kapellenareal, Wiese und Rastplatz sind frei zugänglich und kosten keinen Eintritt. Den Turm schließt die Bezirksgruppe Eppingen des Deutschen Alpenvereins in der Regel am ersten Sonntag im Monat von 11 bis 17 Uhr auf, unter dem Motto „D’Turm isch uff“. An diesen Tagen bewirtet sie Gäste unterhalb des Turms an der Kapelle; rund um Turm und Kapelle stehen Tische und Bänke, einige Plätze sind überdacht. Nicht jeder erste Sonntag ist ein Turmtag: 2026 gab es im Januar, im April und im September keinen Termin. Die nächsten Termine sind der 1. November und der 6. Dezember 2026, jeweils von 11 bis 17 Uhr (Stand 25.09.2026). Den aktuellen Stand zeigt der Veranstaltungskalender der Stadt Eppingen.

Eine Einkehr mit festen Öffnungszeiten gibt es auf dem Berg nicht. Außer an den Turmsonntagen bewirtet der Odenwaldklub Eppingen an einzelnen Festtagen, regelmäßig am 1. Mai und an Christi Himmelfahrt; 2026 kam der 5. Juli dazu. Der Verein nutzt das frühere Stallgebäude neben der Kapelle und betreut den Grillplatz mit Schutzhütte und Toiletten. Rast- und Picknickplatz mit Grillstelle sind frei zugänglich. Wer den Grillplatz für eine Gruppe oder Feier nutzen will, reserviert beim Odenwaldklub; die Kontaktdaten stehen in der Grillplatzliste von HeilbronnerLand.

Für Kapelle, Wallreste und Rastplatz reicht eine knappe Stunde. Wer den Berg erwandert, plant zwei bis drei Stunden ein. Die mittlere Runde des Wander3Klangs Eppingen (EP2) beginnt am Wanderparkplatz an der Villa Waldeck am Südrand der Stadt, wo auch ein Hotel-Restaurant liegt. Sie führt auf 6,7 Kilometern mit gut 150 Höhenmetern über die Himmelsleiter mit ihren 202 Stufen, am Aussichtspunkt Kraichgaublick vorbei und über den Ottilienberg hinab zum Jägersee; angesetzt sind knapp zwei Stunden. Der Kraichgaublick, eine kleine Holzplattform mit Bänken, bietet auch an Tagen ohne Turmöffnung einen weiten Blick über Eppingen bis zum Odenwald. Die lange Runde EP1 mit gut 13 Kilometern führt rund 300 Meter am Berg vorbei, der Weg hinauf ist ein kurzer Abstecher. Die kurze Runde EP3 erreicht den Ottilienberg nicht.

Am meisten bietet der Berg an einem klaren Turmsonntag, wenn Aussicht und Bewirtung zusammenkommen.

Lage und Anreise

Der Ottilienberg liegt im Wald zwischen Eppingen und Kleingartach an der L 1110. Von der Eppinger Innenstadt fährst du rund 5,5 Kilometer auf der L 1110 Richtung Kleingartach; die Zufahrt zweigt links ab und ist mit „Ottilienberg“ ausgeschildert. Parkplätze liegen oben auf dem Gelände, vom Parkplatz neben der Kapelle sind es rund 100 Meter zu Fuß. Ein zweiter Parkplatz liegt knapp 400 Meter östlich am Altgartacherweg.

Ohne Auto fährst du mit der Bahn nach Eppingen. Am Bahnhof halten die Stadtbahn S 4 und der RE 45 zwischen Karlsruhe und Heilbronn sowie über Sinsheim die S 7 aus Heidelberg und der RE 7 (Stand Fahrplan 25.09.2026). Am Berg selbst hält kein Bus. Vom Bahnhof sind es zu Fuß rund 3,5 Kilometer und etwa 120 Höhenmeter, gut 50 Minuten, erst durch die Südstadt, dann auf Waldwegen bergauf. Alternativ gehst du vom Bahnhof in knapp einer halben Stunde zum Wanderparkplatz an der Villa Waldeck und nimmst von dort die Runde EP2.

Mit dem Rad sind es vom Bahnhof knapp fünf Kilometer. Die Kraichgau-Blick-Tour von Kraichgau-Stromberg Tourismus, eine gut 44 Kilometer lange Rundtour ab dem Bahnhof Eppingen, führt über Waldstraße und Hornbuckelweg in den Wald und quert die L 1110 nahe der Zufahrt zum Ottilienberg. Von dort geht es auf Forstwegen hinauf zur Kuppe.

