Stadt · Rhein-Neckar-Kreis
Waibstadt im Kraichgau
Waibstadt ist eine frühere Reichsstadt im Schwarzbachtal. Über den Dächern der Altstadt ragt der Turm der Stadtpfarrkirche auf. Am Mühlberg liegt der jüdische Friedhof, einst Begräbnisstätte für Gemeinden aus dem weiten Umland.
- Mit der Bahn
- S 8 ab Heidelberg Hbf ohne Umstieg in 40 Minuten, tagsüber stündlich, werktags nachmittags alle 30 Minuten (Stand 25.09.2026)
- Mit dem Auto
- an der B 292 zwischen Sinsheim und Mosbach; zur A6-Anschlussstelle Sinsheim knapp 8 km
- Mühlberg
- jüdischer Friedhof und Mausoleum frei zugänglich, vom Bahnhof rund 1,5 km zu Fuß, zuletzt bergauf

74915 Waibstadt
Website der GemeindeBild: © Roman Eisele, CC BY-SA 4.0, Ausschnitt
Waibstadt kurz erklärt
Waibstadt ist eine Stadt im Rhein-Neckar-Kreis mit 5.849 Einwohnern (Stand 31.12.2025), rund sechs Kilometer Luftlinie nördlich von Sinsheim im Tal des Schwarzbachs, und liegt vollständig im Naturraum Kraichgau. Zur Stadt gehören das Dorf Daisbach und die Siedlung Bernau am Bahnhof Neckarbischofsheim Nord; außerdem ist Waibstadt Sitz des Gemeindeverwaltungsverbands für sechs Gemeinden. Bekannt ist die neugotische Stadtpfarrkirche von 1868 mit ihrem 65 Meter hohen Turm, dazu der jüdische Friedhof im Mühlbergwald mit dem Mausoleum von Hermann Weil.
Fakten
- Status
- Stadt; 1241 erstmals als Reichsstadt genannt, Stadtrecht 1950 förmlich neu verliehen
- Landkreis
- Rhein-Neckar-Kreis seit 1973, vorher Landkreis Sinsheim; Regierungsbezirk Karlsruhe
- Einwohner (31.12.2025)
- 5.849 (amtliche Fortschreibung der Statistischen Ämter)
- Fläche
- 25,57 km², vollständig im Naturraum Kraichgau
- Postleitzahl
- 74915 für die ganze Stadt; Vorwahl 07263, in Daisbach 07261
- Gliederung
- Kernstadt mit der Siedlung Bernau und der Stadtteil Daisbach mit Ortschaftsrat
- Höhenlage
- Stadtpfarrkirche rund 175 m, Mühlberg und Daisbach um 235 m; Gemarkung von gut 150 m am Schwarzbach bis rund 300 m
- Erste Erwähnung
- 795 als Weibestat im Lorscher Codex
- Verwaltungsverband
- Sitz des Gemeindeverwaltungsverbands Waibstadt, gegründet 1975, sechs Mitgliedsgemeinden
- Rathaus
- Hauptstraße 31, 74915 Waibstadt
Redaktionell geprüft am 6. Oktober 2026.
Kernstadt, Daisbach und Bernau
Neben der Kernstadt gehören zwei Ortsteile zur Stadt: Daisbach und Bernau. Nur Daisbach ist ein eigener Stadtteil mit Ortschaftsrat, Ortsvorsteher und Verwaltungsstelle; das Dorf kam am 1. Juli 1971 zu Waibstadt. Bernau ist eine Siedlung auf der Gemarkung der Kernstadt, die 1970 ihren heutigen Namen bekam. Dazu kommen einzelne Höfe und Wohnplätze im Außenbereich.
