Die Burg Steinsberg mit ihrem Bergfried auf der bewaldeten Kuppe über Sinsheim-Weiler, von Osten über Felder und Waldränder im Licht eines klaren Wintertags gesehen

Ausflüge

Burgen und Schlösser im Kraichgau

Zuletzt aktualisiert am 6. Oktober 2026

Bild: © Roman Eisele, CC BY-SA 4.0, Ausschnitt

Zusammenfassung

Einen weiten Blick über das Hügelland hast du vom Bergfried der Burg Steinsberg bei Sinsheim, der tagsüber ohne Eintritt offen ist. Festsäle und Museen zeigt das ganze Jahr Schloss Bruchsal, in Bad Wimpfen verbindet die Kaiserpfalz zwei Aussichtstürme mit Altstadtgassen, und die Burg Ravensburg bei Sulzfeld erlebst du als Gast ihres Biergartens. Die Wasserschlösser in Angelbachtal-Eichtersheim und Bad Rappenau stehen in Parks ohne Eintritt, sind innen aber Rathaus oder nur bei Veranstaltungen offen. Viele kleinere Burgen gehören bis heute Adelsfamilien und sind nur von außen zu sehen; Türme, Heimatmuseen und Führungen haben meist von Ostern bis Oktober Saison (Stand 28.09.2026).

Burgen und Schlösser auf einen Blick

Burgen und Schlösser auf einen Blick
FrageKurz gesagt
Turm ohne EintrittBergfried der Burg Steinsberg bei Sinsheim-Weiler, 30 m hoch, tagsüber frei zugänglich; das Burggelände jederzeit (Stand 28.09.2026)
Türme mit EintrittBlauer Turm (58 m, 3 €) und Roter Turm (2 €) der Kaiserpfalz Bad Wimpfen; der Rote Turm nur an Wochenenden und Feiertagen von Ostern bis zum zweiten Oktoberwochenende (Stand 28.09.2026)
Innenräume das ganze JahrSchloss Bruchsal, Di bis So und an Feiertagen 10 bis 17 Uhr; 8 € inklusive Musikautomaten-Museum und Museum der Stadt (Stand 28.09.2026)
Draußen ohne EintrittSchlossparks in Eichtersheim, Bad Rappenau, Bruchsal und Neckarbischofsheim, dazu die Schlossruine in Waibstadt-Daisbach und das Burgviertel in Bad Wimpfen
Einkehr auf der BurgBurgschenke Steinsberg Mi bis So 11 bis 22 Uhr; Biergarten der Burg Ravensburg Mi bis So, unter der Woche ab 16 Uhr (Stand 28.09.2026)
MontagsSchloss Bruchsal, Türme und Museen in Bad Wimpfen, Burgschenke Steinsberg und Biergarten Ravensburg sind zu; offen bleiben Burggelände und Bergfried Steinsberg und die Parks
SaisonTürme und Museen in Bad Wimpfen, das Schlossmuseum in Neckarbischofsheim und die Burgführungen auf dem Steinsberg vor allem von Ostern oder April bis Oktober, das Museum im Graf-Eberstein-Schloss Gochsheim von Februar bis November; im Winter offen: Schloss Bruchsal, Bergfried Steinsberg, Blauer Turm Fr bis So, an Feiertagen und in den Schulferien
Ohne AutoSchloss Bruchsal (S 31, S 32), Kaiserpfalz und Wasserschloss (S 42, RE 10b) und Schloss Gochsheim (S 32) liegen 400 m bis 1 km vom Halt; zur Ravensburg gut 2 km ab Bahnhof Sulzfeld, zum Steinsberg Bus 763 ab Sinsheim
Nur von außenBurg Neidenstein, Burg Ehrenberg bei Heinsheim, Wasserschlossruine Menzingen, Schloss Flehingen, Schloss Rotenberg und Schloss Schwaigern sind Privatbesitz oder anders genutzt

Burgen und Schlösser auf der Karte

Beim Laden wird deine IP-Adresse an OpenStreetMap übertragen. Mehr dazu in der Datenschutzerklärung.

