Weihnachtszauber zwischen Stadtkirche und Altem Rathaus
Im Advent stehen die Hütten des Weihnachtsmarkts von Wiesloch auf zwei Plätzen, die in der Altstadt direkt aneinandergrenzen: dem Evangelischen Kirchplatz rund um die Stadtkirche und dem Marktplatz vor dem Alten Rathaus. Die Stadt nennt den Markt „Wieslocher Weihnachtszauber“ und veranstaltet ihn mit dem Verein Stadtmarketing Wiesloch, der die Organisation übernimmt. 2026 beginnt der Markt am Freitag, 27. November, zwei Tage vor dem ersten Advent, und läuft mindestens bis Sonntag, 20. Dezember, dem vierten Advent. Möglicherweise bleiben die Hütten bis Dienstag, 22. Dezember, offen; das klärt sich mit dem Programm Mitte November.
Die Öffnungszeiten für 2026 gibt der Veranstalter mit dem Programm bekannt, 2024 und 2025 geschah das Mitte November. 2019 und von 2022 bis 2025 waren sie jedes Jahr gleich: montags bis freitags von 16 bis 21 Uhr, samstags von 11 bis 21 Uhr und sonntags von 14 bis 21 Uhr. Die Dauer wechselt dagegen: 2023 begann der Markt an einem Montag und endete an einem Mittwoch, 2024 und 2025 lief er jeweils vom Freitag vor dem ersten bis zum vierten Advent.
Vereinshütten, Kunsthandwerk und Musik im Zelt
Auf dem Kirchplatz drehen sich das Kinderkarussell und viele Hütten, deren Besetzung wechselt. Weil sich mehr Betreiber bewerben, als Platz da ist, verkaufen Vereine und Schulen jeweils nur einige Tage. 2025 war der Markt in vier Blöcke geteilt, das erste Wochenende und danach je eine Woche, und mit jedem Block standen andere Wieslocher an der Theke, etwa die Ministranten, Abiturjahrgänge dreier Schulen, der 1. FC Wiesloch, die Basketballer der TSG oder der Ski-Club. Wer an zwei Adventswochenenden kommt, sieht deshalb nicht dieselben Stände.
Ein Teil der Hütten bleibt den ganzen Markt über, 2025 vor allem Stände mit Essen und Trinken, von Crêpes und Süßwaren bis zu italienischer Küche und Wein, dazu Kunsthandwerk und Bilder. Andere Angebote gab es nur in einzelnen Wochen, etwa Adventskränze am ersten Wochenende oder Strick- und Häkelarbeiten in der zweiten und dritten Woche.
Den Marktplatz prägt das Zelt des Palatin, des Kongress- und Kulturzentrums an der Ringstraße. Es ist beheizt, hat eine Bühne und steht seit 2025 direkt vor dem Alten Rathaus, weil an seinem früheren Platz nun die Hütte einer Vinothek steht. Das Programm stellt das Palatin mit dem Kulturförderverein Kurpfalz zusammen: an den Freitag- und Samstagabenden meist Livemusik von 17.30 bis 20 Uhr, unter der Woche Schulchöre, die Jugendstadtkapelle und Ensembles der Musikschule Südliche Bergstraße.
Was seit Jahren dazugehört
Das Programm für 2026 erscheint voraussichtlich Mitte November auf der Seite des Stadtmarketings und als Heft, das im Rathaus und in vielen Geschäften ausliegt. Einige Punkte kehren seit Jahren wieder:
- Nikolaustag: Von 2022 bis 2025 kam der Nikolaus jedes Jahr am 6. Dezember um 17 Uhr auf Kirchplatz und Marktplatz, egal auf welchen Wochentag der Tag fiel. 2026 ist der 6. Dezember ein Sonntag.
- Stadtmeisterschaft im Eisstockschießen: an einem Abend unter der Woche von 18 bis 20 Uhr auf dem Marktplatz, 2024 und 2025 an einem Dienstag. Mitmachen konnte jede Gruppe ab zwei Personen, angemeldet wurde am selben Abend im Zelt oder vorher per E-Mail beim Palatin.