Waibstadt (Kernstadt)
Altstadt links des Schwarzbachs mit Marktplatz, Rathaus, Brunnenweible und Stadtpfarrkirche. Bis ins 19. Jahrhundert umgab sie eine Mauer mit unregelmäßig fünfeckigem Grundriss und zwei Toren im Norden und Süden, im Norden sicherten Schwarzbach, Krebsbach und drei Grabenseen die Stadt. Neubaugebiete umgeben den Kern heute fast ringsum, das Gewerbegebiet zieht sich an Bahn und B 292 entlang. Östlich über der Stadt liegt der Mühlberg mit Wald, Waldlehrpfad, jüdischem Friedhof und Mausoleum
Daisbach
Haufendorf in einer Mulde gut drei Kilometer westlich der Kernstadt und rund 60 Meter höher, 1349 als Dahspach erstmals erwähnt. Anders als die Stadt gehörte das Dorf Rittern, zuletzt den Göler von Ravensburg, die 1522 die Reformation einführten; die evangelische Kirche stammt von 1788, die katholische von 1963. In der Ortsmitte liegt die Ruine der Wasserburg. Zum Stadtteil gehört der Ursenbacherhof; Grundschul-Außenstelle, Kindergarten und Verwaltungsstelle blieben nach der Eingemeindung von 1971 erhalten, rund 1.300 Einwohner
Bernau
Siedlung rund zwei Kilometer nordöstlich der Altstadt am Bahnhof Neckarbischofsheim Nord, der trotz seines Namens auf Waibstadter Gemarkung liegt. Die Siedlung bei der Bahnstation bekam 1970 den Namen Bernau, 2007 zu ihrem 50-jährigen Bestehen eine Kapelle, geweiht Johannes dem Täufer, die auch an die Hochwasser von 1993 und 1994 erinnert. Die S 8 hält hier zwei Minuten nach Waibstadt
Lage und Anreise
Waibstadt liegt im nördlichen Kraichgau, rund sechs Kilometer Luftlinie nördlich von Sinsheim und gut 20 Kilometer südöstlich von Heidelberg. Die Altstadt steht auf etwa 175 Metern links des Schwarzbachs, der im Kleinen Odenwald entspringt und unterhalb der Stadt bei Meckesheim in die Elsenz mündet. Sein breites, von Wiesen geprägtes Tal ist hier in den Muschelkalk eingeschnitten, auf den flachen Rücken im Süden liegt eine Decke aus Flugsand. Der Mühlberg östlich der Stadt und das Dorf Daisbach im Westen liegen rund 60 Meter höher. Die ganze Gemarkung gehört zum Naturraum Kraichgau, trotzdem ist Waibstadt Mitglied im Naturpark Neckartal-Odenwald, dessen Wandertafeln an fünf Wanderparkplätzen der Stadt stehen.
Östlich der Kernstadt, zwischen Schwarzbach und Mühlbergwald, steht die Talaue seit 1984 unter Schutz. Das Naturschutzgebiet Waibstädter Schwarzbachaue umfasst rund 37 Hektar Feuchtbiotope und zusammenhängende Wiesen, dazu die Nachklärteiche der Verbandskläranlage, deren Tier- und Pflanzenwelt wissenschaftlich beobachtet werden soll; ein Landschaftsschutzgebiet von rund 20 Hektar schließt an. Vom 1. März bis 30. September gilt ein Wegegebot, Hunde gehören an die Leine, Feuer und Grillen sind verboten.
Im Lorscher Codex erscheint der Ort 795 als Weibestat. Unter den Staufern wurde er zur Stadt ausgebaut. 1241 wird er nach einem Stadtbrand erstmals als Reichsstadt genannt. Schon vor 1330 kam Waibstadt als Reichspfand an den Bischof von Speyer. 1347 bestätigte Kaiser Ludwig der Bayer das Stadtrecht nach dem Vorbild der Reichsstadt Wimpfen, doch das Hochstift gab das Pfand weiter: 1382 an Worms, 1394 an die Herren von Hirschhorn, 1427 an die Herren von Helmstatt, die im Nachbarstädtchen Neckarbischofsheim die Ortsherren waren. Nach dem Dreißigjährigen Krieg versuchte die Bürgerschaft vergeblich, sich selbst auszulösen und wieder reichsunmittelbar zu werden; die Prozesse liefen bis 1774. 1803 kam Waibstadt an Baden.
