In der Kreuzhohle zwischen Bruchsal und Unteröwisheim führt ein Naturweg an einer hohen, von Bäumen und Kräutern bewachsenen Lösswand entlang, aus der Wurzeln ragen

Region und Landschaft

Hohlwege im Kraichgau

Zuletzt aktualisiert am 6. Oktober 2026

Bild: Lividus, CC BY-SA 4.0, Ausschnitt

Zusammenfassung

Hohlwege sind alte Feld- und Verbindungswege, die Fuhrwerke, Vieh und Regen über Jahrhunderte bis über zehn Meter tief in den Löss gegraben haben. Gut erschlossen sind die Galgenhohle bei Kraichtal-Oberöwisheim mit dem Familienwanderweg K1, der 4 Kilometer lange Hohlweglehrpfad in Ubstadt-Weiher-Zeutern, erreichbar mit der Stadtbahn S 31, und der Hohlenpfad rund um Mühlhausen-Tairnbach. Ab einem Meter Tiefe und steiler Böschung sind Hohlwege gesetzlich geschützte Biotope: Bleib auf dem Pfad, klettere und grabe nicht an den Wänden und rechne nach Regen mit rutschigem Boden. Von Mitte April bis Ende Mai graben Wildbienen wie die Frühlings-Pelzbiene ihre Nester in die sonnigen Lösswände.

Auf einen Blick

Auf einen Blick
ThemaDas Wichtigste
Was ein Hohlweg istEin Feld- oder Verbindungsweg, den Wagenräder, Hufe und Regen über lange Zeit in den Löss eingeschnitten haben. Viele tragen Namen auf -hohle, etwa Galgenhohle, Hirschhohle oder Kreuzhohle.
UntergrundEiszeitlicher Löss: feiner Staub aus 60 bis 70 Prozent Quarz und 10 bis 30 Prozent Kalk, im Kraichgau verbreitet gut 20 Meter mächtig
Tiefemeist einige Meter; Galgenhohle, Hirschhohle und Weiße Hohl sind an den tiefsten Stellen rund zehn Meter tief, die Galgenhohle nach Angabe der Stadt Kraichtal bis 13 Meter
Schutzgesetzlich geschütztes Biotop ab 1 Meter Tiefe und 45 Grad steiler Böschung (§ 33 Naturschutzgesetz Baden-Württemberg); viele liegen zusätzlich in Naturschutzgebieten oder sind Naturdenkmale
Gut erschlossenFamilienwanderweg K1 zur Galgenhohle (7 km), Hohlweglehrpfad Zeutern (4 km), Hohlenpfad Tairnbach (rund 14 km), GEOpfade Östringen, Weiße Hohl in Nußloch
Ohne AutoS 31 bis Zeutern oder Odenheim, S 32 bis Oberöwisheim, Bus 702 bis Tairnbach, alle auch sonntags (Stand 25.09.2026)
Beste Zeitganzjährig begehbar; Mitte April bis Ende Mai nisten Wildbienen an den Wänden, im Sommer spenden die Hohlen Schatten, nach Regen sind sie rutschig
Verhaltenauf dem Weg bleiben, nicht an den Wänden klettern oder graben, festes Schuhwerk; im Naturschutzgebiet Hunde an die Leine

Die Hohlwege auf der Karte

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Kartenausschnitt vom Hügelland östlich von Bruchsal bis Nußloch im Norden. Alle sechs Beispiele dieser Seite liegen im westlichen Kraichgau, von Bruchsal im Süden bis Nußloch im Norden.

Unterwegs

Sechs Hohlwege zum Erwandern

Zwischen Bruchsal, Kraichtal und Östringen

Im Hügelland östlich von Bruchsal liegen die Hohlen dicht beieinander. Die Stadtbahnen S 31 und S 32 bringen dich zu drei der vier Startpunkte oder in ihre Nähe.

  • Kraichtal-Oberöwisheim

    Galgenhohle

    Einer der tiefsten Hohlwege im Kraichgau: Am Galgenberg nördlich von Oberöwisheim ragen die Lösswände zehn Meter und mehr auf, darüber schließen sich die Baumkronen. Der untere Abschnitt ist 390 Meter lang und steigt um 32 Höhenmeter, nach einem Stück über freies Feld folgt ein flacherer oberer Teil von 180 Metern.

