Blick vom Aussichtsturm auf dem Schlossberg nach Norden über Sternenfels in die offene Hügellandschaft

Gehört der Stromberg zum Kraichgau?

Zuletzt aktualisiert am 6. Oktober 2026

Bild: Muck, CC BY-SA 4.0, Ausschnitt

Direkte Antwort

Nein. Naturräumlich ist der Stromberg eine eigene Landschaft: Zusammen mit dem Heuchelberg bildet er ein waldreiches Keuperbergland, das den Kraichgau im Osten begrenzt. Gemeinsam treten beide nur als Reiseregion auf, denn seit 1993 wirbt der Tourismusverband Kraichgau-Stromberg für sie zusammen, heute unter dem Namen „Land der 1000 Hügel“. Kraichgau Regional zählt den Stromberg nicht zum Gebiet, nimmt aber Randorte mit großem Kraichgau-Anteil wie Knittlingen und Oberderdingen auf und stellt Kloster Maulbronn als Ziel in der Umgebung vor.

Der Kraichgau: Landschaft, Lage und Geschichte

Auf einen Blick

Kraichgau
Hügelland aus Löss, rund 1.630 km², höchste Erhebung 333 m am Burgberg der Burg Steinsberg
Stromberg
waldreicher Keuperrücken bis 477 m (Baiselsberg), mit dem Heuchelberg ein eigener Naturraum
Naturpark Stromberg-Heuchelberg
seit 1980, über 40.000 ha, 25 Gemeinden in vier Landkreisen
Tourismusregion Kraichgau-Stromberg
Tourismusverband mit Geschäftsstelle in Bretten, 38 Städte und Gemeinden als Mitglieder
Bei Kraichgau Regional
Stromberg nicht im Gebiet, Randorte mit Kraichgau-Anteil schon; Maulbronn und Tripsdrill als Umgebung

Wer „Kraichgau-Stromberg“ liest, hat die Reiseregion des Tourismusverbands vor sich, keine Landschaft. Sie reicht von Bruchsal bis an den Neckar bei Besigheim und schließt Stromberg und Zabergäu ein.

Kloster Maulbronn

Lage:
Maulbronn, am Südwestrand des Strombergs
Was:
ehemalige Zisterzienserabtei, UNESCO-Welterbe seit 1993
Ab Bretten:
rund 11 km mit dem Auto

Das Kloster gilt als die am besten erhaltene mittelalterliche Klosteranlage nördlich der Alpen. Die Stadt liegt fast ganz im Stromberg und ist wie das Kloster Mitglied im Tourismusverband Kraichgau-Stromberg.

Erlebnispark Tripsdrill

Lage:
bei Cleebronn, zwischen Stromberg und Zabergäu
Was:
Freizeitpark mit rund 47 Hektar großem Wildparadies
Ab Eppingen:
rund 23 km mit dem Auto

Seit 1929 in Betrieb, angefangen mit einer kleinen Rutschbahn neben einer Gastwirtschaft. Auf 77 Hektar, das Wildparadies eingerechnet, stehen rund 100 Attraktionen, Tiergehege und Museen, durchgehend im Stil „Schwaben anno 1880“.

Besser planen

  • Angebote unter „Kraichgau-Stromberg“ oder „Land der 1000 Hügel“ reichen über den Kraichgau hinaus bis ins Zabergäu und an den Neckar. Prüfe bei Touren und Besen den Ort, bevor du die Anfahrt planst.
  • Das Naturparkzentrum in Zaberfeld ist wegen Schäden an der Dachkonstruktion bis auf Weiteres geschlossen (Stand 24.09.2026).
  • Besenwirtschaften gibt es im Kraichgau ebenso wie im Stromberg und im Zabergäu. Der digitale Besen-Guide des Tourismusverbands hilft, geöffnete Betriebe zu finden.

Naturraum, Naturpark und Reiseregion

In der naturräumlichen Gliederung Deutschlands sind Kraichgau und Stromberg Nachbarn. Der Kraichgau ist die Haupteinheit 125, ein Hügelland zwischen Odenwald, Schwarzwald und Oberrheinebene. Stromberg und Heuchelberg bilden zusammen die Haupteinheit 124, den Naturraum Strom- und Heuchelberg. Er schließt im Osten an den Kraichgau an und trennt ihn vom Zabergäu. Der Stromberg selbst liegt etwa auf halbem Weg zwischen Pforzheim und Heilbronn, seine Ausläufer reichen im Westen bis Knittlingen und im Osten bis Besigheim am Neckar.