Kartenausschnitt von Bruchsal im Westen bis Bad Wimpfen am Neckar im Osten. Im Norden liegen Neidenstein, Daisbach und Neckarbischofsheim, in der Mitte der Steinsberg bei Sinsheim und Eichtersheim, im Süden Gochsheim, Flehingen und die Ravensburg bei Sulzfeld.

Die bekanntesten Anlagen

Sechs Burgen und Schlösser für einen Ausflug

Burgen und Pfalz: Türme, Mauern, Aussicht

Mittelalterliche Anlagen auf Bergkuppen und über dem Neckar. Zeiten und Preise mit Stand 28.09.2026; prüfe sie vor der Fahrt beim Betreiber.

  • Sinsheim-Weiler

    Burg Steinsberg

    Achteckiger Bergfried aus dem 13. Jahrhundert auf dem Steinsberg, einem erloschenen Vulkan von 333 Metern. Eine Innentreppe führt nach oben, bei klarer Sicht reicht der Blick vom Königstuhl über Heidelberg bis zum Stromberg. Seit 1973 gehört die Burg der Stadt Sinsheim.

    Burghof und Turm kosten nichts, bezahlen musst du nur für eine Führung.

    Passt zu:
    Aussicht, Familien (Spielplatz unterhalb der Burg), Einkehr in der Burgschenke
    Führungen:
    April bis Oktober etwa einmal im Monat, meist sonntags 11 Uhr; 4 €, Kinder ab 6 Jahren 2 €
    Zeit:
    rund eine Stunde, mit Führung 1 bis 1,5 Stunden
  • Bad Wimpfen

    Kaiserpfalz Bad Wimpfen

    Die Pfalz der Stauferkönige über dem Neckar ist mit der Altstadt verwachsen: Blauer Turm, Steinhaus, Palas-Arkaden, Pfalzkapelle und Roter Turm liegen an einem Weg von rund 250 Metern. Durch das Burgviertel gehst du ohne Eintritt.

    Auf den 58 Meter hohen Blauen Turm führen rund 160 Stufen; die Türmerwohnung in seinem Aufsatz ist bis heute bewohnt.

    Passt zu:
    Geschichte, Aussicht, Altstadtbummel
    Türme und Museen:
    Blauer Turm Ostern bis Mitte Oktober Di bis So 10 bis 18 Uhr, im Winter Fr bis So, an Feiertagen und in den Schulferien; Steinhaus und Pfalzkapelle Ostern bis zum zweiten Oktoberwochenende Di bis So; Roter Turm in dieser Zeit nur Sa, So und an Feiertagen 12 bis 17 Uhr; 2 bis 4 € je Haus (Stand 05.10.2026)
    Zeit:
    eine Stunde für das Burgviertel, mit Turm und Museum ein halber Tag
  • Sulzfeld

    Burg Ravensburg

    Stammsitz der Göler von Ravensburg mit einem Bergfried von um 1220, tiefem Graben und Weinbergen ringsum. Die Burg ist Privatbesitz und an eine Gastronomie verpachtet; hinein kommst du als Gast des Biergartens.

    Den Bergfried kannst du nicht besteigen (gesperrt, Stand 2022), den Blick über das Hügelland hast du vom Burggarten.

    Passt zu:
    Wanderung mit Einkehr, Wein
    Biergarten:
    Mi und Do 16 bis 22 Uhr, Fr 16 bis 23 Uhr, Sa 15 bis 23 Uhr, So 11 bis 22 Uhr
    Ohne Auto:
    S 4 oder RE 45 bis Sulzfeld, dann gut 2 km zu Fuß bergauf

Schlösser: Säle, Museen und Parks

Eine Barockresidenz und zwei Wasserschlösser in den Tälern. Innen das ganze Jahr offen ist Schloss Bruchsal; die Wasserschlösser zeigen sich vor allem von außen.

  • Bruchsal

    Schloss Bruchsal

    Residenz der Fürstbischöfe von Speyer, ab 1722 gebaut. Balthasar Neumanns ovales Treppenhaus führt zu den Festsälen, deren Deckenbilder nach der Zerstörung 1945 neu gemalt wurden. Drei Etagen gehören dem Deutschen Musikautomaten-Museum.

    Eine Karte gilt für Schloss, Musikautomaten und Museum der Stadt; der Schlossgarten kostet nichts.