- Kinderprogramm: 2025 an zwei Sonntagnachmittagen im Zelt, einmal mit der Eisprinzessin.
- Märchenzelt der Bürgerstiftung: in der Regel am zweiten und dritten Adventswochenende in der Rathausgasse 1, rund 110 Meter vom Marktplatz. Ehrenamtliche lesen Märchen aus vielen Ländern, kostenlos und für Kinder ab drei Jahren; 2025 freitags bis sonntags von 16 bis 18 Uhr.
- Musik in der Stadtkirche: 2025 am zweiten Advent „A festival of lessons and carols“ und am letzten Samstag ein Weihnachtskonzert des Akkordeonclubs. Für 2026 ist bisher „Musik zu Advent und Weihnachten“ am Sonntag, 6. Dezember, um 18 Uhr angekündigt.
Welche Tage sich wofür lohnen
Neben dem Markt stehen für den Advent 2026 schon einige Termine in der Altstadt fest:
- Freitag, 27. November: Eröffnung. 2025 eröffnete der Oberbürgermeister den Markt um 17 Uhr auf dem Kirchplatz, danach spielte eine Band im Zelt, der Eintritt war frei.
- Samstag, 28. November: Die Volkshochschule Südliche Bergstraße führt von 14 bis 16 Uhr durch die Geschichte der Stadt-Apotheke, von Johann Philipp Bronner bis Bertha Benz. Treffpunkt ist die Freitreppe in der Hauptstraße 96, 10 €, Anmeldung unter 06222 9296-0. Die Hütten des Kirchplatzes stehen gleich nebenan.
- Sonntag, 29. November, und Sonntag, 6. Dezember: Das Apothekenmuseum öffnet von 14.30 bis 18 Uhr, das Städtische Museum im Dörndl wie jeden Sonntag von 14 bis 16 Uhr. Am 29. November spielt die Stadtkapelle um 17 Uhr ihr Konzert im Advent, den Ort nennt sie noch.
- Samstag, 5. Dezember: Puppentheater „Familie Wutz feiert Weihnachten“ um 16 Uhr in der Stadtbibliothek an der Gerbersruhstraße, für Kinder ab drei Jahren, Karten für 3 € ab 21. November in der Bibliothek. In Baiertal singt der MGV Frohsinn um 18 Uhr in St. Gallus zum 120-jährigen Bestehen.
- Freitag, 11. Dezember: Die weihnachtliche Stadtführung der vhs beginnt um 15 Uhr am Rathauseingang am Marktplatz, dauert zwei Stunden, ist barrierefrei und kostet 10 €; eine Pause auf dem Markt ist eingeplant.
- Samstag, 12. Dezember: Die BrassBlowers feiern um 17 Uhr in St. Laurentius am Adenauerplatz ihr zehnjähriges Bestehen, Eintritt frei. Am selben Wochenende ist Weihnachtsmarkt in Frauenweiler.
Rund um den Kirchplatz: Apotheke, Rathaus und Dörndl
Um den Kirchplatz stehen viele Zeugnisse der Stadtgeschichte nah beieinander. Für eine Runde zwischen zwei Tassen Glühwein reichen wenige hundert Meter:
- Stadt-Apotheke, Hauptstraße 96: Hier kaufte Bertha Benz im August 1888 auf ihrer Fahrt von Mannheim nach Pforzheim rund drei Liter Ligroin, ein Fleckenmittel, als Treibstoff, deshalb nennt sich die Apotheke erste Tankstelle der Welt. Gegenüber steht die Bronzeplastik der Bertha Benz von Pit Elsasser, schräg gegenüber erinnert eine Tafel an das Wohnhaus des Apothekers und Weinbaupioniers Johann Philipp Bronner (Wein im Kraichgau).