Die bischöfliche Pfandherrschaft prägt die Stadt bis heute. Als die Kurpfalz Waibstadt 1609 besetzte und einen reformierten Geistlichen einsetzte, hielt die Bürgerschaft am alten Glauben fest, 1615 gab die Pfalz die Stadt zurück. 1622 schlug Tilly, der Feldherr der katholischen Liga, hier sein Hauptquartier auf. Die umliegenden Rittergüter wurden dagegen evangelisch, Daisbach schon 1522. Deshalb stehen auf der Gemarkung viele Feldkreuze und Marienstöcke, 1933 waren mehr als 90 Prozent der Einwohner katholisch, und eine evangelische Kirche bekam die Kernstadt erst 1910, als Filiale von Daisbach.
Mit der Bahnlinie von Heidelberg nach Mosbach, die 1862 durch das Schwarzbachtal eröffnet wurde, bekam Waibstadt einen Bahnhof. Die Strecke endet heute in Aglasterhausen; seit Juni 2010 fährt dort die S-Bahn Rhein-Neckar, zuerst als S 51, seit dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2025 als S 8. Nach 1945 wuchs die Stadt mit Heimatvertriebenen und Flüchtlingen, die 1960 knapp ein Drittel der Einwohner stellten; rings um den alten Kern entstanden Neubaugebiete. Seit 1975 ist Waibstadt Sitz des Gemeindeverwaltungsverbands, der für sechs Gemeinden mit zusammen gut 20.000 Einwohnern unter anderem die Flächennutzungsplanung und das gemeinsame Amtsblatt übernimmt.
- S 8 nach Heidelberg: Der Bahnhof liegt am Nordrand der Altstadt. Tagsüber fährt die S 8 jede Stunde ohne Umstieg über Meckesheim und Neckargemünd nach Heidelberg Hbf, in 44 Minuten; montags bis freitags kommen morgens bis etwa 9 Uhr und von etwa 13 bis 19 Uhr Züge im 30-Minuten-Takt dazu. Früh am Morgen und ab etwa 19.45 Uhr endet die S 8 in Meckesheim, dort geht es mit der S 7 weiter, die Fahrzeit bleibt ähnlich. Aus Heidelberg braucht sie 40 Minuten; am Wochenende fahren die durchgehenden Züge etwa von 8 bis 19 Uhr stündlich (Fahrplan Oktober 2026, Stand 25.09.2026).
- S 8 in die Nachbarorte: In der Gegenrichtung fährt die S 8 in zwei Minuten nach Neckarbischofsheim Nord, in fünf nach Helmstadt und weiter bis Aglasterhausen; nach Neidenstein sind es drei, nach Meckesheim zehn Minuten. Bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2025 hieß die Linie S 51, auf älteren Plänen steht noch dieser Name.
- Bus nach Sinsheim: Der Bus 797 fährt vom Bahnhof über Daisbach in 18 Minuten zum Hauptbahnhof Sinsheim, werktags etwa stündlich, samstags bis zum Nachmittag stündlich, danach und sonntags alle zwei Stunden. Schneller ist der Bus 899 ab der Haltestelle Lido in der Ortsmitte, drei Gehminuten von der Stadtpfarrkirche: Er braucht zehn bis elf Minuten, fährt werktags mindestens stündlich und in den Hauptverkehrszeiten alle 30 Minuten, samstags bis etwa 17 Uhr stündlich und sonntags alle zwei Stunden. Am Sonntag ergeben 797 und 899 zusammen etwa eine Fahrt pro Stunde; die Gegenrichtung ist ähnlich getaktet.
- Bus nach Mosbach: In der anderen Richtung fährt der 899 von der Haltestelle Lido in gut 30 Minuten nach Mosbach-Neckarelz, werktags weiter zum Busbahnhof Mosbach. Richtung Neckarbischofsheim fahren der 797 und andere Linien vom Bahnhof in rund zehn Minuten zum dortigen Rathaus.
- Daisbach: Die Busse 796 und 797 verbinden Daisbach in zehn bis zwölf Minuten mit dem Hauptbahnhof Sinsheim, werktags zusammen etwa zweimal pro Stunde, samstags meist stündlich je Linie und sonntags alle zwei Stunden je Linie; der 797 fährt in sechs Minuten weiter zum Bahnhof Waibstadt. Werktags und sonntags am Abend ergänzt das Ruftaxi 7960 das Angebot zwischen Sinsheim, Daisbach und Waibstadt; es muss spätestens 60 Minuten vorher unter 0621 1077077 oder in der App myVRN bestellt werden.