    Passt zu:
    Architektur, Regentag, Familien (Klangwand, Kindertour in der App)
    Führungen:
    Schloss 12 und 14 Uhr, Musikautomaten 11 und 15 Uhr, Di bis So
    Zeit:
    2,5 bis 3 Stunden, mit dem Museum der Stadt ein halber Tag
  • Angelbachtal

    Schloss Eichtersheim

    Wasserschloss der Herren von Venningen aus dem 16. Jahrhundert, rundum von Wasser umgeben und seit 1980 Rathaus. Der 6,75 Hektar große Landschaftspark mit alten Bäumen und Skulpturen von Jürgen Goertz ist frei zugänglich.

    Am Pfingstsonntag leuchten im Park Teelichter, 2026 rund 50.000; der Termin 2027 steht noch nicht fest (Stand 30.09.2026).

    Passt zu:
    Spaziergang, besondere Bäume, Feste im Park
    Innen:
    nur zu den Rathauszeiten, Mo bis Fr 8 bis 12 Uhr, Do auch 14 bis 18.30 Uhr
    Zeit:
    30 Minuten für die Runde um den Teich, mit Baumtafeln rund 1,5 Stunden
  • Bad Rappenau

    Wasserschloss Bad Rappenau

    Renaissanceschloss, das Eberhard von Gemmingen ab 1601 auf Eichenpfählen errichten ließ. Wasser umgibt es auf drei Seiten, ringsum liegt ein Park mit altem Baumbestand und einem Arboretum.

    Innen offen bei Ausstellungen, Konzerten und der Stadtführung „Auf Schusters Rappen“, bei der ein kostümierter Eberhard von Gemmingen im Schloss empfängt.

    Passt zu:
    kurzer Halt, Kombination mit Gradierwerk und Kaiserpfalz
    Zeit:
    30 Minuten für Park und Graben
    Ohne Auto:
    S 42 oder RE 10b bis Bad Rappenau, gut 400 m zu Fuß

Burgen und Schlösser im Vergleich

Zugang und Eintritt für Erwachsene, Stand 28.09.2026. Zeiten wechseln mit der Saison; prüfe sie vor der Fahrt beim Betreiber oder bei der Gemeinde.

Burgen und Schlösser im Vergleich
AnlageOrtWas du betreten kannstEintrittBesonderheit
Burg SteinsbergSinsheim-WeilerBurggelände jederzeit, Bergfried tagsüber; Burgschenke Mi bis Sofrei; Führung 4 €achteckiger Bergfried, 30 m, auf dem Steinsberg (333 m)
Kaiserpfalz Bad WimpfenBad WimpfenBurgviertel frei; zwei Türme und zwei Museen, vor allem Ostern bis Oktober2 bis 4 € je Turm oder MuseumPalas-Arkaden, Blauer Turm mit bewohnter Türmerwohnung
Burg RavensburgSulzfeldVorburg und Burggarten als Gast des Biergartens, Mi bis So; Bergfried gesperrtkein EintrittBurg der Göler von Ravensburg zwischen Weinbergen
Schloss BruchsalBruchsalSchlossräume und zwei Museen Di bis So 10 bis 17 Uhr; Garten tagsüber frei8 €, mit Schlossführung 10 €Treppenhaus von Balthasar Neumann, Musikautomaten
Schloss EichtersheimAngelbachtalPark frei; das Schloss ist RathausfreiLandschaftspark mit Rekordbäumen und Goertz-Skulpturen
Wasserschloss Bad RappenauBad RappenauPark frei; innen bei Ausstellungen, Konzerten und StadtführungenPark frei, Ausstellungen im Herbst 2026 frei, Stadtführung 7 €Renaissancebau ab 1601 auf Eichenpfählen
Graf-Eberstein-SchlossKraichtal-GochsheimMuseum Februar bis November sonntags 13 bis 18 Uhr4 €, mit Backmuseen 7 €Renaissanceportal, Stuckdecke von 1580, Kraichgau-Bibliothek
Altes SchlossNeckarbischofsheimPark frei; Museum in der Regel April bis Oktober am ersten Sonntag, 15.30 bis 17 UhrfreiSitz der Helmstatt, Wandmalereien, 1976 bis 1978 freigelegt
Schloss RauenbergRauenbergWinzermuseum am ersten Sonntag im Monat, 14 bis 17 Uhr, nicht an Feiertagenfreiab 1737 für den Bischof von Speyer gebaut
Schlossruine DaisbachWaibstadt-Daisbachfrei zugänglichfreiunvollendetes Schlösschen von 1730 in einem Park mit Weiher
Burgen und Schlösser im Vergleich · Zum Weiterlesen wischen

Zwei Anlagen an einem Tag

Fahrstrecken mit dem Auto gerundet, Bahnzeiten mit Stand 28.09.2026.