Die Verbindung im Namen stammt aus dem Tourismus. Der Kraichgau-Stromberg Tourismus e. V. ist aus den Fremdenverkehrsgemeinschaften Stromberg und Kraichgau hervorgegangen und wirbt seit 1993 für beide Landschaften gemeinsam. Mitglieder sind 38 Städte und Gemeinden, dazu große Ziele wie das Technik Museum Sinsheim, Kloster Maulbronn und der Erlebnispark Tripsdrill. Deckungsgleich mit dem Kraichgau ist die Reiseregion trotzdem nicht: Sie schließt das Zabergäu und Weinorte am Neckar ein, während etwa Sinsheim, Bad Rappenau und Wiesloch keine Mitglieder sind.

Eine dritte Grenze zieht der Naturpark Stromberg-Heuchelberg. Er wurde 1980 als dritter Naturpark in Baden-Württemberg gegründet und umfasst heute über 40.000 Hektar mit 25 Gemeinden in den Landkreisen Karlsruhe, Heilbronn, Ludwigsburg und im Enzkreis. Auch er reicht in den Kraichgau hinein: Seit einer Erweiterung im Jahr 2020 gehört das ganze Gemeindegebiet von Oberderdingen dazu, und zehn der 25 Naturparkgemeinden liegen im Gebiet von Kraichgau Regional.

Woran man den Unterschied sieht

Der Kraichgau ist offenes Hügelland. Eiszeitlicher Löss bedeckt es fast flächendeckend, verbreitet gut 20 Meter dick, und die fruchtbaren Böden werden bis heute vor allem als Acker genutzt. Typisch sind Hohlwege und Böschungen, dazwischen Obstwiesen und an den Keuperhängen auch Reben. Die höchste Erhebung, der Burgberg der Burg Steinsberg bei Sinsheim, erreicht 333 Meter.

Der Stromberg ist ein Bergland aus Keuper. Obenauf liegt eine Platte aus Stubensandstein, darunter weiche Mergel, die leicht abgetragen werden. Deshalb sind die Hänge steil, während die Höhen flach und bewaldet sind. Die Rücken erreichen 400 bis 470 Meter, am Baiselsberg 477 Meter, und tragen auf den Kuppen viel Buchenwald. An den sonnigen Südhängen stehen Reben; die bröckelnden bunten Mergel speichern dort Wasser und Wärme. Der Heuchelberg ist niedriger, eine Platte aus Schilfsandstein um 300 bis 330 Meter, mit Wald an den Nordhängen und Weinbergen im Süden.

Wie eng beide Landschaften trotzdem zusammenhängen, zeigt das Wasser. Der Kraichbach, nach dem der Kraichgau benannt ist, entspringt in Sternenfels, fast am Westende des nördlichen Strombergrückens, und fließt nach Nordwesten zum Rhein. Im Sternenfelser Ortsteil Diefenbach entspringt dagegen die Metter, die über die Enz zum Neckar läuft. Durch Sternenfels verläuft damit die Wasserscheide zwischen Rhein und Neckar.

Badischer und Württemberger Wein

Auch beim Wein gibt es eine Grenze, allerdings eine andere als in der Landschaft. Der Kraichgau ist ein Bereich des Weinbaugebiets Baden. Stromberg und Heuchelberg sind dagegen Großlagen im Weinbaugebiet Württemberg. Zu diesen Großlagen zählen auch Orte unseres Gebiets: Knittlingen und ein Teil der Oberderdinger Lagen zur Großlage Stromberg, Gemmingen und der Eppinger Stadtteil Kleingartach zur Großlage Heuchelberg. Die Grenze folgt dabei den Gemarkungen, nicht Kreis oder alter Landeszugehörigkeit: Die Reben von Richen gehören zu Württemberg, obwohl der Ort badisch war, und Oberderdingen hat Lagen auf beiden Seiten. Wo Winzer beider Seiten ihren Wein zeitweise selbst ausschenken, erklärt Besenwirtschaften im Kraichgau.

Im Glas zeigt sich der Unterschied an den Rebsorten. Im badischen Teil der Reiseregion prägen Burgundersorten das Bild, im württembergischen Teil Trollinger, Lemberger und Schwarzriesling. Mehr zu Weingütern im Gebiet steht unter Wein und Weingüter im Kraichgau.

Orte am Übergang und wie wir sie zuordnen

Die Grenze zwischen den Landschaften verläuft quer durch einige Gemeinden. Knittlingen liegt am Übergang des Kraichgaus in den Stromberg, Oberderdingen direkt an der Grenze der beiden. In Kürnbach, bekannt als Schwarzriesling-Dorf, ist der Wechsel gut zu sehen: Nach Westen öffnet sich das bewirtschaftete Hügelland, rund einen Kilometer östlich des Ortes beginnt ein großes, zusammenhängendes Waldgebiet des Naturparks.