- Auto: Waibstadt liegt an der B 292 zwischen Sinsheim und Mosbach. Zur A6-Anschlussstelle Sinsheim (33a) sind es über Hauptstraße und B 292 knapp acht Kilometer, zum Hauptbahnhof Sinsheim gut sieben, nach Neckarbischofsheim gut vier und nach Daisbach knapp fünf Kilometer. Mosbach liegt rund 24, Heidelberg und Heilbronn je rund 41 Straßenkilometer entfernt.
- Zu Fuß ab Bahnhof: Die Marienkapelle steht gleich neben dem Bahnhof, zum Marktplatz und zur Stadtpfarrkirche sind es rund 500 Meter. Zum jüdischen Friedhof und zum Mausoleum am Mühlberg geht es über den Dr.-Weil-Weg, der die B 292 auf einer Brücke überquert, rund 1,5 Kilometer und gut 20 Minuten, zuletzt bergauf.
Freizeit
Stadtpfarrkirche Unserer Lieben Frau
Die katholische Kirche in der Hauptstraße 40 entstand von 1865 bis 1868 nach Plänen von Karl Dernfeld als neugotische Pfeilerbasilika, ihr Turm aus rotem Sandstein ist 65 Meter hoch und von weit her zu sehen. Wegen dieses Turms wird sie auch Dom des Kraichgaus genannt; den Beinamen tragen in der Region auch andere Kirchen, etwa St. Cäcilia in Östringen. Die Vorgängerkirche stand auf dem heutigen Marktplatz, ihr Turm war 1831 vom Blitz getroffen worden und stürzte 1837 teilweise ein. Im Chor leuchten drei Fenster von Valentin Peter Feuerstein aus dem Jahr 1962, der Kreuzweg aus Terrakotta stammt von dem Frankfurter Bildhauer Franz Bernhard, die Kanzel stifteten die Grafen von Helmstatt. Seit Januar 2026 gehört die Kirche zur Pfarrei St. Jakobus mit Sitz in Sinsheim.
Marktplatz mit Brunnenweible
Vor dem Rathaus steht das Wahrzeichen der Stadt, das Brunnenweible. Die Figur geht auf einen Renaissancebrunnen vom Ende des 16. Jahrhunderts zurück, stand zuerst am Marktbrunnen und kam 1846 vor das damalige Rathaus; die heutige Figur ist eine Rekonstruktion aus der Nachkriegszeit, aufgestellt am 2. September 1951 bei den Heimattagen, mit denen die Stadt die 1950 wiederverliehenen Stadtrechte feierte. Der Legende nach stiftete ein Kaiser den Brunnen zum Dank für ein Versteck in der Stadt. In den Gassen rundum stehen Fachwerkhäuser, das Gasthaus Adler bei der Kirche und frühere Adelshöfe, darunter das Schlössle der Freiherren von Degenfeld, ein verputzter Barockbau mit Türmchen an der alten Stadtmauer, privat bewohnt und nur von außen zu sehen.
Marienkapelle am Bahnhof
Eine Kapelle an der Steige vor der Stadt ist schon 1426 bezeugt, im späten Mittelalter kamen Wallfahrer aus dem Umland hierher. Während der pfälzischen Besetzung von 1609 bis 1615 feierten die katholisch gebliebenen Bürger hier, außerhalb der Mauer, ihre Gottesdienste. Der heutige Bau aus rotem Sandstein wurde 1884 geweiht; entworfen hat ihn der aus Waibstadt stammende Heidelberger Stadtbaumeister Otto Ehrmann, von dem auch die alte Volksschule stammt. Auf der Anhöhe dahinter steht die evangelische Kirche von 1910.
Jüdischer Friedhof im Mühlbergwald
Auf dem Mühlberg östlich der Stadt legten jüdische Gemeinden nach dem Dreißigjährigen Krieg einen gemeinsamen Friedhof an, der älteste erhaltene Grabstein stammt von 1690, die letzte Beerdigung fand im April 1940 statt. Auf 2,33 Hektar sind 2.556 Grabsteine dokumentiert. Im 19. Jahrhundert bestatteten hier Dutzende Gemeinden ihre Toten, nach dem Ersten Weltkrieg noch zehn, darunter Neckarbischofsheim, Hoffenheim und Steinsfurt. Die jüdische Gemeinde der Stadt selbst löste sich 1937 auf, im Oktober 1940 wurden die letzten jüdischen Einwohner nach Gurs deportiert. Der Friedhof ist frei zugänglich; Führungen bietet der Verein Jüdisches Kulturerbe im Kraichgau nach Vereinbarung an.