Zwei Anlagen an einem Tag
KombinationWeg dazwischenSo passt es
Wasserschloss Bad Rappenau und Kaiserpfalz Bad Wimpfenrund 6 km; mit der S 42 sieben MinutenPark und Portal in einer halben Stunde, danach Turm und Museum in der Pfalz; von Ostern bis zum zweiten Oktoberwochenende sind am Wochenende alle vier Häuser in Wimpfen offen
Schloss Bruchsal und Graf-Eberstein-Schloss GochsheimS 32 ohne Umstieg in rund 20 Minuten; mit dem Auto knapp 15 kmnur sonntags von Februar bis November: Musikautomaten um 11 Uhr, Schlossführung um 12 Uhr, danach ab Gochsheim Bahnhof knapp 1 km hinauf zum Museum
Burg Steinsberg und Schloss Eichtersheimrund 11 kmAussicht vom Bergfried, danach ein Spaziergang unter alten Bäumen in der Talaue; Einkehr in der Burgschenke Mi bis So
Burg Steinsberg und Burg Ravensburgrund 18 km, gut 20 Minutenzwei Bergfriede aus dem 13. Jahrhundert: tagsüber auf den Turm am Steinsberg, am späten Nachmittag in den Biergarten der Ravensburg (Mi bis So)
Graf-Eberstein-Schloss Gochsheim, Schloss Flehingen und Burg Ravensburgrund 4 km bis Flehingen, weiter rund 11 km zur RavensburgSonntagsrunde im Süden: Museum ab 13 Uhr, Flehingen im Vorbeifahren von außen, zum Abschluss der Biergarten (So bis 22 Uhr)
Altes Schloss Neckarbischofsheim, Schlossruine Daisbach und Burg Neidensteinrund 8,5 km bis Daisbach, weiter knapp 4 km nach Neidensteinam besten am ersten Sonntag von April bis Oktober mit dem Museum im Alten Schloss; Daisbach frei zugänglich, Neidenstein nur von außen
Zwei Anlagen an einem Tag · Zum Weiterlesen wischen

Welche Anlage zu wem passt

Die Anlagen unterscheiden sich weniger im Alter als darin, was du vor Ort tun kannst. So findest du die passende:

  • Weite Aussicht: der Bergfried der Burg Steinsberg, bei klarer Sicht bis zum Königstuhl über Heidelberg und zum Stromberg, oder der Blaue Turm der Kaiserpfalz Bad Wimpfen mit Blick ins Neckartal.
  • Mit Kindern: der Steinsberg mit Spielplatz unterhalb der Burg und dem Kinderburgführer „Entdecke die Burg Steinsberg“ für 4 €, die Klangwand im Musikautomaten-Museum in Bruchsal und die Rüstungen im Roten Turm in Bad Wimpfen.
  • Architektur und Kunst: Schloss Bruchsal mit Treppenhaus und Rokoko-Festsälen, die staufischen Arkaden des Palas in Bad Wimpfen und das Renaissanceportal am Wasserschloss Bad Rappenau.
  • Regentag: Schloss Bruchsal, weil Schlossräume und beide Museen drinnen liegen und das ganze Jahr geöffnet sind.
  • Spaziergang ohne Eintritt: die Parks um Schloss Eichtersheim und das Wasserschloss Bad Rappenau, im Frühjahr mit blühender Magnolie in Eichtersheim und Rhododendren in Bad Rappenau.
  • Wandern mit Einkehr: die Burg Ravensburg am Ende der Streckenwanderung EP4 von Eppingen oder unterwegs auf der Ravensburg-Tour SU1, der Steinsberg mit Burgschenke nach der Rundwanderung ab dem Bahnhof Sinsheim.

