Wer „Kraichgau-Stromberg“ liest, hat die Reiseregion des Tourismusverbands vor sich, keine Landschaft. Sie reicht von Bruchsal bis an den Neckar bei Besigheim und schließt Stromberg und Zabergäu ein.
Kloster Maulbronn
- Lage:
- Maulbronn, am Südwestrand des Strombergs
- Was:
- ehemalige Zisterzienserabtei, UNESCO-Welterbe seit 1993
- Ab Bretten:
- rund 11 km mit dem Auto
Das Kloster gilt als die am besten erhaltene mittelalterliche Klosteranlage nördlich der Alpen. Die Stadt liegt fast ganz im Stromberg und ist wie das Kloster Mitglied im Tourismusverband Kraichgau-Stromberg.
Erlebnispark Tripsdrill
- Lage:
- bei Cleebronn, zwischen Stromberg und Zabergäu
- Was:
- Freizeitpark mit rund 47 Hektar großem Wildparadies
- Ab Eppingen:
- rund 23 km mit dem Auto
Seit 1929 in Betrieb, angefangen mit einer kleinen Rutschbahn neben einer Gastwirtschaft. Auf 77 Hektar, das Wildparadies eingerechnet, stehen rund 100 Attraktionen, Tiergehege und Museen, durchgehend im Stil „Schwaben anno 1880“.
Besser planen
- Angebote unter „Kraichgau-Stromberg“ oder „Land der 1000 Hügel“ reichen über den Kraichgau hinaus bis ins Zabergäu und an den Neckar. Prüfe bei Touren und Besen den Ort, bevor du die Anfahrt planst.
- Das Naturparkzentrum in Zaberfeld ist wegen Schäden an der Dachkonstruktion bis auf Weiteres geschlossen (Stand 24.09.2026).
- Besenwirtschaften gibt es im Kraichgau ebenso wie im Stromberg und im Zabergäu. Der digitale Besen-Guide des Tourismusverbands hilft, geöffnete Betriebe zu finden.
Naturraum, Naturpark und Reiseregion
In der naturräumlichen Gliederung Deutschlands sind Kraichgau und Stromberg Nachbarn. Der Kraichgau ist die Haupteinheit 125, ein Hügelland zwischen Odenwald, Schwarzwald und Oberrheinebene. Stromberg und Heuchelberg bilden zusammen die Haupteinheit 124, den Naturraum Strom- und Heuchelberg. Er schließt im Osten an den Kraichgau an und trennt ihn vom Zabergäu. Der Stromberg selbst liegt etwa auf halbem Weg zwischen Pforzheim und Heilbronn, seine Ausläufer reichen im Westen bis Knittlingen und im Osten bis Besigheim am Neckar.
Die Verbindung im Namen stammt aus dem Tourismus. Der Kraichgau-Stromberg Tourismus e. V. ist aus den Fremdenverkehrsgemeinschaften Stromberg und Kraichgau hervorgegangen und wirbt seit 1993 für beide Landschaften gemeinsam. Mitglieder sind 38 Städte und Gemeinden, dazu große Ziele wie das Technik Museum Sinsheim, Kloster Maulbronn und der Erlebnispark Tripsdrill. Deckungsgleich mit dem Kraichgau ist die Reiseregion trotzdem nicht: Sie schließt das Zabergäu und Weinorte am Neckar ein, während etwa Sinsheim, Bad Rappenau und Wiesloch keine Mitglieder sind.
Eine dritte Grenze zieht der Naturpark Stromberg-Heuchelberg. Er wurde 1980 als dritter Naturpark in Baden-Württemberg gegründet und umfasst heute über 40.000 Hektar mit 25 Gemeinden in den Landkreisen Karlsruhe, Heilbronn, Ludwigsburg und im Enzkreis. Auch er reicht in den Kraichgau hinein: Seit einer Erweiterung im Jahr 2020 gehört das ganze Gemeindegebiet von Oberderdingen dazu, und zehn der 25 Naturparkgemeinden liegen im Gebiet von Kraichgau Regional.
Woran man den Unterschied sieht
Der Kraichgau ist offenes Hügelland. Eiszeitlicher Löss bedeckt es fast flächendeckend, verbreitet gut 20 Meter dick, und die fruchtbaren Böden werden bis heute vor allem als Acker genutzt. Typisch sind Hohlwege und Böschungen, dazwischen Obstwiesen und an den Keuperhängen auch Reben. Die höchste Erhebung, der Burgberg der Burg Steinsberg bei Sinsheim, erreicht 333 Meter.