    Am oberen Ende öffnet sich der Blick ins Kraichbach- und Katzbachtal. An den Wänden sind Dachsbaue zu sehen.

    Runde:
    Familienwanderweg K1, 7 km, rund 2 Stunden, 126 Höhenmeter, mit Pfannwaldsee, Waldspielplatz und Sternwarte
    Parken:
    Wanderparkplatz am Pfannwaldsee, Start der K1
    Ohne Auto:
    S 32 bis Oberöwisheim, dann rund 3 km auf dem ausgeschilderten Verbindungsweg
    Regeln:
    Naturschutzgebiet Kleiner Kraichbach: Wege nicht verlassen, Hunde an die Leine, kein Reiten
  • Ubstadt-Weiher-Zeutern

    Hohlweglehrpfad Zeutern

    Der Natur- und Erlebnispfad der Gemeinde führt durch drei Hohlwege, am Waldrand entlang mit Blick in die Rheinebene und an Streuobstwiesen vorbei bis hinauf zum Himmelreich. Er beginnt in der Hirschhohle, die 650 Meter lang und bis zu zehn Meter tief ist, und kehrt durch die Engelterhohle zurück.

    18 Tafeln zu Geologie, Pflanzen und Tieren; für Kinder gibt es eigene Tafeln mit Rätseln von Dani Dachs.

    Länge:
    rund 4 km, etwa 2 Stunden, 75 Höhenmeter
    Start:
    Eingang Hirschhohle zwischen Friedhof und Grundschule, Parken am Friedhof
    Ohne Auto:
    S 31 bis Zeutern Bahnhof, dann durch den Ortskern den Schildern zum Friedhof folgen
    Länger:
    Rundweg Bad Schönborn–Zeutern, rund 15 km ab dem Haus des Gastes in Mingolsheim, mit der Hofäckerhohle
  • Östringen-Odenheim

    GEOpfad Hügelweg

    Der geologische Rundweg der Stadt Östringen beginnt am Bahnhof Odenheim und führt durch die Lange Hohle, über eine Kreuzung dreier Hohlwege und durch die Steinig Hohle zu Aussichtspunkten und einem alten Schilfsandsteinbruch. Schautafeln erklären Gesteine, Böden und die Entwicklung der Landschaft.

    Kürzer ist der Brunnenweg ab Östringen, rund 13 Kilometer, mit der Armenberghohle.

    Länge:
    rund 20 km, etwa 390 Höhenmeter, 4 bis 6 Stunden mit Stopps an den Stationen, in zwei Abschnitten möglich
    Ohne Auto:
    Start am Bahnhof Odenheim, Endhalt der S 31; zurück auch mit dem Bus ab Tiefenbach oder Eichelberg
    Hinweis:
    teils Waldpfade und Zugänge zu alten Steinbrüchen, festes Schuhwerk nötig
  • Bruchsal

    Kreuzhohle und Auhohle

    Die Kreuzhohle am Alten Unteröwisheimer Weg ist als Naturdenkmal geschützt und liegt auf der Hohlwegwanderung BR6, die aus der Innenstadt durch Auhohle und Gemmericherhohle nach Unteröwisheim und über Kreuzhohle und Tiefentalhohle zurückführt. Die Runde BR7 geht über den Rotenberg durch Auhohle und Pfaffenlochhohle.

    BR7 kommt ohne größere Steigungen aus und führt durch Streuobstwiesen.

    BR7:
    8,7 km, rund 2 Stunden 20 Minuten, 184 Höhenmeter, gut zur Hälfte asphaltiert
    Einkehr:
    auf der BR6 in Unteröwisheim, Gaststätten und Besenwirtschaften

Im Rhein-Neckar-Kreis

Zwei Ziele nördlich und südöstlich von Wiesloch: ein langer markierter Rundweg und ein kurzer Hohlweg mit besonders klarem Bodenprofil.