Türme mit Aussicht

Hinauf geht es auf den Bergfried am Steinsberg und auf die beiden Türme der Kaiserpfalz. Zwei weitere große Bergfriede siehst du nur von unten.

Der Bergfried auf dem Steinsberg ist 30 Meter hoch und achteckig, an seinen Buckelquadern sind noch die Zeichen der Steinmetze zu erkennen. Er steht auf einem erloschenen Vulkan, der mit 333 Metern als höchste Erhebung des Kraichgaus gilt; weil sie von weit her zu sehen ist, heißt die Burg auch Kompass des Kraichgaus. Eine Innentreppe führt nach oben, der Turm ist tagsüber offen und kostet nichts. Öffentliche Führungen gibt es von April bis Oktober etwa einmal im Monat, meist sonntags um 11 Uhr, der letzte Termin 2026 ist am 18. Oktober (Stand 28.09.2026).

In Bad Wimpfen stehen die beiden Bergfriede der Stauferpfalz rund 200 Meter auseinander, zu Fuß sind es rund 250 Meter. Der Blaue Turm ist 58 Meter hoch; seinen Aufsatz mit Ecktürmchen und blauem Schieferhelm bekam er nach einem Brand 1848. Er öffnet von Ostern bis Mitte Oktober dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, im Winterhalbjahr freitags bis sonntags und an Feiertagen. Der Rote Turm ist rund 23 Meter hoch, innen erklärt eine Ausstellung das Leben um 1200, oben liegt eine Plattform. Ihn besteigst du samstags, sonntags und an Feiertagen von 12 bis 17 Uhr, von Ostern bis zum zweiten Oktoberwochenende (Stand 28.09.2026).

Der Bergfried der Ravensburg, rund 30 Meter hoch und um 1220 gebaut, war zuletzt aus Sicherheitsgründen gesperrt (Stand 2022); ob er wieder offen ist, erfährst du beim Burgrestaurant. Über Heinsheim, einem Stadtteil von Bad Rappenau am Neckar, ragt der rund 50 Meter hohe Bergfried der Burg Ehrenberg auf. Die Burg ist bewohnter Privatbesitz.

Innenräume, Museen und Führungen

Viel zu sehen gibt es in Schloss Bruchsal, dienstags bis sonntags und an Feiertagen von 10 bis 17 Uhr, das ganze Jahr. Die Schlossführung beginnt um 12 und um 14 Uhr, die Führung im Musikautomaten-Museum um 11 und um 15 Uhr; beide dauern eine Stunde und lassen sich direkt hintereinander legen. Die Karte für 8 € gilt auch für das Museum der Stadt im dritten Obergeschoss, mit Schlossführung kostet sie 10 € (Stand 28.09.2026).

In Bad Wimpfen zeigt der Verein Alt Wimpfen zwei Museen in der Pfalz: das Historische Museum im romanischen Steinhaus mit einem Modell der ganzen Anlage und das Kirchenhistorische Museum in der früheren Pfalzkapelle. Beide öffnen von Ostern bis zum zweiten Oktoberwochenende dienstags bis sonntags vormittags und nachmittags; das Steinhaus kostet 4 €, die Kapelle 3 €.

Kleiner und nur sonntags offen ist das Graf-Eberstein-Schloss in Gochsheim, einem Stadtteil von Kraichtal. Es entstand zwischen 1520 und 1580; erhalten sind der Wendeltreppenturm, ein Portal mit dem Erbauerpaar in runden Medaillons und die Stuckdecke im Turmzimmer. Das Museum erzählt von der Kraichgauer Ritterschaft und den neun Kraichtaler Stadtteilen und zeigt Bilder des Malers Karl Hubbuch. Geöffnet ist von Februar bis November sonntags von 13 bis 18 Uhr, der Eintritt kostet 4 €, am ersten Sonntag im Monat beginnt um 14 Uhr eine offene Führung (Stand 28.09.2026).