Mausoleum Hermann Weil
Direkt neben dem Friedhof steht ein achteckiger Kuppelbau mit Ehrenhof und Freitreppe. Hermann Weil, 1868 im heutigen Sinsheimer Stadtteil Steinsfurt geboren, Getreidehändler in Buenos Aires und Stifter des Frankfurter Instituts für Sozialforschung, wollte an der traditionellen Begräbnisstätte der Steinsfurter Juden beigesetzt werden. Da der jüdische Ritus Urnen auf dem Friedhof nicht erlaubt, ließ er Mitte der 1920er-Jahre dieses Mausoleum für seine Urne, die seiner Frau und die seiner Pflegerin bauen. In der Pogromnacht 1938 wurde es geschändet, die Urnen sind seitdem verschwunden. Nach Sanierungen in den 1980er-Jahren und 2010 bis 2012 wurde es am 6. Oktober 2012 wieder eingeweiht; vom Platz davor reicht der Blick nach Norden in die offene Landschaft.
Waldlehrpfad Mühlbergwald und Komfort-Wanderwege
Der rund 2,5 Kilometer lange Rundweg beginnt am Dr.-Weil-Weg und führt an der Orchideenwiese vorbei zu einem Insektenhotel und einem Aussichtsturm. Mehr als 20 Stationen laden zum Mitmachen ein, mit Baumtelefon, Waldxylophon, Holzhängematte und Waldsofa; angelegt hat ihn 2019 die Katholische Jugend mit Freiwilligen und dem Bauhof. Am Ende erreicht er den jüdischen Friedhof und das Mausoleum. Seit dem 30. September 2026 gibt es dort außerdem zwei Komfort-Wanderwege des Naturparks, die sich mit Rollstuhl, Rollator und Kinderwagen gehen lassen: Der Murmelbahnweg führt rund 2 Kilometer auf befestigtem Schotter mit höchstens 7 Prozent Steigung vom Eingang des Waldlehrpfads durch den Mühlbergwald, der Meisenbaumweg 2,6 Kilometer ab dem Wanderparkplatz Waßenbuckel am Waldrand entlang, mit einem Pavillon und einem 100 Meter langen Stück mit 12 Prozent Steigung. Beide Parkplätze haben einen Behindertenstellplatz.
Schlossruine Daisbach
In der Ortsmitte von Daisbach, nahe der evangelischen Kirche, liegt in einem kleinen Park mit Weiher an der Quelle des Daisbachs die Ruine einer Wasserburg, die 1349 schon bestand. Im Dreißigjährigen Krieg brannte der Hauptbau ab; 1730 begann Karl Eberhard Göler von Ravensburg mit dem Wiederaufbau, der mit seinem Tod 1732 liegen blieb; danach verfiel der Bau. Erhalten sind Außenmauern bis zum ersten Stock, ein runder Treppenturm, der Gewölbekeller und über der Durchfahrt das Allianzwappen des Bauherrn und seiner Frau. Die Ruine gehört seit 1983 der Stadt, seit 1991 sichern Freiwillige das Mauerwerk; sie ist frei zugänglich. Der benachbarte Schlosshof ist bis heute Sitz der Freiherren Göler von Ravensburg und privat.
Veranstaltungen
Kerwen
- Waibschder KerweDo., 5. November bis Di., 10. November 2026
- Daischbacher Kerwe in Daisbachüblich am dritten Septemberwochenende, Samstag bis Montag
Weihnachtsmärkte
- Adventsmarkt WaibstadtSa., 28. November 2026
- Adventsmarkt Daisbach in DaisbachSo., 6. Dezember 2026
Alltag
Rathaus und Stadtverwaltung sitzen in der Hauptstraße 31 am Marktplatz, geöffnet montags bis freitags von 8.30 bis 12 Uhr, montags und mittwochs zusätzlich von 14 bis 16 Uhr und donnerstags von 13.30 bis 18 Uhr; unter derselben Nummer ist der Gemeindeverwaltungsverband erreichbar. Die Verwaltungsstelle Daisbach ist während einer Bauphase vorübergehend in Zimmer 14 des Waibstadter Rathauses untergebracht. Im Rathaus gibt es auch die Ortschroniken von Waibstadt und Daisbach sowie Wander- und Radkarten, darunter die Karte Kleiner Odenwald / Kraichgau mit Brunnenregion.