  • Mühlhausen-Tairnbach

    Hohlenpfad Mühlhausen-Tairnbach

    Die Gemeinde hat den markierten Rundweg 2010 zusammen mit dem Amt für Flurneuordnung des Landratsamts angelegt, gepflegt wird er vom Heimatverein Tairnbach. Jede Hohle zeigt ein anderes Entwicklungsstadium, an den oberen Enden öffnet sich der Blick in den Kraichgau und in die Rheinebene.

    Elf Thementafeln erklären Entstehung, Pflege, Pflanzen und Tiere und erinnern an den abgegangenen Sternweiler Hof.

    Länge:
    rund 14 km, an Abzweigen ausgeschildert
    Start:
    evangelische Kirche Tairnbach
    Ohne Auto:
    Bus 702 bis Tairnbach Schloss, auch sonntags (Stand 25.09.2026)
    Führungen:
    vermittelt die Gemeinde Mühlhausen
  • Nußloch

    Weiße Hohl

    Ein rund 500 Meter langer Hohlweg an der alten Verbindung von Nußloch nach Maisbach, am westlichen Rand des Kraichgaus und stellenweise bis zu zehn Meter tief. In den Wänden liegen Lösspakete aus drei Eiszeiten übereinander, jeweils getrennt durch fossile Böden.

    Die Natur verändert den Pfad laufend; wer nach einigen Monaten wiederkommt, sieht oft ein anderes Bild.

    Runde:
    Themenweg des Landratsamts, 4,6 km, rund 1 Stunde 20 Minuten, 69 Höhenmeter
    Start:
    Parkplatz Weiße Hohl
    Hinweis:
    Trittsicherheit und etwas Kondition nötig

Hohlwege im Jahreslauf

Begehbar sind die Hohlwege das ganze Jahr. Was es zu sehen gibt und worauf du achten solltest, wechselt mit der Jahreszeit.

Hohlwege im Jahreslauf
ZeitWas es zu sehen gibtDarauf achten
April bis Ende MaiFrühlings-Pelzbienen fliegen ab Anfang April, die Weibchen graben von Mitte April bis Ende Mai ihre Nester in sonnige Lösswände.Nistlöcher nicht anfassen, nicht an den Wänden kratzen
FrühsommerAuf den Halbtrockenrasen neben den Hohlen, etwa am Roten Kreuz bei Zeutern und am Kleinen Kraichbach, blüht das Große Windröschen.im Naturschutzgebiet nichts pflücken, Wege nicht verlassen
SommerDie eingeschnittenen, meist zugewachsenen Hohlen spenden Schatten, während die offenen Lössböschungen trocken und heiß bleiben.auch auf zugewachsenen Pfaden in der Wegspur bleiben
Spätsommer und HerbstAuf den Halbtrockenrasen an den Rändern blühen der Kreuzenzian und im Herbst der Gefranste Enzian.nach Regen sind die Hohlwege sehr rutschig
WinterDie Hohlen bleiben zugänglich, der Hohlenpfad in Tairnbach ist ausdrücklich für jede Jahreszeit gedacht.nach nassen Tagen kann das Wurzelwerk der Bäume an der Kante gelockert sein
Hohlwege im Jahreslauf · Zum Weiterlesen wischen

Wie Hohlwege im Löss entstanden sind

Am Anfang steht ein gewöhnlicher Weg: eine Verbindung ins Nachbardorf oder eine Zufahrt zu Äckern und Weinbergen. Solange er unbefestigt war, zermahlten Wagenräder, die Hufe der Zugtiere und das Vieh die oberste Schicht zu feinem Staub. Beim nächsten Starkregen spülte das Wasser diesen Staub hangabwärts. Der Regen war dabei vor allem das Transportmittel, die eigentliche Arbeit leisteten die Fuhrwerke, besonders beim Bremsen auf steilen Abfahrten. So vertiefte sich die Wegrinne Jahr für Jahr, bis sie auf festes Gestein traf oder der Weg einen Belag bekam.

Dass die Wände dabei stehen bleiben, liegt am Löss selbst. Seine feinen Körner bestehen großteils aus Quarz und sind durch Kalk verkittet. Eine frische Lösswand kann deshalb über Jahrzehnte senkrecht stehen, zerfällt aber zu Pulver, sobald Räder die innere Struktur aufbrechen.