Ohne Eintritt, aber nur an wenigen Tagen öffnen zwei Heimatmuseen in Schlössern. Das Museum im Alten Schloss von Neckarbischofsheim, dem Sitz der Herren von Helmstatt, hat in der Regel von April bis Oktober am ersten Sonntag im Monat von 15.30 bis 17 Uhr offen; bei der Restaurierung 1976 bis 1978 kamen im Innern Wandmalereien zutage. Das Winzermuseum im Schloss von Rauenberg öffnet am ersten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr, nicht an Feiertagen.

Das Wasserschloss Bad Rappenau hat keine festen Öffnungszeiten. Hinein kommst du bei Ausstellungen, Konzerten und Kindertheater der städtischen Reihe „Kunst und Kultur im Schloss“ oder bei der Stadtführung „Auf Schusters Rappen“ an einzelnen Samstagen um 9.30 Uhr, die im Schloss Station macht (7 €, mit Gästekarte 6 €). Schloss Eichtersheim ist Rathaus; zu den Zeiten der Verwaltung kommst du hinein, gelegentlich zeigt die Gemeinde dort Kunstausstellungen.

Schlossparks und Burggelände ohne Eintritt

Wer draußen bleiben will, braucht keine Karte. Der Park um Schloss Eichtersheim ist ein Landschaftsgarten von 6,75 Hektar mit mehr als 40 dokumentierten Baumarten; fünf Bäume aus Angelbachtal stehen in der Liste der Rekordbäume der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft. Tafeln eines Baumrundgangs erklären die Raritäten, zwischen den Wiesen stehen Großplastiken von Jürgen Goertz. Hunde gehören an die Leine, Grillen und Bootfahren sind verboten.

Am Wasserschloss Bad Rappenau zieht sich der Schlosspark am Mühlbach entlang Richtung Innenstadt, mit Bäumen, die älter als 160 Jahre sind, einem Arboretum aus der Landesgartenschau 2008 und einem Kneippbecken. Der Bruchsaler Schlossgarten ist von Sonnenaufgang bis zur Dunkelheit offen, längstens bis 22 Uhr; Picknick und Grillen erlaubt die Gartenordnung dort nicht, Hunde nur an der kurzen Leine. In Neckarbischofsheim liegt der Schlosspark mit Teich, Altem Schloss und einem Renaissance-Tor von 1590 mitten in der Stadt.

Frei zugänglich sind auch das Gelände der Burg Steinsberg, jederzeit, und das Burgviertel der Kaiserpfalz, in dem bis heute gewohnt wird. In Daisbach, einem Stadtteil von Waibstadt, steht in einem kleinen Park mit Weiher die Ruine einer Wasserburg, die Karl Eberhard Göler von Ravensburg ab 1730 zum Schlösschen umbauen wollte; mit seinem Tod 1732 blieb der Bau liegen. Erhalten sind Außenmauern bis zum ersten Stock, ein runder Treppenturm und der Gewölbekeller. Die Stadt besitzt die Ruine seit 1983, Freiwillige sichern das Mauerwerk seit 1991.

Privatbesitz: nur von außen zu sehen

Viele Burgen und Schlösser gehören bis heute Adelsfamilien oder dienen als Bildungszentrum und Gruppenhaus. Betreten kannst du sie nicht, ein Blick von der Straße oder vom Weg lohnt trotzdem:

  • Burg Neidenstein: Die Burg über dem Ort Neidenstein ist seit 1319 als Lehen der Herren von Venningen belegt, gehört der Familie bis heute und ist bewohnt. Das Burgdorfmuseum in einem Fachwerkhaus der Vorburg öffnet nach Absprache mit dem Heimatverein.
  • Burg Ehrenberg bei Heinsheim: rund 50 Meter hoher Bergfried über dem Neckar; die Vorburg bewohnt die Familie von Racknitz, eine Besichtigung ist nicht möglich.
  • Wasserschlossruine Menzingen in Kraichtal: Renaissanceschloss der Herren von Mentzingen, im April 1945 zerstört. Ruine und Gelände sind privat, Besucher werden geduldet; einen guten Blick hast du von der Sitzgruppe mit Infotafel außerhalb des geschlossenen Bereichs.
  • Schloss Flehingen in Oberderdingen: Renaissancebau um 1565 mit Ecktürmen am Zusammenfluss von Kraich und Kohlbach, heute Bildungszentrum mit Fachschulen.
  • Schloss Rotenberg in Rauenberg: über dem kleinen Ortskern, 1921/22 fast ganz neu aufgebaut, vom Renaissance-Schloss blieb das Portal; heute Jugendburg für Gruppen.
  • Schloss Schwaigern: Sitz der Grafen von Neipperg neben der Stadtkirche, bewohnt, auch der Schlossgarten ist nicht zugänglich.
  • Burg Obergrombach in Bruchsal: privat, zu sehen beim Burgfest, das alle zwei Jahre stattfindet.