Die Brunnenschule ist Grundschule mit einer Außenstelle in Daisbach, dazu kommt die Realschule Waibstadt; das nächste Gymnasium steht in Neckarbischofsheim, Gemeinschaftsschulen gibt es in Helmstadt und Epfenbach. Beim Schulzentrum in der Humboldtstraße liegt das Hallen-Freibad, das ganzjährig geöffnet ist: ein 25-Meter-Becken mit fünf Bahnen, Einmeterbrett und Dreimeterturm, ein Nichtschwimmerbecken mit Rutsche und im Sommer die Liegewiese. Erwachsene zahlen 4 Euro, Kinder und Jugendliche 2 Euro (Stand 25.09.2026). Die Stadtbücherei im Freizeitheim, der früheren Volksschule von 1896, die später eine Strumpffabrik beherbergte, öffnet an drei Tagen pro Woche, in den Schulferien nicht.
Anfang November feiert die Stadt Kerwe mit Festzelt auf dem Marktplatz und einem Umzug am Sonntag, 2026 vom 5. bis 10. November. Seit 2026 lädt sie außerdem zu Märkten mit regionalen Erzeugern auf den Marktplatz, im Mai zum bunten Markt und am 10. Oktober 2026 zum Herbstmarkt mit fairem Frühstück. Die Termine für Waibstadt und Daisbach sammelt der Veranstaltungskalender der Stadt.
- Rathaus, Hauptstraße 31: Mo bis Fr 8.30 bis 12 Uhr, Mo und Mi 14 bis 16 Uhr, Do 13.30 bis 18 Uhr
- Verwaltungsstelle Daisbach: während der Bauphase im Rathaus Waibstadt, Zimmer 14 (Stand 25.09.2026)
- Hallen-Freibad, Humboldtstraße 15: Di, Do und Fr 15 bis 21 Uhr, Mi 15 bis 21.30 Uhr, Sa 13 bis 18 Uhr, So 9 bis 17 Uhr, montags und an Feiertagen geschlossen; Kassenschluss eine Stunde vor Ende (Stand 06.10.2026)
- Stadtbücherei im Freizeitheim, Alte Sinsheimer Straße 32: Mo und Do 16 bis 18 Uhr, Mi 18 bis 20 Uhr, in den Schulferien geschlossen
- Bahnhof Waibstadt (S 8) am Nordrand der Altstadt; Bus 899 nach Sinsheim und Mosbach ab Haltestelle Lido
- Naturschutzgebiet Schwarzbachaue: 1. März bis 30. September auf den Wegen bleiben, Hunde an die Leine
- Ruftaxi 7960 am Abend: spätestens 60 Minuten vorher bestellen
- Kerwe 2026: 5. bis 10. November, Umzug am Sonntag, 8. November
Häufige Fragen
Wie hoch ist der Kirchturm in Waibstadt?
Der Turm der katholischen Stadtpfarrkirche Unserer Lieben Frau ist 65 Meter hoch. Er ist aus rotem Sandstein gebaut und überragt die Altstadt so deutlich, dass die Kirche auch Dom des Kraichgaus genannt wird; diesen Beinamen tragen allerdings auch andere Kirchen der Region, etwa St. Cäcilia in Östringen. Die neugotische Kirche entstand von 1865 bis 1868 an der Hauptstraße, weil der Turm der Vorgängerkirche auf dem Marktplatz 1837 teilweise eingestürzt war. Einen guten Blick auf Turm und Dächer hat man von der Brücke des Dr.-Weil-Wegs über die B 292 östlich der Altstadt.
Kann man den jüdischen Friedhof in Waibstadt besuchen?