Der Stromberg ist ein Bergland aus Keuper. Obenauf liegt eine Platte aus Stubensandstein, darunter weiche Mergel, die leicht abgetragen werden. Deshalb sind die Hänge steil, während die Höhen flach und bewaldet sind. Die Rücken erreichen 400 bis 470 Meter, am Baiselsberg 477 Meter, und tragen auf den Kuppen viel Buchenwald. An den sonnigen Südhängen stehen Reben; die bröckelnden bunten Mergel speichern dort Wasser und Wärme. Der Heuchelberg ist niedriger, eine Platte aus Schilfsandstein um 300 bis 330 Meter, mit Wald an den Nordhängen und Weinbergen im Süden.
Wie eng beide Landschaften trotzdem zusammenhängen, zeigt das Wasser. Der Kraichbach, nach dem der Kraichgau benannt ist, entspringt in Sternenfels, fast am Westende des nördlichen Strombergrückens, und fließt nach Nordwesten zum Rhein. Im Sternenfelser Ortsteil Diefenbach entspringt dagegen die Metter, die über die Enz zum Neckar läuft. Durch Sternenfels verläuft damit die Wasserscheide zwischen Rhein und Neckar.
Badischer und Württemberger Wein
Auch beim Wein gibt es eine Grenze, allerdings eine andere als in der Landschaft. Der Kraichgau ist ein Bereich des Weinbaugebiets Baden. Stromberg und Heuchelberg sind dagegen Großlagen im Weinbaugebiet Württemberg. Zu diesen Großlagen zählen auch Orte unseres Gebiets: Knittlingen und ein Teil der Oberderdinger Lagen zur Großlage Stromberg, Gemmingen und der Eppinger Stadtteil Kleingartach zur Großlage Heuchelberg. Die Grenze folgt dabei den Gemarkungen, nicht Kreis oder alter Landeszugehörigkeit: Die Reben von Richen gehören zu Württemberg, obwohl der Ort badisch war, und Oberderdingen hat Lagen auf beiden Seiten. Wo Winzer beider Seiten ihren Wein zeitweise selbst ausschenken, erklärt Besenwirtschaften im Kraichgau.
Im Glas zeigt sich der Unterschied an den Rebsorten. Im badischen Teil der Reiseregion prägen Burgundersorten das Bild, im württembergischen Teil Trollinger, Lemberger und Schwarzriesling. Mehr zu Weingütern im Gebiet steht unter Wein und Weingüter im Kraichgau.
Orte am Übergang und wie wir sie zuordnen
Die Grenze zwischen den Landschaften verläuft quer durch einige Gemeinden. Knittlingen liegt am Übergang des Kraichgaus in den Stromberg, Oberderdingen direkt an der Grenze der beiden. In Kürnbach, bekannt als Schwarzriesling-Dorf, ist der Wechsel gut zu sehen: Nach Westen öffnet sich das bewirtschaftete Hügelland, rund einen Kilometer östlich des Ortes beginnt ein großes, zusammenhängendes Waldgebiet des Naturparks.
Kraichgau Regional ordnet Gemeinden vor allem nach ihrer Fläche zu; die Zugehörigkeit zur Reiseregion allein reicht nicht. Zum Gebiet gehört, wer mindestens die Hälfte seiner Fläche im Naturraum Kraichgau hat, wer mindestens ein Viertel hat und sich selbst dem Kraichgau zuordnet, oder wer zum LEADER-Gebiet Kraichgau gehört. So kommen Randorte mit Stromberg-Anteil ins Gebiet, der Stromberg als Landschaft aber nicht. Sternenfels ist der Grenzfall: naturräumlich ganz Stromberg, aber Teil des LEADER-Gebiets. Maulbronn und Zaberfeld sind Mitglieder im Tourismusverband, liegen aber fast oder ganz außerhalb des Naturraums und bleiben deshalb Umgebung.
Weil die Grenze Gemeinden folgt und nicht Höhenlinien, liegen einzelne Ziele unseres Gebiets schon im Keuperbergland. Der Ottilienberg bei Eppingen erhebt sich im Hardtwald, der zum Heuchelberg zählt. Die vollständige Liste mit allen 61 Städten und Gemeinden steht unter Welche Orte gehören zum Kraichgau?.