In Oberderdingen lohnt der Amthof, der befestigte Pfleghof des Klosters Herrenalb mit Ringmauer und Hexenturm. Durch das Tor kommst du in den Hof, in dem auch das Rathaus sitzt; öffentliche Führungen beginnen am ersten Sonntag im Monat um 14.30 Uhr an der Stadtinfo. Burg Guttenberg und Burg Hornberg stehen schon im Neckartal außerhalb unseres Gebiets.

Warum im Kraichgau so viele Adelssitze stehen

Neben der Kurpfalz, Württemberg, Baden und dem Bischof von Speyer teilten sich zahlreiche Ritterfamilien das Land, darunter die Gemmingen, Neipperg, Helmstatt, Venningen und Göler von Ravensburg. Sie hielten Dörfer und Güter als Lehen, schlossen sich 1542 im Ritterkanton Kraichgau zusammen, dessen Kanzlei ab 1619 in Heilbronn saß, und blieben bis 1806 reichsunmittelbar. Jede dieser kleinen Herrschaften brauchte einen Sitz. Deshalb steht in vielen Dörfern eine Burg, ein Wasserschloss oder ein Herrenhaus.

Die Bauten folgen der Landschaft. Auf Kuppen stehen die Burgen des Hochmittelalters mit ihren Bergfrieden, der Steinsberg und die Ravensburg, über dem Neckar die Pfalz der Staufer in Wimpfen. In den feuchten Tälern entstanden Wasserburgen, aus denen im 16. und frühen 17. Jahrhundert Renaissanceschlösser wurden: Menzingen nach dem Bauernkrieg von 1529 bis 1539, Flehingen um 1565, Bad Rappenau ab 1601. In Bad Rappenau stehen die Mauern auf Eichenpfählen, die dauerhaft unter Wasser bleiben müssen; deshalb blieb ein Graben, als der Schlosssee 1904 trockengelegt wurde. Die Fürstbischöfe von Speyer bauten ihre Barockresidenz ab 1722 am Westrand des Hügellands in Bruchsal.

Weil viele Familien ihre Sitze bis heute besitzen oder bewohnen, sind so viele Anlagen nur von außen zu sehen: die Venningen in Neidenstein, die Mentzingen in Menzingen, die Neipperg in Schwaigern, die Racknitz auf dem Ehrenberg. Was heute offen ist, gehört meist Städten und Gemeinden. Bad Rappenau kaufte das Wasserschloss 1956, Eichtersheim sein Schloss 1963, Sinsheim die Burg Steinsberg 1973. In Neckarbischofsheim kam das Alte Schloss 1975 an die Stadt, nachdem die dortige Linie der Helmstatt ausgestorben war.

Häufige Fragen

Welche Burgen und Schlösser haben im Winter geöffnet?

Schloss Bruchsal mit Musikautomaten-Museum und Museum der Stadt öffnet das ganze Jahr dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr. Burggelände und Bergfried der Burg Steinsberg bleiben frei zugänglich, die Burgschenke hat mittwochs bis sonntags geöffnet. Der Blaue Turm in Bad Wimpfen öffnet von Mitte Oktober bis Ostern freitags bis sonntags und an Feiertagen, in den baden-württembergischen Schulferien auch unter der Woche. Die Museen in Gochsheim pausieren im Dezember und Januar, die Museen der Kaiserpfalz und das Museum im Alten Schloss Neckarbischofsheim bis zum Frühjahr. Ob der Biergarten der Ravensburg im Winter offen hat, erfährst du beim Pächter (Stand 28.09.2026).

Wo gibt es Burgführungen für Kinder?