Junge Hohlwege sind U-förmig, mit senkrechten, kahlen Wänden. Hört die Erosion auf, rutschen die Kanten nach, Gebüsch und Bäume wachsen ein, und aus der Schlucht wird nach und nach ein V-förmiger, schattiger Einschnitt. Die meisten Hohlen, durch die man heute wandert, sind solche alten, zugewachsenen Wege. Offene, senkrechte Wände bleiben oft nur dort, wo sie bei der Pflege freigelegt werden.

Warum der Kraichgau so viele Hohlwege hat

Drei Dinge kommen hier zusammen. Der Boden: In den Kaltzeiten blies der Wind feinen Gesteinsstaub aus und lagerte ihn in der Beckenlandschaft zwischen Odenwald und Schwarzwald ab. Der Kraichgau ist fast flächendeckend mit Löss bedeckt, verbreitet gut 20 Meter dick. Das Relief: Das Hügelland ist stark gegliedert, viele Feldwege führen steile Hänge hinauf, und die Lössböden gelten als sehr erosionsanfällig. Die Nutzung: Die Lössböden gehören zu den besten Böden des Landes und werden seit langer Zeit beackert. Auf Ortsverbindungen und Wegen zu den Gewannen waren Bauern mit Ochsen- und Pferdekarren unterwegs.

In Baden-Württemberg findet man ausgeprägte Lösshohlwege deshalb vor allem hier und am Kaiserstuhl. Erhalten ist nur ein Teil. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die meisten Hohlwege verfüllt oder befestigt, vor allem bei Flurbereinigungen, manche dienten als Müllkippe. Die Rennweghohle bei Zeutern lag zu einem Drittel unter Müll und Bauschutt, bevor sie in den 1990er-Jahren mit Naturschutzmitteln saniert wurde. Die verbliebenen Hohlen sind zusammen mit den Stufenrainen, die beim Pflügen am Hang zwischen den Ackerterrassen entstanden, Zeugen der alten Landwirtschaft.

Wie alt die Hohlen sind

Ein Baujahr hat kein Hohlweg. Die meisten entstanden über Jahrhunderte, solange Wege unbefestigt waren und mit Fuhrwerken befahren wurden. Im 18. und 19. Jahrhundert konnten sich junge Hohlwege an steilen Stellen um bis zu einen Meter im Jahr vertiefen, manche noch Anfang des 20. Jahrhunderts. Erst als die Sohlen betoniert oder asphaltiert wurden, kam die Erosion zum Stillstand. Neue Hohlwege entstehen seitdem nicht mehr.

Für einzelne Hohlen bleibt das Alter unklar, bei der Weißen Hohl in Nußloch etwa. Viel älter ist das Material, in das sie schneiden. Der Löss stammt aus den Kaltzeiten des Eiszeitalters, und wo die Wände offen liegen, zeigen braune Bänder fossile Böden, die sich in den wärmeren Abschnitten dazwischen gebildet haben.

Leben an der Lösswand

Eine Hohle ist ein Mosaik auf engstem Raum: sonnige, heiße Steilwände neben feuchten, schattigen Überhängen, Gebüsch an den Flanken und Magerrasen an der Oberkante. Am wertvollsten sind besonnte, steile Wände mit offenem Löss.

Dort nisten Wildbienen und Wespen, ihre Nester verraten sich durch Bohrlöcher in allen Größen. Viele Arten brauchen Löss als Brutplatz, etwa die Lösswand-Schmalbiene oder die Schornsteinwespe, die kleine Röhren wie Wasserhähne aus der Wand über ihre Nesteingänge baut. In deren Nestern wachsen wiederum die Larven der metallisch glänzenden Lössgoldwespe heran. Im heutigen Naturschutzgebiet Beim Roten Kreuz bei Zeutern wies eine Untersuchung von 1981 an den Lössböschungen 106 Arten solcher Stechimmen nach, acht davon damals bundesweit gefährdet. Ursprünglich lebten viele dieser Steilwandbewohner an den Uferabbrüchen wilder Flüsse, Hohlwege sind für sie zum Ersatz geworden.