Kraichgau Regional ordnet Gemeinden vor allem nach ihrer Fläche zu; die Zugehörigkeit zur Reiseregion allein reicht nicht. Zum Gebiet gehört, wer mindestens die Hälfte seiner Fläche im Naturraum Kraichgau hat, wer mindestens ein Viertel hat und sich selbst dem Kraichgau zuordnet, oder wer zum LEADER-Gebiet Kraichgau gehört. So kommen Randorte mit Stromberg-Anteil ins Gebiet, der Stromberg als Landschaft aber nicht. Sternenfels ist der Grenzfall: naturräumlich ganz Stromberg, aber Teil des LEADER-Gebiets. Maulbronn und Zaberfeld sind Mitglieder im Tourismusverband, liegen aber fast oder ganz außerhalb des Naturraums und bleiben deshalb Umgebung.

Weil die Grenze Gemeinden folgt und nicht Höhenlinien, liegen einzelne Ziele unseres Gebiets schon im Keuperbergland. Der Ottilienberg bei Eppingen erhebt sich im Hardtwald, der zum Heuchelberg zählt. Die vollständige Liste mit allen 61 Städten und Gemeinden steht unter Welche Orte gehören zum Kraichgau?.

Gemeinden am Übergang: Anteil am Naturraum Kraichgau und Zuordnung (Stand 24.09.2026)
GemeindeAnteil Naturraum KraichgauÜbrige FlächeBei Kraichgau Regional
Gemmingen94 %Strom- und Heuchelbergim Gebiet
Sulzfeld91 %Strombergim Gebiet
Leingarten83 %Heuchelbergim Gebiet
Oberderdingen80 %Strombergim Gebiet
Eppingen73 %Eppinger Hardt (Strom- und Heuchelberg)im Gebiet
Schwaigern71 %Heuchelbergim Gebiet
Ölbronn-Dürrn70 %Strombergim Gebiet
Knittlingen62 %Strombergim Gebiet
Kürnbach58 %Strombergim Gebiet
Ötisheim43 %Strombergim Gebiet: über 25 % und Mitglied im Tourismusverband
Sternenfels0 %Strombergim Gebiet über das LEADER-Gebiet Kraichgau
Maulbronn4 %StrombergUmgebung
Zaberfeld0 %Stromberg und ZabergäuUmgebung
Cleebronn0 %Zabergäu und StrombergUmgebung
Gemeinden am Übergang: Anteil am Naturraum Kraichgau und Zuordnung (Stand 24.09.2026) · Zum Weiterlesen wischen

Kraichgau, Stromberg und Tourismusregion im Vergleich

Die drei Begriffe beschreiben verschiedene Dinge: eine Landschaft, einen Höhenzug und ein Gebiet, in dem Städte, Gemeinden und Ausflugsziele gemeinsam für sich werben.

Kraichgau, Stromberg und Tourismusregion Kraichgau-Stromberg
KraichgauStrombergTourismusregion Kraichgau-Stromberg
Was es istNaturraum, Haupteinheit 125Höhenzug im Naturraum Strom- und Heuchelberg (Haupteinheit 124)Reiseregion des Kraichgau-Stromberg Tourismus e. V.
LandschaftLösshügel, viel Ackerland, Hohlwegebewaldete Keuperrücken, Reben an den Südhängenbeides, dazu Zabergäu und Neckartal
Höchste Erhebung333 m, Burgberg der Burg Steinsberg477 m, Baiselsbergentfällt
Größerund 1.630 km²Naturpark Stromberg-Heuchelberg mit über 40.000 ha38 Städte und Gemeinden
WeinbaugebietBaden (Bereiche Kraichgau und Badische Bergstraße), am Ostrand auch WürttembergWürttemberg (Großlage Stromberg)Baden und Württemberg
Bei Kraichgau RegionalGebiet mit 61 Städten und GemeindenUmgebung; Randorte mit Kraichgau-Anteil im GebietOrientierung, keine Gebietsgrenze
Kraichgau, Stromberg und Tourismusregion Kraichgau-Stromberg · Zum Weiterlesen wischen

Was das für Ausflüge heißt

Für einen Ausflug spielt die Grenze kaum eine Rolle. Wein, Besenwirtschaften und Wanderwege gibt es auf beiden Seiten, und viele Angebote des Tourismusverbands gelten für die ganze Reiseregion, vom Besen-Guide bis zu den Tourenvorschlägen.

Der Unterschied liegt im Gelände. Im Kraichgau führen Wege über offene Hügel, im Stromberg geht es länger durch Wald und an steilen Keuperhängen bergauf. Höhenpfade an den Hangkanten bieten dort Ausblicke über das Unterland, das Kirbachtal, das Mettertal oder das Zabergäu.