Auf der Burg Steinsberg gibt es mehrmals im Jahr Kinderburgführungen für 6- bis 12-Jährige, für 2 € pro Kind; die Termine für 2027 stehen noch aus (Stand 28.09.2026). Ohne Termin hilft das Heft „Entdecke die Burg Steinsberg“ für 4 €, erhältlich unter anderem in der Burgschenke und in der Tourist-Info Sinsheim. Im Graf-Eberstein-Schloss in Gochsheim liegt an der Kasse ein Rätselheft für den Mitmachpfad, dort lässt sich auch ein Kindergeburtstag als Burgfräulein oder Ritter feiern. Für Schloss Bruchsal gibt es in der kostenlosen App „Monument BW“ eine Kindertour von 45 Minuten.

Kann man auf einer Burg oder in einem Schloss im Kraichgau heiraten?

Ja, an mehreren Orten. Das Standesamt Bad Rappenau traut montags bis freitags im Dachgeschoss des Wasserschlosses, mit Platz für rund 80 Gäste und einem Zuschlag von 120 € (Stand November 2024). Auf der Burg Ravensburg ist seit 2006 in einem Gewölbekeller eine Traukapelle eingerichtet, gefeiert wird in Rittersaal und Palas. Im Graf-Eberstein-Schloss in Gochsheim und im Alten Schloss in Neckarbischofsheim dienen die Rittersäle als Trauzimmer, im Winzermuseum im Schloss Rauenberg sind Trauungen über das Standesamt möglich (150 €), und die Burgschenke Steinsberg richtet mittelalterliche Hochzeiten aus. Termine vergeben das Standesamt der jeweiligen Gemeinde oder der Betreiber.

Gibt es eine Burgenroute durch den Kraichgau?

Die Ferienstraße Burgenstraße von Mannheim nach Bayreuth führt über Sinsheim und die Burg Steinsberg. Auf dem gleichnamigen Radweg fährst du vom Schloss in Neckarbischofsheim zum Steinsberg, 14 Kilometer mit rund 280 Höhenmetern, gut eine Stunde. Zu Fuß führt der Sickingenweg des Odenwaldklubs in zwei Etappen und 29 Kilometern von Bruchsal über Gochsheim und Flehingen zur Burg Ravensburg; die zweite Etappe ab dem Bahnhof Flehingen ist 10,6 Kilometer lang. Weitere Touren stehen in Wandern im Kraichgau und Radfahren im Kraichgau.

Was unterscheidet eine Burg von einem Schloss?

Eine Burg ist ein befestigter Wohnsitz mit Mauern, Graben und oft einem Bergfried, gebaut zur Verteidigung. Ein Schloss dient vor allem dem Wohnen und der Repräsentation und entstand häufig aus einer älteren Burg. Im Kraichgau lässt sich der Übergang gut ablesen: In Menzingen und Bad Rappenau wurden an der Stelle mittelalterlicher Wasserburgen Renaissanceschlösser gebaut, Rotenberg wurde 1540 bis 1542 von der Burg zum Schloss ausgebaut. Die Ravensburg blieb dagegen Burg und wurde nach der Belagerung von 1546 sogar zur Festung verstärkt, Schloss Bruchsal entstand ab 1722 gleich als Residenz.

Wann gibt es Rittermahle und Feste auf Burgen und Schlössern?

Die Burgschenke Steinsberg lädt an einzelnen Abenden zu öffentlichen Rittermahlen mit Programm, von 19 bis 22 Uhr für 75 € mit Menü und Getränken; die nächsten Termine liegen im November und Dezember 2026 (Stand 28.09.2026), gebucht wird bei der Burgschenke. Im Schlosspark Eichtersheim folgen in der Regel der Pfingstmarkt mit Schlossparkbeleuchtung, Ende Juni eine Serenade, im Juli die Highland Games und am zweiten Augustwochenende Ritterspiele mit mittelalterlichem Markt. Die private Burg Obergrombach öffnet beim Burgfest, das alle zwei Jahre stattfindet. An den ersten drei Adventswochenenden steht der Weihnachtsmarkt Bad Wimpfen in den Gassen rund um die Kaiserpfalz.

Weiterführende Themen

Quellen

Redaktionell geprüft am 6. Oktober 2026. So arbeiten wir