Kombinieren

Am Fuß des Bergs liegt der Jägersee. An seinem Nordwestende, rund 600 Meter Fußweg von der Kapelle, beginnt und endet der Eppinger Waldfühlpfad, eine Runde von rund drei Kilometern mit Mitmachstationen, überwiegend auf Naturwegen. Mit Kindern lassen sich Pfad und Berg gut zu einem halben Tag verbinden. Rund einen Kilometer Fußweg südöstlich der Kapelle steht an der L 1110 die Chartaque, der hölzerne Nachbau eines Wachturms der Eppinger Linien, den Eppinger Schüler in den 1980er-Jahren errichtet haben. Er ist jederzeit frei zugänglich und hat einen eigenen Wanderparkplatz.

In der Altstadt zeigt das Stadt- und Fachwerkmuseum Alte Universität neben Stadtgeschichte und Fachwerkbau auch die Vor- und Frühgeschichte und eine Abteilung zu den Eppinger Linien. Es hat dienstags bis sonntags von 14 bis 16 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei (Stand 25.09.2026). Nach einem Vormittag am Turm passt der Museumsbesuch deshalb gut in den Nachmittag. Der Weiherpark liegt wenige Gehminuten vom Bahnhof entfernt, am Anfang oder Ende einer Tour ohne Auto.

Weitere Ziele in der Stadt und ihren Stadtteilen stehen auf der Seite zu Eppingen. Längere Touren durch die Region sammelt der Überblick Wandern im Kraichgau.

Stand: 6. Oktober 2026

Häufige Fragen

Wann ist der Turm auf dem Ottilienberg geöffnet?

In der Regel am ersten Sonntag im Monat von 11 bis 17 Uhr. Dann schließt die Bezirksgruppe Eppingen des Deutschen Alpenvereins den Turm auf und bewirtet an der Kapelle. Nicht jeder Monat hat einen Termin, 2026 fielen Januar, April und September aus. Die nächsten Termine sind der 1. November und der 6. Dezember 2026 (Stand 25.09.2026). Kapellenareal und Rastplatz sind auch an allen anderen Tagen frei zugänglich.

Wo parkt man am Ottilienberg?

Oben auf dem Gelände. Die Zufahrt zweigt zwischen Eppingen und Kleingartach von der L 1110 ab und ist ausgeschildert; aus Eppingen kommend biegst du nach rund 5,5 Kilometern links ab. Vom Parkplatz neben der Kapelle sind es rund 100 Meter zu Fuß, ein zweiter Parkplatz liegt knapp 400 Meter östlich am Altgartacherweg.

Wie kommt man ohne Auto zum Ottilienberg?

Mit der Bahn bis Eppingen, wo die S 4 und der RE 45 aus Karlsruhe und Heilbronn sowie die S 7 aus Heidelberg halten (Stand Fahrplan 25.09.2026). Am Berg hält kein Bus. Vom Bahnhof gehst du rund 3,5 Kilometer und etwa 120 Höhenmeter bergauf, gut 50 Minuten. Mit dem Rad sind es knapp fünf Kilometer, zuletzt auf Forstwegen.

Kann man auf dem Ottilienberg einkehren oder grillen?

Eine Einkehr mit festen Öffnungszeiten gibt es nicht. Bewirtet wird an den Turmsonntagen vom Deutschen Alpenverein und an Festtagen vom Odenwaldklub Eppingen, regelmäßig am 1. Mai und an Christi Himmelfahrt. Rast- und Picknickplatz mit Grillstelle sind frei zugänglich. Den Grillplatz mit Schutzhütte und Toiletten reservieren Gruppen beim Odenwaldklub; die Kontaktdaten stehen in der Grillplatzliste von HeilbronnerLand.

Welche Wanderung führt über den Ottilienberg?

Die mittlere Runde des Wander3Klangs Eppingen (EP2). Sie startet am Wanderparkplatz an der Villa Waldeck am Südrand von Eppingen, ist 6,7 Kilometer lang, hat gut 150 Höhenmeter und führt über die Himmelsleiter, am Kraichgaublick vorbei und über den Ottilienberg zum Jägersee. Angesetzt sind knapp zwei Stunden. Die lange Runde EP1 streift den Berg nur, die kurze Runde EP3 erreicht ihn nicht.

Wie weit ist es vom Ottilienberg zum Waldfühlpfad am Jägersee?

Zu Fuß rund 600 Meter bergab bis zum Einstieg am Nordwestende des Jägersees, mit dem Auto gut drei Kilometer: von der Zufahrt zurück auf die L 1110 Richtung Eppingen und nach knapp zwei Kilometern in die ausgeschilderte Zufahrt zum Parkplatz am Jägersee. Der Waldfühlpfad ist eine Runde von rund drei Kilometern mit Mitmachstationen, für die du zwei bis drei Stunden einplanst. Berg und Pfad lassen sich deshalb gut an einem halben Tag verbinden.

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