Ja. Der Friedhof im Mühlbergwald ist frei zugänglich, ebenso der Platz vor dem Mausoleum von Hermann Weil direkt daneben. Vom Bahnhof sind es rund 1,5 Kilometer zu Fuß, zuletzt bergauf über den Dr.-Weil-Weg; der Waldlehrpfad führt ebenfalls dorthin. Auf 2,33 Hektar stehen 2.556 dokumentierte Grabsteine aus der Zeit von 1690 bis 1940; im ältesten Teil stehen die Steine im Wald, manche sind eingewachsen. Wer mehr über Gemeinden und Grabsteine erfahren möchte, kann beim Verein Jüdisches Kulturerbe im Kraichgau eine Führung vereinbaren.
Gehört Waibstadt zum Kraichgau oder zum Odenwald?
Zum Kraichgau. Die ganze Gemarkung liegt im Naturraum Kraichgau, das Schwarzbachtal ist hier in den Muschelkalk des Hügellands eingeschnitten. Der Odenwald beginnt erst weiter nördlich: Der Schwarzbach entspringt im Kleinen Odenwald. Dass Waibstadt Mitglied im Naturpark Neckartal-Odenwald ist und die Stadt sich am Übergang zum Odenwald sieht, ändert am Naturraum nichts. Waibstadt gehört außerdem zum LEADER-Gebiet Kraichgau. Wie wir das Gebiet abgrenzen, steht in der Antwort Welche Orte gehören zum Kraichgau?
Welcher Bahnhof ist für Waibstadt der richtige?
Für die Altstadt der Bahnhof Waibstadt: Von dort sind es rund 500 Meter zu Marktplatz und Stadtpfarrkirche. Der Bahnhof Neckarbischofsheim Nord, zwei Minuten weiter an der S 8, liegt ebenfalls auf Waibstadter Gemarkung, in der Siedlung Bernau rund zwei Kilometer nordöstlich der Altstadt, und ist der S-Bahn-Halt für Bernau und Neckarbischofsheim. Nach Daisbach fährt keine Bahn; dorthin kommt man mit den Bussen 796 und 797 ab Sinsheim oder mit dem 797 ab Bahnhof Waibstadt.
Warum heißen die Waibstadter „Käskuche“?
Der Uzname geht auf eine Geschichte zurück, die die Stadt selbst erzählt: Vor über 100 Jahren hatte der Adlerwirt und Bäcker im Nachbarort Neidenstein für die Kerwe Käseküchlein auf Vorrat gebacken, weil seine Kundschaft aus Waibstadt sie besonders schätzte. Die Kerwe verregnete, die Gäste aus der Stadt blieben aus, und am Ende warf er die altbackenen Küchlein mit einem Gruß an die Waibstadter aus dem Fenster. Seitdem müssen sich die Waibstadter als Waibschder Käskuche necken lassen; ein Rezept für den Käskuchen stellt die Stadt gleich dazu.
Weiterführende Themen
- NeckarbischofsheimDie Nachbarstadt im Osten, Sitz der Herren von Helmstatt, an die Waibstadt 1427 verpfändet wurde; mit dem Bus 797 in rund zehn Minuten.
- SinsheimDie Große Kreisstadt sechs Kilometer südlich, mit den Bussen 797 und 899 in 10 bis 18 Minuten; im Stadtteil Steinsfurt wurde Hermann Weil geboren.
- Burg SteinsbergDie Burg über Sinsheim-Weiler mit frei zugänglichem Bergfried und Führungen, von Waibstadt rund zwölf Straßenkilometer südlich.
- Welche Orte gehören zum Kraichgau?Die 61 Städte und Gemeinden unseres Gebiets mit Einwohnern und Anteil am Naturraum, Waibstadt mit 100 Prozent.
Quellen
- Stadt Waibstadt: Sehenswürdigkeiten (Waldlehrpfad, jüdischer Friedhof mit Mausoleum, Führungen)
- Stadt Waibstadt: Hallen-Freibad (Öffnungszeiten und Eintritt)
- Stadt Waibstadt: Veranstaltungskalender
- VRN: Fahrplanauskunft
- Statistisches Bundesamt: Gemeindeverzeichnis, Gemeinden am 31.12.2025 (Einwohner und Fläche)