Auch größere Tiere nutzen die Böschungen. Dachs, Fuchs, Steinmarder und Kaninchen finden dort Unterschlupf, an der Galgenhohle sind Dachsbaue zu sehen, und Bachstelzen, Sperlinge und Schwalben brüten in vorhandenen Löchern. An offenen, heißen Wänden wachsen seltene Lössmoose und Flechten, dazu eine eigene Pflanzengesellschaft mit dem graugrünen Feldbeifuß, die sonst auf den Kalksanden der Rheinebene vorkommt. Je dichter Gebüsch und Robinien die Wände beschatten, desto artenärmer wird die Hohle. Deshalb werden Böschungen in Schutzgebieten von Zeit zu Zeit freigelegt.

Geschützte Biotope: Was das für deinen Besuch heißt

Hohlwege in der freien Landschaft sind in Baden-Württemberg gesetzlich geschützte Biotope, sobald sie mindestens einen Meter tief sind und ihre Böschung an der steilsten Stelle 45 Grad erreicht. Das regelt § 33 des Naturschutzgesetzes, geschützt ist auch ein ungenutzter Streifen an der Oberkante. Lehm- und Lösswände nennt bereits § 30 des Bundesnaturschutzgesetzes. Verboten ist alles, was diese Biotope zerstören oder erheblich beeinträchtigen kann. Viele Hohlen liegen zusätzlich in einem Naturschutzgebiet, etwa die Galgenhohle im Gebiet Kleiner Kraichbach, oder sind als Naturdenkmal ausgewiesen wie die Kreuzhohle bei Bruchsal. Welche Hohlwege als Biotop erfasst sind, zeigt die Landesanstalt für Umwelt in ihren Karten der geschützten Biotope.

Für deinen Besuch folgt daraus:

  • Auf dem Weg bleiben. In den Naturschutzgebieten Kleiner Kraichbach und Beim Roten Kreuz ist das Verlassen der Wege verboten, in der Galgenhohle gilt: nur auf dem Trampelpfad gehen.
  • Nicht an den Wänden klettern. Das kann Nester zerstören und ist gefährlich, weil nach regenreichen Tagen das Wurzelwerk der Bäume an der Kante gelockert sein kann.
  • Nicht graben und nicht in Nistlöcher stochern. Brutstätten wildlebender Tiere zu beschädigen und Pflanzen zu entnehmen, ist in den Schutzgebieten verboten.
  • Hunde an die Leine. Im Naturschutzgebiet Kleiner Kraichbach ist das Pflicht, Reiten ist dort verboten, Fahrräder ohne Hilfsmotor dürfen die Wege befahren.
  • Feuer nur an eingerichteten Feuerstellen.
  • Festes Schuhwerk tragen. Nach Regen können die Hohlwege sehr rutschig sein, und Teile der Pfade sind uneben.

Welche Runde zu wem passt

Die sechs Ziele oben unterscheiden sich stärker, als die ähnlichen Namen vermuten lassen. So findest du die passende Runde:

  • Mit Kindern: Der Lehrpfad in Zeutern ist mit rund 4 Kilometern kurz und hat eigene Tafeln für Kinder. Die K1 zur Galgenhohle ist mit 7 Kilometern länger, hat aber Kneippanlage, Waldspielplatz und Sternwarte am Weg.
  • Ohne Auto: In Odenheim beginnt der Hügelweg direkt am Bahnhof der S 31, in Zeutern führt der Weg vom Bahnhof durch den Ortskern zum Start. Zur Galgenhohle kommen ab dem Halt Oberöwisheim der S 32 rund drei Kilometer Fußweg dazu.
  • Für Geologie: Die Weiße Hohl zeigt Löss aus drei Eiszeiten im Profil, die GEOpfade in Östringen erklären an Tafeln Gesteine, Böden und Landschaftsgeschichte.
  • Für einen langen Wandertag: der Hohlenpfad Tairnbach mit rund 14 und der Hügelweg ab Odenheim mit rund 20 Kilometern.
  • Ohne größere Steigungen: die Runde BR7 über den Rotenberg bei Bruchsal, gut zur Hälfte asphaltiert.