Den Übergang selbst erlebt man am besten zu Fuß. Der Eppinger-Linien-Weg folgt auf gut 40 Kilometern zwischen Eppingen und Mühlacker einer Verteidigungslinie aus dem späten 17. Jahrhundert, mit Ausblicken über den Kraichgau. Er ist als Qualitätsweg „Wanderbares Deutschland“ ausgezeichnet. Knapp einen Kilometer südöstlich des Ottilienbergs steht im Wald ein nachgebauter hölzerner Wachturm der Linien, eine sogenannte Chartaque. Weitere Aussichtspunkte an der Grenze sind das Derdinger Horn bei Oberderdingen, wo ein Aufschluss die Keuperschichten freilegt, und der Aussichtsturm auf dem Schlossberg in Sternenfels. Welche Wege und Besen im Gebiet liegen, zeigen die Seiten Wandern im Kraichgau und Besenwirtschaften im Kraichgau.

Kloster Maulbronn und Tripsdrill: Ziele in der Umgebung

Kloster Maulbronn und der Erlebnispark Tripsdrill gehören zu den bekanntesten Zielen der Reiseregion, liegen aber im Stromberg und damit außerhalb unseres Gebiets. Wir stellen sie als Ziele in der Umgebung vor, weil sie von vielen Orten im Kraichgau schnell erreichbar sind. Von Bretten aus ist das Kloster näher als manches Ziel im Kraichgau selbst.

Fahrstrecke mit dem Auto ab Ortsmitte, gerundet
StartKloster MaulbronnErlebnispark Tripsdrill
Bretten11 km34 km
Eppingen23 km23 km
Bruchsal28 km47 km
Sinsheim37 km36 km
Fahrstrecke mit dem Auto ab Ortsmitte, gerundet · Zum Weiterlesen wischen

Häufige Fragen

Gehört Maulbronn zum Kraichgau?

Nein. Maulbronn liegt fast vollständig im Stromberg, nur rund 4 Prozent der Fläche gehören zum Naturraum Kraichgau. Das Kloster steht am Südwestrand des Strombergs. Weil Stadt und Kloster Mitglied im Tourismusverband Kraichgau-Stromberg sind, werden sie oft zusammen mit dem Kraichgau beworben. Bei Kraichgau Regional ist Kloster Maulbronn ein Ziel in der Umgebung.

Was ist der Naturpark Stromberg-Heuchelberg?

Ein 1980 gegründeter Naturpark rund um die beiden Höhenzüge, der die Landschaft erhalten und für Besucher erlebbar machen soll. Er umfasst über 40.000 Hektar in vier Landkreisen, ein Großteil davon ist Wald. Das Naturparkzentrum am Stausee Ehmetsklinge in Zaberfeld ist derzeit wegen Schäden am Dach geschlossen (Stand 24.09.2026).

Gehört das Zabergäu zum Kraichgau?

Nein. Das Zabergäu ist die Landschaft an der Zaber zwischen Heuchelberg im Norden und Stromberg im Süden und zählt naturräumlich zum Neckarbecken. Der Heuchelberg trennt es vom Kraichgau. Orte wie Brackenheim, Güglingen und Zaberfeld liegen bei uns deshalb in der Umgebung, auch wenn einige von ihnen Mitglied im Tourismusverband Kraichgau-Stromberg sind.

Gehört der Heuchelberg zum Kraichgau?

Nein. Der etwa 15 Kilometer lange Höhenzug südwestlich von Heilbronn bildet mit dem Stromberg den Naturraum Strom- und Heuchelberg. Teile davon gehören aber zu Gemeinden unseres Gebiets, etwa zu Eppingen, Schwaigern und Leingarten. Rücken und Nordhänge sind überwiegend bewaldet, an den Südhängen wächst Wein.

Wo entspringt der Kraichbach?

In Sternenfels, fast am Westende des nördlichen Strombergrückens. Von dort fließt er nach Nordwesten durch den Kraichgau und mündet bei Ketsch in den Rhein. Der Bach gab der Landschaft ihren Namen: Ursprünglich hieß nur das Gebiet an seinem Lauf Kraichgau.

Verwandte Fragen

  • Welche Orte gehören zum Kraichgau?

    Kraichgau Regional zählt 61 Städte und Gemeinden in fünf Landkreisen zum Kraichgau, darunter 16 Städte. Entscheidend ist vor allem, wie viel Gemeindefläche im Naturraum Kraichgau liegt.

  • Welche Geheimtipps gibt es im Kraichgau?

    Abseits der großen Ziele lohnen kleinere Ziele wie der Ottilienberg bei Eppingen mit Kapelle, Aussichtsturm und den Schanzen der Eppinger Linien.

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Quellen

Redaktionell geprüft am 6. Oktober 2026. So arbeiten wir