- Evangelische Stadtkirche: Der Turm stammt fast vollständig aus dem 11. Jahrhundert, an der Südseite sitzt das Sickingen-Portal aus dem frühen 15. Jahrhundert.
- Altes Rathaus: 1713 nach der Zerstörung von 1689 neu aufgebaut; die Säule mit dem Baujahr diente im 18. Jahrhundert als Pranger. In der Ecke zum neuen Rathaus steht der Brunnen von Karel Fron von 1988.
- Dörndl: Der Wehrturm der Stadtmauer, rund 80 Meter vom Marktplatz, beherbergt das Städtische Museum mit Funden aus dem römischen Dorf beim heutigen Bahnhof und zum Bergbau. Gegenüber steht ein römischer Steinkeller, 1987 nahe dem Bahnhof gefunden und in einem Stück hierher versetzt.
Mehr zur Altstadt, zum Freihof und zum Bergbau-Rundweg steht auf der Seite zu Wiesloch.
Märkte in den Stadtteilen und der Glühweinzauber
In den Stadtteilen richten Vereine eigene, kleinere Märkte aus:
- Frauenweiler: Spielmanns- und Fanfarenzug und Feuerwehr laden am dritten Adventswochenende ein, 2026 am Samstag, 12., und Sonntag, 13. Dezember; den Ort geben sie noch bekannt. 2025 fand der Markt zum 17. Mal statt, auf dem Schulhof der Grundschule im Zeisigweg, an beiden Tagen von 16 bis 20 Uhr, mit Glühwein, Bratwurst, Waffeln und Selbstgemachtem. Am Samstag fährt der Bus 709 stündlich von der Ringstraße in elf Minuten zum Dorfplatz. Schon am Sonntag, 15. November, lädt der Fanfarenzug zum Adventsbasar in die Mehrzweckhalle.
- Baiertal: Der Stadtteilverein richtete 2024 und 2025 jeweils am Samstag vor dem ersten Advent von 16 bis 22 Uhr einen Adventsmarkt aus, 2024 am Brückenwaageplatz in der Hirschgasse. Ein Termin für 2026 ist noch nicht angekündigt (Stand 11. Oktober 2026).
- Schatthausen: Die Kultur AG lud im Dezember 2024 zu einem weihnachtlichen Dorfmarkt mit mehr als 20 Ständen in den Ortskern und den evangelischen Pfarrhof; 2025 stand keiner im Kalender, für 2026 ist nichts angekündigt.
- Psychiatrisches Zentrum Nordbaden: Auf dem Gutshof, Zufahrt über die Römerstraße in Altwiesloch, gab es 2025 an zwei Werktagen Anfang Dezember einen Weihnachtsmarkt.
Nach dem Weihnachtszauber folgt der Glühweinzauber, den das Stadtmarketing 2025 zum ersten Mal ausgerichtet hat. 2026 ist er vom Sonntag, 27., bis Mittwoch, 30. Dezember auf dem Marktplatz geplant. 2025 gab es dort ohne Zelt Glühwein, Punsch und warme Speisen, samstags von 11 bis 21 Uhr, sonntags von 14 bis 21 Uhr und montags und dienstags von 16 bis 21 Uhr; die Zeiten für 2026 folgen.
Weitere Weihnachtsmärkte in der Nähe
Am dritten Adventswochenende, vom 11. bis 13. Dezember, feiern die Vereine in Rauenberg ihren Weihnachtsmarkt auf dem Rathaus- und Kirchplatz; der Bus 703 braucht von der Ringstraße rund zehn Minuten. Mit der Bahn erreichst du vom Bahnhof Wiesloch-Walldorf den Weihnachtsmarkt in Bruchsal, der bis 30. Dezember läuft, mit S 3, RE 73 oder RE 71 in 11 bis 17 Minuten. Der RE 71 fährt alle zwei Stunden ohne Umstieg weiter nach Bretten, wo 2026 eine Eisbahn zum Weihnachtsmarkt gehört. Nach Sinsheim, wo es ebenfalls einen Weihnachtsmarkt gibt, fährt vom Bahnhof der Bus 799. Termine aus den Dörfern ringsum stehen unter Weihnachtsmärkte im Kraichgau.