Rund um Oberöwisheim lassen sich Galgenhohle, Pfannwaldsee und Sternwarte an einem Nachmittag verbinden, mehr dazu auf der Seite zu Kraichtal. Die Galgenhohle steht auch unter unseren Geheimtipps im Kraichgau. Längere Touren durch das Hügelland sammelt der Artikel Wandern im Kraichgau, und wie der Löss die ganze Landschaft prägt, erklärt der Überblick Der Kraichgau.

Häufige Fragen

Wie tief ist die Galgenhohle?

Die Angaben reichen von zehn bis knapp 15 Metern. Die Würdigung zum Naturschutzgebiet Kleiner Kraichbach von 1990 nennt Lösswände bis zu zehn Meter, die Stadt Kraichtal bis zu 13 Meter, der Bruchsaler Naturschutzverein AGNUS fast 15 Meter. Die Wände sind nicht überall gleich hoch, und Abbrüche und Bewuchs verändern eine Hohle über die Jahre. Stadt und AGNUS zählen die Galgenhohle übereinstimmend zu den tiefsten Hohlwegen im Kraichgau.

Warum entstehen heute keine neuen Hohlwege mehr?

Weil die Wege befestigt sind. Ein Hohlweg wächst nur, solange Räder und Hufe auf einem unbefestigten Weg den Löss aufbrechen und Regen den Staub fortspült. Seit die Sohlen betoniert oder asphaltiert wurden, ist diese Erosion vorbei. Ohne Pflege wachsen die alten Hohlen dagegen langsam zu, und ihre offenen Wände verschwinden.

Sind die Hohlwege mit Kinderwagen oder Rollstuhl begehbar?

Meist nicht. Der Lehrpfad in Zeutern ist für Kinderwagen, Gehhilfen und Rollstühle nicht geeignet, weil Teile des Weges uneben sind. Auch Galgenhohle und Weiße Hohl sind Naturwege, für die Weiße Hohl brauchst du Trittsicherheit. Die Runde BR7 in Bruchsal ist gut zur Hälfte asphaltiert, der Rest sind Schotter- und Naturwege.

Darf ich mit dem Fahrrad durch einen Hohlweg fahren?

Auf den Wegen teilweise, über Böschungen nie. Im Naturschutzgebiet Kleiner Kraichbach mit der Galgenhohle dürfen Fahrräder ohne Hilfsmotor die Wege befahren, Reiten ist dort verboten. Die GEOpfade in Östringen lassen sich mit kleinen Abweichungen auch als Radtour fahren. Wer über Böschungen oder Lösswände fährt, beschädigt ein geschütztes Biotop. Nach Regen wird der Lössboden zudem sehr rutschig.

Darf man an den Lösswänden graben oder nach Fossilien suchen?

Nein. Hohlwege mit ihren Steilböschungen sind geschützte Biotope, Lösswände schützt zusätzlich das Bundesnaturschutzgesetz, und in Naturschutzgebieten ist es verboten, die Bodengestalt zu verändern. Graben zerstört außerdem die Nester der Wildbienen. Wer sich für die Schichten im Löss interessiert, findet auf dem Brunnenweg in Östringen eine Station an einem Bodenaufschluss im Löss, und an der Weißen Hohl in Nußloch steht eine Infotafel.

Wie komme ich ohne Auto zu einem Hohlweg?

Am einfachsten mit den Stadtbahnen ab Bruchsal. Die S 31 hält in Zeutern, wo der Lehrpfad nach einem Fußweg durch den Ortskern beginnt, und endet in Odenheim am Start des Hügelwegs. Mit der S 32 fährst du bis Oberöwisheim, von dort führt ein ausgeschilderter Verbindungsweg rund drei Kilometer zur Galgenhohle. Nach Tairnbach fährt der Bus 702, auch sonntags (Stand 25.09.2026). Prüfe die Verbindungen vor der Fahrt in der Fahrplanauskunft.

Weiterführende Themen

Quellen

Redaktionell geprüft am 6. Oktober 2026. So arbeiten wir