| Gemeinde | Anteil Naturraum Kraichgau | Übrige Fläche | Bei Kraichgau Regional |
|---|---|---|---|
| Gemmingen | 94 % | Strom- und Heuchelberg | im Gebiet |
| Sulzfeld | 91 % | Stromberg | im Gebiet |
| Leingarten | 83 % | Heuchelberg | im Gebiet |
| Oberderdingen | 80 % | Stromberg | im Gebiet |
| Eppingen | 73 % | Eppinger Hardt (Strom- und Heuchelberg) | im Gebiet |
| Schwaigern | 71 % | Heuchelberg | im Gebiet |
| Ölbronn-Dürrn | 70 % | Stromberg | im Gebiet |
| Knittlingen | 62 % | Stromberg | im Gebiet |
| Kürnbach | 58 % | Stromberg | im Gebiet |
| Ötisheim | 43 % | Stromberg | im Gebiet: über 25 % und Mitglied im Tourismusverband |
| Sternenfels | 0 % | Stromberg | im Gebiet über das LEADER-Gebiet Kraichgau |
| Maulbronn | 4 % | Stromberg | Umgebung |
| Zaberfeld | 0 % | Stromberg und Zabergäu | Umgebung |
| Cleebronn | 0 % | Zabergäu und Stromberg | Umgebung |
Kraichgau, Stromberg und Tourismusregion im Vergleich
Die drei Begriffe beschreiben verschiedene Dinge: eine Landschaft, einen Höhenzug und ein Gebiet, in dem Städte, Gemeinden und Ausflugsziele gemeinsam für sich werben.
| Kraichgau | Stromberg | Tourismusregion Kraichgau-Stromberg | |
|---|---|---|---|
| Was es ist | Naturraum, Haupteinheit 125 | Höhenzug im Naturraum Strom- und Heuchelberg (Haupteinheit 124) | Reiseregion des Kraichgau-Stromberg Tourismus e. V. |
| Landschaft | Lösshügel, viel Ackerland, Hohlwege | bewaldete Keuperrücken, Reben an den Südhängen | beides, dazu Zabergäu und Neckartal |
| Höchste Erhebung | 333 m, Burgberg der Burg Steinsberg | 477 m, Baiselsberg | entfällt |
| Größe | rund 1.630 km² | Naturpark Stromberg-Heuchelberg mit über 40.000 ha | 38 Städte und Gemeinden |
| Weinbaugebiet | Baden (Bereiche Kraichgau und Badische Bergstraße), am Ostrand auch Württemberg | Württemberg (Großlage Stromberg) | Baden und Württemberg |
| Bei Kraichgau Regional | Gebiet mit 61 Städten und Gemeinden | Umgebung; Randorte mit Kraichgau-Anteil im Gebiet | Orientierung, keine Gebietsgrenze |
Was das für Ausflüge heißt
Für einen Ausflug spielt die Grenze kaum eine Rolle. Wein, Besenwirtschaften und Wanderwege gibt es auf beiden Seiten, und viele Angebote des Tourismusverbands gelten für die ganze Reiseregion, vom Besen-Guide bis zu den Tourenvorschlägen.
Der Unterschied liegt im Gelände. Im Kraichgau führen Wege über offene Hügel, im Stromberg geht es länger durch Wald und an steilen Keuperhängen bergauf. Höhenpfade an den Hangkanten bieten dort Ausblicke über das Unterland, das Kirbachtal, das Mettertal oder das Zabergäu.
Den Übergang selbst erlebt man am besten zu Fuß. Der Eppinger-Linien-Weg folgt auf gut 40 Kilometern zwischen Eppingen und Mühlacker einer Verteidigungslinie aus dem späten 17. Jahrhundert, mit Ausblicken über den Kraichgau. Er ist als Qualitätsweg „Wanderbares Deutschland“ ausgezeichnet. Knapp einen Kilometer südöstlich des Ottilienbergs steht im Wald ein nachgebauter hölzerner Wachturm der Linien, eine sogenannte Chartaque. Weitere Aussichtspunkte an der Grenze sind das Derdinger Horn bei Oberderdingen, wo ein Aufschluss die Keuperschichten freilegt, und der Aussichtsturm auf dem Schlossberg in Sternenfels. Welche Wege und Besen im Gebiet liegen, zeigen die Seiten Wandern im Kraichgau und Besenwirtschaften im Kraichgau.
Kloster Maulbronn und Tripsdrill: Ziele in der Umgebung
Kloster Maulbronn und der Erlebnispark Tripsdrill gehören zu den bekanntesten Zielen der Reiseregion, liegen aber im Stromberg und damit außerhalb unseres Gebiets. Wir stellen sie als Ziele in der Umgebung vor, weil sie von vielen Orten im Kraichgau schnell erreichbar sind. Von Bretten aus ist das Kloster näher als manches Ziel im Kraichgau selbst.
| Start | Kloster Maulbronn | Erlebnispark Tripsdrill |
|---|---|---|
| Bretten | 11 km | 34 km |
| Eppingen | 23 km | 23 km |
| Bruchsal | 28 km | 47 km |
| Sinsheim | 37 km | 36 km |