Mit Bus und Bahn: hin und nach Marktschluss zurück
Der Bahnhof Wiesloch-Walldorf liegt am Westrand der Stadt, knapp drei Kilometer vom Marktplatz entfernt. Dort halten die S 3 und der RE 73 aus Heidelberg, in 7 bis 10 Minuten, aus Mannheim, Bruchsal und Karlsruhe, dazu alle zwei Stunden der RE 71 aus Bruchsal und Bretten. Aus dem Kraichgau fährt der Bus 799 jede Stunde von Sinsheim über Eschelbach und Dühren zum Bahnhof, in gut einer halben Stunde.
Vom Busbahnhof fahren mehrere Linien in sieben bis acht Minuten zur Haltestelle Ringstraße, von dort sind es gut 200 Meter zum Marktplatz. Am Nachmittag fahren werktags vier Busse pro Stunde, samstags drei bis vier und sonntags zwei.
Nach Marktschluss um 21 Uhr fahren an der Ringstraße jeden Abend, auch am Wochenende, die 706 um halb und die 723 um zehn vor zum Bahnhof, zuletzt um 0.30 und 0.50 Uhr. Dort hast du Anschluss an S 3 und RE 73 nach Heidelberg und Mannheim, der letzte RE 73 nach Heidelberg fährt um 1.09 Uhr. Richtung Bruchsal und Karlsruhe fährt die S 3 noch um 0.54 und 1.52 Uhr, der letzte RE 71 nach Bretten dagegen schon um 22.41 Uhr. Der Bus 799 nach Sinsheim fährt stündlich um zwölf nach, zuletzt um 23.12 Uhr. Nach Baiertal, Schatthausen, Dielheim und Rauenberg fahren abends nur Ruftaxis, die du mindestens 30 Minuten vorher unter 0621 1077077 bestellst, für einige Linien auch in der App myVRN. Alle Zeiten gelten bis 12. Dezember 2026.
Am 13. Dezember wechselt der Fahrplan. Für die letzte Marktwoche, den Markt in Frauenweiler am Sonntag und den Glühweinzauber prüfst du die Zeiten vorher in der Fahrplanauskunft des VRN.
Mit dem Auto: Parken am Abend und am Samstag
Von der A6 erreichst du die Altstadt über die Anschlussstelle Wiesloch/Rauenberg, von der A5 über Walldorf/Wiesloch. Die Stadt empfiehlt das City-Parkhaus im Palatin, Navigationsziel Ringstraße 17 bis 19, rund 220 Meter vom Marktplatz, mit 386 Plätzen, sieben davon für Menschen mit Behinderung. Jede angefangene Stunde kostet 1,30 €, von 19 bis 23 Uhr gilt ein Abendtarif von 3,50 €, die Tageskarte kostet 9 €. Samstags ist das Parken dort bis Mitternacht kostenlos, sonntags gelten die normalen Tarife. Bezahlt wird mit Karte, Handy oder online, bar nur an der Hotelrezeption; wer nicht innerhalb von 48 Stunden zahlt, muss mit einer Vertragsstrafe von 35 € rechnen (Stand 11. Oktober 2026).
Näher am Markt liegt die städtische Rathaus-Tiefgarage, Einfahrt Röhrgasse Ecke Röhrbuckel, rund 110 Meter vom Marktplatz, ebenfalls 1,30 € je angefangene Stunde und samstags kostenlos. Weitere Plätze bieten das Parkdeck Hesselgasse (rund 250 Meter), die Tiefgarage unter dem VHS-Gebäude an der Ringstraße (rund 280 Meter) und der städtische Parkplatz Alter Schlachthof (rund 310 Meter). Die Adenauer-Tiefgarage und den Parkplatz an der Altwieslocher Straße betreibt nicht die Stadt; dort gelten eigene Gebühren, auch samstags.



